Im Dezember wurde ein 43-jähriger Mann am Landesgericht Wels zu fast vier Jahren Haft verurteilt. Der Grund? Ein jahrelanges Stalking seiner 42-jährigen Ex-Frau und ihrer beiden Kinder. Trotz seiner Inhaftierung hört der Psychoterror nicht auf: Der Stalker soll aus dem Gefängnis heraus mit einem illegal beschafften Handy dutzende Male seine Ex-Frau angerufen haben. Die Folgen sind verheerend: Die Frau leidet an einer posttraumatischen Belastungsstörung (PTBS), die durch die ständige Bedrohung und den Psychoterror verursacht wurde. Ihr Leid wird zusätzlich durch eine Todesdrohung verstärkt, die der Mann ihr per Brief geschickt hat.

Die Opferanwältin Sonja Fasthuber reagierte prompt und veranlasste eine Zellendurchsuchung, bei der ein Telefon gefunden wurde. Nun muss sich der Stalker erneut vor Gericht verantworten, und es droht eine zusätzliche Haftstrafe wegen gefährlicher Drohung und beharrlicher Verfolgung. Seine Vorgeschichte ist alarmierend: Mit vier Vorstrafen belastet, hat er seine Ex-Frau und die Kinder jahrelang gestalkt und bedroht. Hunderte Nachrichten wurden als Beweismittel gesichert, was die Schwere seiner Taten unterstreicht. Der Richter äußerte sogar Bedenken hinsichtlich der Möglichkeit eines Femizids.

Die Auswirkungen von Stalking und PTBS

Posttraumatische Belastungsstörung ist eine ernsthafte psychische Erkrankung, die nach traumatischen Erfahrungen wie Gewalt oder Missbrauch auftreten kann. Die Symptome umfassen wiederkehrende belastende Erinnerungen, Flashbacks und eine ständige Alarmbereitschaft. In diesem Fall ist die Frau nicht nur mit den physischen Drohungen konfrontiert, sondern leidet auch unter Schlafstörungen, Konzentrationsschwierigkeiten und Reizbarkeit. Diese Symptome sind typische Merkmale von PTBS, die sich in Übererregbarkeit und Vermeidungsverhalten äußern können.

Die Unterstützung durch andere Menschen ist in solch einer Lebenssituation von entscheidender Bedeutung. Psychotherapie, insbesondere traumafokussierte kognitive Verhaltenstherapie, kann helfen, die Symptome zu lindern. In einigen Fällen können auch Medikamente sinnvoll sein. Es ist jedoch wichtig zu wissen, dass nicht nur die Betroffenen selbst, sondern auch ihre Familien und Freunde in den Heilungsprozess einbezogen werden sollten. In Deutschland haben etwa 2-3% der Bevölkerung im Laufe ihres Lebens PTBS, was zeigt, dass es sich um ein weit verbreitetes Problem handelt.

Das Risiko von Gewalt und Trauma

Die Erfahrungen der Frau sind nicht isoliert. Opfer und Zeugen von Gewalt und Kriminalität haben ein hohes Risiko, eine PTBS zu entwickeln. Studien zeigen, dass 50 bis 70 Prozent der Allgemeinbevölkerung mindestens einmal im Leben Opfer oder Zeuge von Gewalt oder Kriminalität werden. Jede Art von erlebter oder beobachteter Gewalt kann ein Trauma verursachen, das mit Schockzuständen und Ängsten einhergeht. Während viele Opfer relativ schnell wieder auf die Beine kommen, gibt es auch solche, die schwerere psychische Schäden erleiden.

Ein entscheidender Faktor ist die Art des Traumas. Gewaltverbrechen sind oft absichtlich und geplant, was das Trauma verstärkt. Opfer verlieren häufig ihr Urvertrauen und fühlen sich hilflos. Früh- und Kriseninterventionen können entscheidend sein, um die Entwicklung von PTBS zu verhindern. Techniken zur Angst- und Stressbewältigung sind ebenfalls wichtig, um den betroffenen Menschen zu helfen, ihre traumatischen Erlebnisse zu verarbeiten und ihre Lebensqualität zurückzugewinnen.

In diesem Fall ist die Notwendigkeit einer umfassenden Unterstützung offensichtlich. Die betroffene Familie benötigt nicht nur psychologische Hilfe, sondern auch juristische Unterstützung, um sich gegen die fortdauernden Bedrohungen zu wehren. Es ist eine Erinnerung daran, wie wichtig es ist, die Stimme der Opfer zu hören und ihnen die benötigte Hilfe zukommen zu lassen. Für viele ist dies der erste Schritt in Richtung Heilung.

Für weitere Informationen über die Auswirkungen und Behandlung von PTSD, siehe hier und für eine tiefere Einsicht in die Risiken von Gewalt und deren Folgen, schauen Sie hier vorbei.

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