Am 5. Juli 2022 wurde im Klagenfurter Europapark ein totes männliches Baby in einer Tasche gefunden. Dieser tragische Fund hat seitdem die Ermittler und die Öffentlichkeit in Atem gehalten. Sieben Monate nach dem schockierenden Ereignis gibt es jedoch weiterhin keine neuen Erkenntnisse über die Herkunft des Säuglings oder dessen Eltern. Ein Gutachten eines Insektenforschers hat zwar die bisherigen Erkenntnisse bestätigt, doch einen echten Durchbruch konnte es nicht bringen. Inzwischen könnte der Fall zu einem Cold Case werden, da die Spuren der Eltern weiterhin im Dunkeln liegen. (Kleine Zeitung)

Die Ermittlungen ergaben, dass das Baby vermutlich mehrere Wochen vor dem Fund verstorben war. DNA-Analysen lieferten keine neuen Hinweise; ein weibliches Merkmalmuster auf dem Handtuch deutet jedoch auf die leibliche Mutter hin. Ein Abgleich mit der nationalen DNA-Datenbank blieb ohne Treffer. Die Polizei ist auf der Suche nach einem jungen Pärchen, das sich in der Nähe des Fundorts aufgehalten haben soll. Phantombilder wurden veröffentlicht und haben eine Welle von Hinweisen ausgelöst. Die Ermittlungen richten sich nach § 79 StGB, der die Tötung eines Kindes bei der Geburt behandelt. Bislang bleibt unklar, ob das Baby zu diesem Zeitpunkt noch lebte oder bereits tot war. (5min)

Die Suche nach Antworten

Die Behörden haben einen forensischen Entomologen hinzugezogen, um den genauen Zeitpunkt der Ablage des Babys anhand der gefundenen Insekten zu bestimmen. Laut dem Gutachten haben Zeugen angegeben, dass ein junges Paar am 29. Juni 2022 die Tasche am Iriskogel abgelegt hat. Ob das Baby zu diesem Zeitpunkt noch lebte, ist unklar. Sollte die Identität der Eltern nicht geklärt werden, könnte der Fall als Cold Case gelten, was die Ermittlungen deutlich erschweren würde. Die Polizei hat bereits angekündigt, den Fall am 18. Februar 2026 in der Sendung „Fahndung Österreich“ auf ServusTV zu behandeln. Sachdienliche Hinweise können beim Landeskriminalamt Kärnten oder jeder Polizeiinspektion abgegeben werden.

Anonyme Geburt als Option

In Österreich besteht seit 2001 die Möglichkeit der anonymen Geburt, die Müttern in Notlagen helfen soll. Dieses rechtlich unbedenkliche Verfahren ermöglicht es Frauen, anonym zu entbinden, ohne strafrechtliche Konsequenzen befürchten zu müssen. Das Krankenhauspersonal respektiert dabei die Privatsphäre und Anonymität der Mutter. Bei der Anmeldung im Krankenhaus ist kein Ausweis erforderlich, und es kann ein beliebiger Name angegeben werden. Die Kosten für Vorsorgeuntersuchungen und die Geburt werden vom Krankenhaus getragen. Auch Informationen über Adoption und Unterstützung sind beim Jugendamt erhältlich, wobei alle Angaben vertraulich behandelt werden. (Anonyme Geburt)

Die tragische Geschichte rund um den Fund des Säuglings im Klagenfurter Europapark wirft viele Fragen auf und zeigt eindrücklich, wie wichtig es ist, dass Mütter in Notlagen unterstützt werden. Während die Ermittlungen weiterhin laufen, bleibt die Hoffnung, dass die Identität der Eltern bald geklärt werden kann und die Umstände des Geschehens ans Licht kommen.