Im Burgenland hat das Thema Nachhaltigkeit einen hohen Stellenwert. Eine repräsentative Studie des Marktforschungsinstituts Integral, die im Auftrag der Raiffeisen Bausparkasse durchgeführt wurde, zeigt deutlich, dass die Burgenländer bereit sind, beim Wohnen Abstriche zugunsten des Klimaschutzes zu machen. Ganze 38 Prozent der Befragten könnten sich vorstellen, ihre Wohnfläche zu verkleinern oder bestehende Grünflächen zu erhalten, wobei jeweils rund ein Drittel dieser Gruppe diese Entscheidung in Erwägung zieht.
Besonders spannend ist die Tatsache, dass 12 Prozent der Burgenländer planen, ihr Eigenheim zu renovieren oder zu sanieren. Dies scheint eine wachsende Tendenz zu sein, denn 22 Prozent der Hausbesitzer möchten diese Vorhaben innerhalb der nächsten zwölf Monate umsetzen. Die häufigsten Maßnahmen, die ins Auge gefasst werden, sind der Bau einer Photovoltaik-Anlage (42 Prozent), Wärmedämmung (28 Prozent), Dachsanierung (19 Prozent) und Heizungsumstellung (19 Prozent). Diese Entwicklungen zeigen, dass ein zunehmendes Bewusstsein für nachhaltige Wohnlösungen in der Region besteht.
Finanzierungsherausforderungen und Fördermöglichkeiten
Doch die Finanzierung bleibt für viele eine Herausforderung. Laut der Studie haben 40 Prozent der Befragten unklare Finanzierungswege, während 39 Prozent über ausreichende Eigenmittel verfügen. Lediglich 5 Prozent planen, ein Darlehen aufzunehmen, was die Abhängigkeit von Förderungen von Bund und Land unterstreicht. Tatsächlich möchten 43 Prozent der Burgenländer Förderungen in Anspruch nehmen, und 40 Prozent wünschen sich sogar höhere Förderungen für nachhaltigere Wohnsituationen.
Christian Vallant, Geschäftsführer der Raiffeisen Bausparkasse, hebt die wichtige Verbindung zwischen Lebensqualität und einem nachhaltigkeitsbewussten Lebensstil hervor. Eva Fugger, Generaldirektor-Stellvertreterin der Raiffeisenlandesbank Burgenland, macht deutlich, dass nachhaltige Projekte für die Finanzierungsentscheidungen im Wohnbau von entscheidender Bedeutung sind. Rudolf Suttner, Vorstandsdirektor, verweist auf die steigende Nachfrage nach nachhaltigen Wohnformen und die entsprechenden Lösungen, die diese Nachfrage bedienen können.
Förderprogramme für nachhaltigen Wohnbau
Um die Umsetzung nachhaltiger Bauvorhaben zu unterstützen, gibt es eine Vielzahl von Förderprogrammen auf europäischer, nationaler und regionaler Ebene. Eine Datenbank mit jährlich aktualisierten Fördermöglichkeiten erleichtert die Suche nach passenden Mitteln. Diese Programme zielen darauf ab, Energieeffizienz, Ressourcenschonung und nachhaltige Stadtentwicklung zu fördern.
Beispiele für solche Förderprogramme sind unter anderem:
- Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW): Förderung von Barrierefreiheit und Einbruchschutz im Bestand.
- Bundesförderung für Energieberatung für Wohngebäude: Zuschüsse zur Umsetzung energie- und klimapolitischer Ziele.
- Gründachförderung (Hamburg): Zuschüsse für Dachbegrünungen.
- Zukunft Bau: Forschungsförderung für nachhaltige Entwicklung im Bauwesen.
Diese Förderprogramme sind nicht nur wichtig für die individuelle Baufinanzierung, sondern tragen auch zur Verbesserung der Lebensqualität und zum Klimaschutz in der Region bei. Die Zeichen stehen auf Veränderung, und im Burgenland wird Nachhaltigkeit großgeschrieben.