Vor der U6-Station Alterlaa in Wien stehen die Warteschlangen oft lang. Zahlreiche Mütter mit Kinderwägen und Menschen mit Behinderungen müssen regelmäßig Geduld beweisen, wenn sie die Aufzüge nutzen möchten. Bezirksrätin Elke Schlitz von den Grünen fordert daher einen Ausbau der Aufzugsanlagen, um die Situation zu verbessern. Schließlich wurde bereits vor einigen Jahren ein Beschluss der Bezirksvertretung für einen Ausbau gefasst, doch die Wiener Linien planen zurzeit keine zusätzlichen Aufzüge auf der Südseite der beliebten Station. Trotz der bereits vorhandenen zwei barrierefreien Aufzüge ist der aktuelle Lift-Bedarf nicht gedeckt, wie meinbezirk.at berichtet.

Die Wiener Linien betonen zwar ihre kontinuierlichen Investitionen in Barrierefreiheit und Infrastruktur, jedoch sind neue Aufzüge in Alterlaa nicht vorgesehen. Gerade hier wird die Kritik von Elke Schlitz laut, die darauf hinweist, dass die Wiener Linien den Anstieg neuer Familien in der Umgebung ignorieren. Im letzten Jahr wurden der Verkehrskommission zwei Varianten zur Anpassung der Südseite präsentiert, die Schätzungen zu den Kosten wurden auch an die Anrainer weitergegeben. Doch konkret passiert bisher nichts.

Erweiterungen an anderen Stationen

<pGleichzeitig zeigt sich ein anderes Bild bei der U-Bahnstation Erlaaer Straße, die kürzlich umfassend erweitert wurde. Dieses Projekt, das etwa 8 Millionen Euro kostete, umfasst einen zweiten Zugang und neue, überdachte Bahnsteige mit einer Gesamtlänge von 103 Metern. Die Bauarbeiten dauerten 15 Monate, doch eine Bahnsteigseite blieb während dieser Zeit durchgehend für Fahrgäste zugänglich. Diese Erweiterung stellt die größte U-Bahn-Stationserweiterung seit circa 20 Jahren dar und wurde rechtzeitig zum Schulstart in Betrieb genommen, was den Zugang zur U6 deutlich vereinfacht. Neu hinzugekommen sind jetzt auch zwei barrierefreie Zugänge, die für alle Fahrgäste in beide Richtungen zugänglich sind, wie vienna.at berichtete.

Insgesamt stehen in Wien in 109 U-Bahn-Stationen nun 272 Aufzüge zur Verfügung. Das U-Bahn-Netz ist nahezu vollständig barrierefrei, was für mobilitätseingeschränkte Personen eine bedeutende Verbesserung darstellt. Auf fast allen Bus- und Straßenbahnlinien sind aktuelle Niederflur-Fahrzeuge im Einsatz, die einen erleichterten Ein- und Ausstieg gewährleisten. So kommen rund 90 Prozent der Straßenbahnfahrten mit Niederflurzügen zum Einsatz, eine Tatsache, die es auch für ältere Menschen und Personen mit Behinderungen einfacher macht, die Stadt zu erkunden, wie wien.info darstellt.

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass während in manchen Bereichen Fortschritte erzielt werden, andere Stationen wie Alterlaa weiterhin auf den nötigen Ausbau warten. Es bleibt abzuwarten, ob sich an dieser kritischen Situation bald etwas ändern wird und wie die Wiener Linien auf die berechtigten Forderungen der Anwohner reagieren werden.