Am 8. März ist es wieder so weit: Der internationale Frauentag steht vor der Tür und mit ihm eine wichtige Gelegenheit, um auf die Rechte der Frauen aufmerksam zu machen. Der Fokus liegt dabei auf Gleichstellung, Anerkennung, Respekt und Gewaltfreiheit für Frauen. In diesem Jahr wird der Hauptplatz in Perg am Donnerstag, den 5. März, von 10.30 bis 12 Uhr zum Schauplatz eines besonderen Events: Die Frauenberatung Perg lädt zu einem Speakers’ Corner ein. Hier haben Frauen die Möglichkeit, engagierte Wortmeldungen und kreative Beiträge zu Themen wie Frauenarmut, gerechter Aufteilung unbezahlter Arbeit und der Lohnlücke zu präsentieren. Die Teilnahme ist offen für alle, sowohl für aktive Mitwirkende als auch für Zuhörer. Wer mitmachen möchte, sollte sich jedoch im Voraus anmelden, entweder per E-Mail oder telefonisch. Diese Veranstaltung soll den Hauptplatz in Perg zur Bühne für Frauen machen, die sich für Gleichstellung einsetzen. Mehr Informationen zur Veranstaltung finden Sie hier.
Ein besonders wichtiger Aspekt, der in den kommenden Tagen auf die Agenda rückt, ist der Equal Pay Day, der in Deutschland am 7. März 2025 gefeiert wird, einen Tag vor dem internationalen Frauentag. Dieser Tag ist ein Mahnmal für die ökonomische Ungleichheit zwischen Frauen und Männern und erinnert an die anhaltende Diskriminierung von Frauen bei gleicher Arbeit. Laut dem Deutschen LandFrauenverband (dlv) ist Lohngerechtigkeit unerlässlich, um die Lücke zwischen den Geschlechtern zu schließen. Der Gender Pay Gap, der 2023 bei 18 % lag, konnte 2024 auf 16 % gesenkt werden, was zum Teil auf den Anstieg der Bruttomonatsverdienste von Frauen um etwa 8 % zurückzuführen ist. Im Vergleich stiegen die Bruttomonatsverdienste der Männer um rund 5 %. Dennoch bleibt der bereinigte Gender Pay Gap bei 6 %, was bedeutet, dass Frauen bei vergleichbarer Tätigkeit immer noch benachteiligt sind. Hier erfahren Sie mehr über die aktuellen Entwicklungen.
Wichtige Forderungen und Gesetze
Die Forderungen nach Lohngleichheit sind nicht neu, wie ein historisches Foto von 1978 zeigt, das eine Demonstration in Mainz gegen Lohndiskriminierung dokumentiert. Auch heute ist die Forderung nach gleichem Lohn für gleiche Arbeit nach wie vor relevant. Der Gender-Pay-Gap in Deutschland gehört zu den höchsten in der EU, mit einem unbereinigten Wert von 16 % und einem bereinigten Gap von 6 %. Im Jahr 2022 verdienten Frauen in Deutschland im Durchschnitt 16 % weniger als Männer. Der durchschnittliche Bruttostundenverdienst lag bei 22,81 Euro für Frauen und 27,05 Euro für Männer. Bis 2025 würde dies eine Lohndifferenz von 1,71 Euro pro Stunde bedeuten. Lesen Sie hier mehr über die Unterschiede und die rechtlichen Rahmenbedingungen.
Das Entgelttransparenzgesetz von 2017 sollte eigentlich zur Förderung der Lohngleichheit beitragen, hat jedoch bislang geringe Wirkung gezeigt. Nur 30 % der Unternehmen veröffentlichen Berichte zur Gleichstellung und Entgeltgleichheit. Zudem ist der Auskunftsanspruch für Frauen oft schwer durchsetzbar. Ein Beispiel ist der Fall von Susanne Dumas, die gegen ungleiche Bezahlung klagte und 14.500 Euro entgangenen Lohn sowie 2.000 Euro Entschädigung erhielt. Die neue EU-Richtlinie zur Entgelttransparenz, die 2023 verabschiedet wurde, muss bis Juli 2026 in deutsches Recht umgesetzt werden. Diese Richtlinie verpflichtet Arbeitgeber, Gehaltsstrukturen zu definieren und offenzulegen. Lohntransparenz wird als essenziell zur Bekämpfung von Diskriminierung und Ungleichheiten angesehen, auch wenn es Bedenken hinsichtlich möglicher negativer Auswirkungen auf die Tarifautonomie gibt.