Teuerer Schulstart: Familien kämpfen mit finanziellen Herausforderungen!

Teuerer Schulstart: Familien kämpfen mit finanziellen Herausforderungen!
Der Schulstart steht vor der Tür und das bringt nicht nur Vorfreude mit sich, sondern auch eine Menge organisatorischer Fragen für die Familien. Die Serie „Schulkompass Graz-Umgebung“ widmet sich daher den Herausforderungen, die der Schulbeginn mit sich bringt, vor allem in finanzieller Hinsicht. Laut meinbezirk.at sind die Preise für Schulmaterialien in den letzten 10 bis 20 Jahren enorm gestiegen. Ein einfaches Heft, das früher etwa 50 Cent kostete, schlägt heute mit bis zu 3,50 Euro zu Buche, und auch Buntstifte sind von rund 2 Euro auf etwa 6 Euro gestiegen. Diese steigenden Kosten belasten insbesondere Familien mit geringem Einkommen.
Um den Druck auf bedürftige Familien zu mindern, setzt sich der Verein Good-Vibes aus Gratwein-Straßengel ein. Dieser bietet Einkaufsgutscheine im Wert von 50 Euro an, um wenigstens einen Teil der finanziellen Last abzufedern. Der Verein unterstützt zudem durch Benefizveranstaltungen und Spenden, denn das Ziel ist klar: Bildung und Chancengleichheit sollen nicht am Geld scheitern.
Die finanzielle Dimension des Schulstarts
Doch wieso steigen diese Kosten? Laut einem Bericht von tagesschau.de können die Ausgaben für eine Schulzeit bis zu 20.000 Euro betragen, was für viele Familien eine unerschwingliche Summe darstellt. Die durchschnittlichen Kosten für ein Schuljahr belaufen sich auf rund 3.600 Euro pro Kind – und das nur für Materialien, Technik, Klassenfahrten und Verpflegung. Im Juni 2025 stiegen die Preise für Schul- und Lehrbücher um 3,8 % im Vergleich zum Vorjahr, während die allgemeine Inflationsrate bei 2 % lag.
In diesem Kontext werden die Stimmen der Experten immer lauter, die vor einer wachsenden sozialen Ungleichheit warnen. Denn während einkommensstärkere Familien fast dreimal so viel für Bildung ausgeben wie ihre einkommensschwachen Nachbarn, bleibt vielen ein finanzieller Rückhalt versagt. Die VdK-Präsidentin Verena Bentele und der VBE-Vorsitzende Gerhard Brand fordern mehr dauerhafte Unterstützung vom Bund, da viele Kommunen finanziell angeschlagen sind und nicht die nötigen Mittel bereitstellen können.
Unterschiedliche Regelungen und digitale Herausforderungen
Interessant ist auch der Blick über die Grenzen Österreichs. In Deutschland gilt das Prinzip der Lernmittelfreiheit, wobei öffentliche Schulen grundlegende Lernmaterialien bereitstellen. Doch es gibt erhebliche Unterschiede zwischen den Bundesländern. zdf.de berichtet davon, dass in Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen Eltern hohe Ausgaben für Lernmaterialien einplanen müssen, da die Regelungen variieren. Digitale Medien wie Tablets oder Laptops werden oft im Unterricht vorausgesetzt, jedoch nicht immer als Teil der Lernmittelfreiheit anerkannt. Dies führt dazu, dass Kinder ohne eigene Geräte im Lernalltag benachteiligt sind, was die Herausforderungen für zahlreiche Familien weiter erhöht.
Die steigenden Kosten, gepaart mit unterschiedlichen Regelungen und der Notwendigkeit, digitale Endgeräte bereitzustellen, sorgen dafür, dass sich der Schulstart für viele Familien mehr und mehr zu einer finanziellen Belastung entwickelt. Diese Entwicklung beleuchtet nicht nur die individuelle Situation von Eltern, sondern stellt auch die Weichen für die Chancengleichheit in der Bildung. In Zeiten, in denen Bildung mehr denn je über unsere Zukunft entscheidet, bleibt zu hoffen, dass effektive Unterstützungssysteme geschaffen werden, um allen Kindern den Zugang zu Bildung zu erleichtern.