In der Hartberger Innenstadt wird es nächste Woche spannend, denn das Österreichische Bundesheer hat eine Übung angesetzt, die nicht nur militärisches Geschick, sondern auch eine präzise Planung erfordert. Rund 100 Soldatinnen und Soldaten werden mit 20 Fahrzeugen einen „Überfall“ auf das Schloss Hartberg proben. Diese Übung, die drei Tage dauert, soll die Fähigkeiten der Truppe im Umgang mit festgelegten Zielen testen und verfeinern. Die Bevölkerung ist herzlich eingeladen, dieses Spektakel zu beobachten und einen Blick hinter die Kulissen der militärischen Ausbildung zu werfen. Diese Übung ist die erste ihrer Art für die Theresianische Militärakademie (MilAk) im freien Gelände.

In der Übungslage haben sich sogenannte „Bösewichte“ im Schloss verschanzt. Die Aufgabe der Soldaten besteht darin, diese Gegner aufzuspüren, Informationen zu sammeln und das Schloss zu befreien. Major David Wieser, der als Übungsleiter fungiert, erläutert, dass die Lage zunächst ausgespäht wird, bevor der Zugriff erfolgt. Hierbei wird es zu einem kurzen, intensiven Feuergefecht kommen, das mit Platzpatronen ausgetragen wird. Der gesamte „Spuk“ soll in nur 12 Minuten vorbei sein, inklusive der Abführung der „Bösewichte“. Die genauen Zugriffszeiten sind für Dienstag zwischen 13 und 15 Uhr, Mittwoch zwischen 11 und 14 Uhr sowie Donnerstag zwischen 12 und 13 Uhr angesetzt. Innerhalb dieser Zeitfenster bestimmen die Gruppen selbst die Taktik und den genauen Zeitpunkt des Überfalls.

Moderne Ausbildungstechnik im Fokus

Die Übung in Hartberg ist nicht nur eine spannende Aktion vor Ort, sondern steht auch im Kontext der fortschrittlichen Ausbildungseinrichtungen des Heeres. Das Gefechtsübungszentrum Heer (GefÜbZH) spielt eine zentrale Rolle in der Ausbildung von nationalen, internationalen und multikulturellen Verbänden. Es nutzt moderne Livesimulationstechnik und bietet eine multimediale, systemgestützte Auswertung der Übungen. Jährlich finden dort 21 Übungstage statt, die sich auf insgesamt 240 Übungstage verteilen. Die Ausbildung gliedert sich in zwei Phasen: Zug- und Kompanieausbildung sowie eine Bataillons-Gefechtsübung.

Die Bedeutung des Gefechtsübungszentrums hat sich mit der Refokussierung auf Landes- und Bündnisverteidigung nicht verringert. Mit speziellen Auswertungsfähigkeiten, wie der Mobile Auswerteausstattung Infanteristischer Einsatz (MASIE) und dem System zur Simulation sanitätsdienstlicher Versorgung (PV-SAN), stellt das Zentrum sicher, dass die Soldaten bestmöglich auf ihre Einsätze vorbereitet werden. Oberst Heiko Diehl, der Leiter des Gefechtsübungszentrums, hebt hervor, dass die Integration der Digitalisierung landbasierter Operationen (D-LBO) eine Herausforderung für die Zukunftsfähigkeit der Systemtechnik darstellen wird.

Ein Blick auf die Ausbildungslandschaft der Bundeswehr

In Deutschland betreibt die Bundeswehr eine Vielzahl von Schulen und Ausbildungszentren für das Heer, die eine wichtige Grundlage für die militärische Ausbildung bieten. Seit der Umstrukturierung im Jahr 2013 sind die Ausbildungseinrichtungen des Heeres dem Ausbildungskommando unterstellt. Diese Einrichtungen sind entscheidend für die Entwicklung der Offiziere und Soldaten, deren Ausbildung seit Oktober 2020 dezentral erfolgt. Die Umstellung auf eine dezentrale Ausbildung für Feldwebel und Unteroffiziere, die seit Oktober 2022 gilt, zeigt die Bemühungen, die Ausbildung an die Bedürfnisse der Truppe anzupassen.

Die Übung in Hartberg ist somit nicht nur ein spannendes Event für die Zuschauer, sondern auch ein wichtiger Bestandteil der umfassenden Ausbildung, die die Soldaten des Bundesheeres auf die Herausforderungen der modernen Kriegsführung vorbereitet. Die perfekte Kombination aus traditioneller Militärtechnik und modernen Ausbildungsansätzen könnte der Schlüssel zur erfolgreichen Verteidigung im 21. Jahrhundert sein. Für weitere Informationen zu dieser besonderen Übung und den Hintergründen der militärischen Ausbildung in Österreich, besuchen Sie bitte die Quelle sowie die zweite Quelle und die dritte Quelle.