Das Winterthur-Haus am Karlsplatz in Wien hat einen neuen Besitzer. Die Zürcher Versicherung hat das markante Bürogebäude, das seit den 1970er-Jahren zwischen der Karlskirche und dem Wien Museum steht, an die Wiener Immobilienfirma Breiteneder verkauft. Der Kaufpreis beträgt knapp 28 Millionen Euro. Das Gebäude ist für seine zahlreichen leerstehenden Büroflächen bekannt, und Branchenkenner schätzen, dass ein erheblicher Sanierungs- und Investitionsbedarf ansteht. Wie es mit den Büroflächen weitergeht, bleibt abzuwarten.

In der Vergangenheit sorgte das Winterthur-Haus für Schlagzeilen, insbesondere wegen geplanter Aufstockungen, die nie umgesetzt wurden. Diese Pläne führten zu Protesten, da befürchtet wurde, dass das Erscheinungsbild der nahegelegenen Karlskirche beeinträchtigt werden könnte. Eine Bürgerinitiative sammelte hunderte Unterstützungserklärungen gegen die geplante Erhöhung, und auch die UNESCO äußerte Bedenken. Ein Kompromiss erlaubte eine Erhöhung, jedoch nur unter der Bedingung, dass das Gebäude von der Karlskirche abgerückt wird. Bisher wurden die Arbeiten jedoch nicht begonnen.

Neuer Eigentümer und Zukunftspläne

Johann Breiteneder, der Firmenchef der Breiteneder-Gruppe, hat angekündigt, sich intensiv mit den technischen Grundlagen und den baurechtlichen Möglichkeiten des Winterthur-Hauses zu beschäftigen. Dabei wird angestrebt, sich an den beschlossenen Rahmenbedingungen der Widmung zu orientieren. Dennoch bleibt unklar, wie eng die neuen Besitzer an den alten Plänen festhalten werden und ob bereits Genehmigungen angefragt wurden.

Die Entscheidung für den Kauf des Winterthur-Hauses könnte auch im Kontext der allgemeinen Entwicklung des Büroimmobilienmarktes in Wien gesehen werden. Während viele Büroflächen leer stehen, gibt es dennoch immer wieder Investoren, die bereit sind, in Immobilien mit Potenzial zu investieren. Die Breiteneder-Gruppe plant, mögliche Entwicklungsschritte zu prüfen, was darauf hindeutet, dass es Bewegung in die stagnierende Situation des Gebäudes bringen könnte.

In den kommenden Monaten wird sich zeigen, welche Pläne die neuen Eigentümer konkret verfolgen und ob sie möglicherweise neue Impulse für das Winterthur-Haus setzen können. Die Wiener Immobilienlandschaft bleibt gespannt auf die Entwicklungen, die sich um dieses historische und architektonisch bedeutende Gebäude ranken werden.Mehr dazu hier und hier.