Rund um den Wörthersee wird derzeit ein wichtiger Dialog über die Zukunft des beliebten Erholungsgebiets geführt. Im Rahmen des Projekts „Seendialog Wörthersee“, initiiert vom Ministerium und Land Kärnten, soll ein nachhaltiges Nutzungskonzept für den Wörthersee entwickelt werden. Der Seendialog zielt darauf ab, den Schutz und die Nutzung der Seen in Einklang zu bringen, was angesichts der Herausforderungen durch den Bootsverkehr, Abgaben und Nutzungsregeln von großer Bedeutung ist.
Die öffentlichen Diskussionen über diese Themen sorgen für Verunsicherung bei den Betrieben in der Region. Unternehmer befürchten negative Auswirkungen auf ihre Investitionsentscheidungen und Buchungen vor der bevorstehenden Sommersaison. Ein Rückgang der Gästezahlen um 10% könnte zu einem Verlust von 34 Millionen Euro an Bruttowertschöpfung und 490 gefährdeten Arbeitsplätzen führen. Bei einem Rückgang von 20% wären es sogar 68 Millionen Euro weniger Wertschöpfung und etwa 980 gefährdete Arbeitsplätze. Die WK-Vizepräsidentin Nika Basic hebt hervor, dass ein ergebnisoffener Dialog und wirtschaftliche Stabilität für den Schutz des Wörthersees von zentraler Bedeutung sind (WKO).
Der Wörthersee als Lebensraum und Tourismusstandort
Der Wörthersee ist nicht nur ein malerisches Erholungsgebiet, sondern auch ein bedeutender Tourismusstandort, der seit über 60 Jahren durch den Motorbootsport geprägt wird. Dies ist ein wesentlicher Bestandteil der touristischen Identität der Region. Hannes Markowitz von der Veldener Tourismusgesellschaft warnt, dass erhöhte Abgaben und Nutzungseinschränkungen negative Signale für den Tourismus senden könnten. Der Wörthersee bietet jungen Menschen Sport, Events und Freizeitkultur, was seine Attraktivität weiter steigert.
Aktuelle Nächtigungszahlen belegen die Bedeutung des Wörthersees: Im Sommerhalbjahr 2025 wurden 1.446.307 Übernachtungen verzeichnet, was 15,3% aller Kärntner Sommernächtigungen entspricht. Der Schutz der Seen ist für die Wirtschaft wichtig, jedoch muss eine sachliche Analyse der Wassertrübung erfolgen. Faktoren wie Klimaerwärmung und natürliche Entkalkungsprozesse beeinflussen den Nährstoffhaushalt im See. Draxler von der Wirtschaftskammer Kärnten fordert ein gezieltes Fischereimanagement und eine differenzierte Betrachtung der Nutzungsthemen.
Nachhaltigkeit im Fokus
Der Seendialog umfasst auch einen umfassenden Beteiligungsprozess, der verschiedene Interessensgruppen und die Öffentlichkeit einbezieht. Ab Februar 2026 sind Vorgespräche mit Stakeholdern geplant, gefolgt von einer Workshopreihe zur Diskussion des aktuellen Status und künftiger Maßnahmen. Im Sommer wird eine Online-Befragung für die Bevölkerung, Gäste und Naherholungssuchende durchgeführt. Weitere Informationen sind auf der Webseite (BMLUK) verfügbar.
Die Diskussion um Nachhaltigkeit in der Wasserwirtschaft hat in den letzten Jahren zugenommen. Das Umweltbundesamt beteiligt sich aktiv an diesem Prozess. Eine Forschungsvorhaben zur nachhaltigen Wasserwirtschaft in Deutschland hat gezeigt, dass es sowohl positive Entwicklungen als auch gegenläufige Trends gibt. Sechs Prinzipien für nachhaltige Wasserwirtschaft wurden identifiziert, darunter das Vorsorgeprinzip und das Verursacherprinzip. Diese Prinzipien könnten auch für die Gespräche rund um den Wörthersee von Bedeutung sein, um eine Balance zwischen wirtschaftlichen Interessen und ökologischem Schutz zu finden (Umweltbundesamt).
Der Seendialog Wörthersee ist somit eine wichtige Plattform, um die verschiedenen Interessen in Einklang zu bringen und die Zukunft dieses einzigartigen Erholungsgebiets nachhaltig zu gestalten.






