Am Wörthersee in Kärnten sorgte im August 2024 eine Restaurantrechnung für Aufregung, die sich schnell über die sozialen Medien verbreitete. Ein Gast zahlte stolze 8 Euro für einen „Räuberteller“, einem leeren Teller, der zum Teilen einer Vorspeise gedacht war. Dieser Vorfall löste eine bundesweite Debatte über die Erhebung von Aufpreisen für Zusatzgeschirr in der Gastronomie aus. Inzwischen erheben Gastronomen in allen österreichischen Bundesländern Gebühren für leere Teller, was nach der Corona-Pandemie zunehmend zur Praxis geworden ist.

In Wien beispielsweise kosten leere Teller zwischen 2,50 und 3 Euro, besonders bei Mittagsmenüs in der Inneren Stadt. In Salzburg liegt die Gebühr für einen leeren Teller bei 1,80 Euro, während in Linz ein Aufschlag von 2 Euro für das Servieren einer Pizza auf zwei Tellern berechnet wird. Der Salzburger Spartenobmann für Tourismus, Ernst Pühringer, erklärt, dass Gruppen oft weniger Hauptgerichte bestellen und stattdessen zusätzliche Teller anfordern. Diese Praxis hat sich in den letzten Jahren etabliert, was auf den Kostendruck, insbesondere bei hohen Pachten, zurückzuführen ist.

Der virale Vorfall am Wörthersee

Der besagte Vorfall am Wörthersee wurde durch den Meinungsforscher Christoph Haselmayer bekannt, der seine Rechnung auf Facebook teilte. Neben dem teuren leeren Teller um 8 Euro umfasste die Rechnung auch ein Beeftatar für 32 Euro und ein Gedeck für 3,50 Euro pro Person. Haselmayer äußerte sich kritisch über den Preis für den leeren Teller, was auf Social Media auf wenig Verständnis stieß. Nutzer machten sich über die Begründung lustig, dass der Preis für den zweiten Teller auf der ersten Seite des Menüs angegeben war.

Kärntens Wirtesprecher Stefan Sternad verteidigte den Aufpreis und betonte die zusätzlichen Kosten für das Restaurant, wie Personalaufwand und Abwaschen des Tellers. Diese Diskussion um die Preisgestaltung in der Gastronomie wirft auch Fragen zur allgemeinen Preisentwicklung auf. Laut Berichten ist der Preisanstieg in der Gastronomie dreimal höher als die Gesamtinflation. Bewirtungsdienstleistungen stiegen um 6,3 Prozent, während die Teuerung für bestimmte Lebensmittel wie Öle und Fette um 11,6 Prozent zulegte.

Preisanstieg und Gastronomie

Die Entwicklung der Gastronomiepreise steht im Kontext einer allgemeinen Inflation, die vor allem durch steigende Kosten in der Lebensmittelbranche geprägt ist. Im Dezember 2023 betrugen die Preisanstiege für Freizeit und Kultur im Durchschnitt 2,1 Prozent, wobei Pauschalreisen als Hauptverantwortliche gelten. Während die Lebensmittelpreise moderat anstiegen, sind die Kosten für Restaurantbesuche deutlich gestiegen, was viele Gäste verunsichert.

In Deutschland erheben zudem immer mehr Restaurants Strafgebühren für No-Shows bei Reservierungen, was das Thema der Gastronomiepreise weiter aufheizt. Die Diskussion um leere Teller und zusätzliche Gebühren ist nur ein Teil eines größeren Trends, der die Preisgestaltung in der Gastronomie betrifft. Gastronomen rechtfertigen die Gebühren oft als notwendig, um die gestiegenen Betriebskosten zu decken. Das Verständnis der Gäste für diese Gebühren scheint jedoch begrenzt zu sein, was zu einem Spannungsfeld zwischen Dienstleistern und Kunden führt.

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