Im Burgenland sorgt ein Vorfall aus dem Jahr 2025 für Aufregung. Greenpeace hat nun Landesrat Heinrich Dorner von der SPÖ sowie die Bezirkshauptmannschaft Oberpullendorf bei der Staatsanwaltschaft Eisenstadt angezeigt. Der Vorwurf: Bei einer Katastrophenschutzübung am 18. Oktober 2025 wurden 447 Personen, darunter Feuerwehrkräfte aus Burgenland und Niederösterreich sowie Statisten, in einem asbestverseuchten Steinbruch in Pilgersdorf in Gefahr gebracht. Greenpeace-Sprecher Stefan Stadler bezeichnet die Übung als unverantwortlich, da die Asbestbelastung seit 2011 amtsbekannt sei. Die Übungen fanden teilweise direkt am Förderband unter dem Steinbrecher statt, wo Gestein zermahlen wird.

Fotos von der Übung zeigen, dass die Kleidung der Einsatzkräfte stark kontaminiert war. Dies könnte zur Verschleppung von Asbeststaub in Fahrzeuge und Innenräume geführt haben. Berichten zufolge trug niemand der Teilnehmer eine Atemschutzmaske, obwohl ein Hinweisschild auf die Maskenpflicht hinwies. In der Folge kündigte das Land Burgenland an, die Vorwürfe zurückzuweisen und erklärte, dass der Steinbruch zum Zeitpunkt der Übung über alle erforderlichen Genehmigungen verfügte.

Ermittlungen und Reaktionen

Die Landesregierung sieht die Anzeige gelassen, da die Zeitabfolge zeige, dass bei der Übung niemand von einer Gefährdung wissen konnte. Gesteinsproben wurden erst am 19. November 2025 entnommen, und die Laborergebnisse mit erhöhtem Asbestanteil lagen erst Anfang 2026 vor. Doch Greenpeace bleibt skeptisch: Die Organisation hat die Kanzlei Eunomia beauftragt, um eine Sachverhaltsdarstellung wegen des Verdachts auf strafrechtlich relevante Tatbestände zu erstellen. Zudem wurden Ermittlungen gegen die Verantwortlichen auf Landes- und Bezirksebene sowie die Betreiberfirma beantragt.

Stadler äußerte Bedenken zur Durchführung der Übung im asbestbelasteten Steinbruch und betonte, dass die Risiken von Asbest nicht zu unterschätzen seien. Asbestfasern können beim Einatmen schwerwiegende Krebserkrankungen auslösen, was die Besorgnis der Teilnehmer verständlich macht. Luftmessungen haben teilweise mehr als 100.000 Asbestfasern pro Kubikmeter ergeben, was auf eine erhebliche Gefährdung hinweist.

Die Gefahren von Asbest

Asbest ist ein Material, das früher in vielen Bauprodukten verwendet wurde und auch heute noch in der Umwelt, Wohnumfeldern und Haushalten vorhanden ist. Der Einsatz von Asbest ist problematisch, da es in verschiedenen Formen vorkommt, die unterschiedliche Risiken bergen. Schwach gebundener Asbest gilt als besonders gefährlich, da er leicht Fasern freisetzen kann, während fest gebundener Asbest bei normaler Nutzung in der Regel keine Gesundheitsgefahr darstellt, solange er intakt bleibt. Kritisch wird es, wenn solche Produkte mechanisch bearbeitet werden, da dies zur Freisetzung von Asbestfasern führen kann.

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Der Vorfall in Pilgersdorf wirft daher ein Schlaglicht auf die Notwendigkeit, im Umgang mit Asbest höchste Vorsicht walten zu lassen. Insbesondere bei Übungen, die die Sicherheit von Einsatzkräften betreffen, sollte das Risiko von Asbestbelastungen nicht leichtfertig in Kauf genommen werden. Die Entwicklung der Situation bleibt abzuwarten, doch die besorgten Stimmen der Teilnehmer sowie die Reaktionen von Greenpeace zeigen, wie wichtig es ist, solche Themen ernst zu nehmen.

Für weitere Details zu den Hintergründen der Asbestproblematik und den Gefahren, die von diesem Material ausgehen, kann auf die umfassenden Informationen des Umweltbundesamtes verwiesen werden.