Die Polizei in Wien spielt eine entscheidende Rolle bei der Sicherheit der Stadt und macht sie zu einer der sichersten Großstädte Europas. Doch es gibt einen wichtigen Bereich, in dem die Polizei nicht die primäre Verantwortung trägt: die Suchthilfe. Hier kommt das niederschwellige Angebot „Sam“ der Suchthilfe Wien ins Spiel. Dieses Angebot wird von der Polizei nicht ersetzt, denn die Ansätze und Ziele der beiden Institutionen könnten nicht unterschiedlicher sein.
Während Polizei-Mitarbeiter mit Waffen, Handschellen und Pfefferspray ausgestattet sind, treten die Mitarbeitenden von Sam in Jeans und roten Jacken auf, um eine vertrauensvolle Atmosphäre zu schaffen. Ihre Hauptaufgabe besteht darin, aktiv den Kontakt zu Obdachlosen und Suchtkranken zu suchen, ohne dabei Druck auszuüben. Sie verteilen Snacks und bieten Informationen über Betreuungseinrichtungen an, um das Vertrauen der Betroffenen zu gewinnen. Dies ist besonders wichtig in den Bezirken Wieden und Margareten, die erstmals ein eigenes Budget in das Angebot von Sam investieren.
Suchthilfe Wien: Ein breites Spektrum an Unterstützung
Die Suchthilfe Wien bietet eine Vielzahl von Dienstleistungen an, die über das Angebot von Sam hinausgehen. Das Ambulatorium Suchthilfe Wien, eröffnet im Juli 2012, stellt eine zentrale Anlaufstelle dar. Hier sorgt ein interdisziplinäres Ärzteteam für eine suchtmedizinische Betreuung. Neben medizinischer Hilfe finden Klienten auch soziale Unterstützung im Tageszentrum jedmayer, das ebenfalls im Juli 2012 eröffnet wurde. Die dort angebotenen Services umfassen unter anderem psychosoziale Betreuung, Rechtsberatung und eine Notschlafstelle für akute Fälle.
Zusätzlich existiert die Einrichtung change der Suchthilfe Wien, die 2014 eröffnet wurde. Sie bietet ein Aufenthaltsbereich, Spritzentausch und Krisenintervention. Ein weiterer wichtiger Aspekt ist die mobile soziale Arbeit, die seit 2007 mit Projekten wie „sam“ (sozial, sicher, aktiv, mobil) und „help U“ tätig ist. Diese Projekte ermöglichen Präsenz, Kommunikation und Krisenintervention an Orten, wo Hilfe dringend benötigt wird.
Prävention und Information
Ein zentrales Anliegen der Suchthilfe Wien ist auch die Suchtprävention. Initiativen wie checkit! bieten umfassende Informationen zu psychoaktiven Substanzen und führen chemisch-toxikologische Analysen durch. Zudem gibt es Programme zur Alkoholprävention bei Events, die von der Sucht- und Drogenkoordination Wien unterstützt werden. Diese präventiven Maßnahmen sind unerlässlich, um ein Bewusstsein für Suchtverhalten zu schaffen und gefährdete Personen frühzeitig zu erreichen.
Die Beratungsstellen in Wien sind vielfältig und bieten umfassende Informationen zu Betreuungs- und Behandlungsmöglichkeiten. Der Österreichische Suchthilfekompass listet zahlreiche Einrichtungen und Fachstellen, die in den Bundesländern aktiv sind. Mit einem breiten Spektrum an Angeboten, von der psychosozialen Betreuung bis hin zur beruflichen Reintegration, wird versucht, den Betroffenen eine Perspektive zu bieten und sie in die Gesellschaft zu reintegrieren.
Zusammenfassend lässt sich sagen, dass die Polizei und die Suchthilfe Wien zwar unterschiedliche Aufgaben haben, beide jedoch auf ihre Weise zur Sicherheit und zum Wohl der Gesellschaft beitragen. Während die Polizei für die öffentliche Ordnung sorgt, setzen die Mitarbeitenden der Suchthilfe auf Vertrauen und Unterstützung für die verletzlichsten Mitglieder unserer Gesellschaft.