Wien feiert mit einem abwechslungsreichen Programm den Tag der Wiener Bezirksmuseen. Besucher können sich auf Ausstellungen, Lesungen, Führungen und verschiedene Aktionen freuen. Ein ganz besonderes Highlight ist die Möglichkeit, einen Stempelpass zu erhalten, der bei Frühlingsveranstaltungen kleine Goodies verspricht. Die Museen sind ein wunderbarer Ort, um die lokale Kultur und Geschichte zu erleben.
Besonders spannend wird es im Rauchfangkehrermuseum Wien und im Bezirksmuseum Wieden. Hier wird die Geschichte des Rauchfangkehrerhandwerks thematisiert, wobei der Fokus auf Hygiene, Gesundheit und den Beitrag der Frauen zu diesem Beruf liegt. Führungen werden von der Rauchfangkehrermeisterin Anna-Theres Stern angeboten, die mit ihrem Fachwissen begeistert.
Frauenbewegung im Fokus
Ein weiteres Highlight ist die Lesung zur Frauenbewegung im Bezirksmuseum Mariahilf sowie ein Vortrag über die Wäscherinnen am Wienfluss. Diese Veranstaltungen sind ein wichtiger Teil der Erinnerungskultur, die sich mit der Rolle der Frauen in der Gesellschaft auseinandersetzt. Die Frauenbewegung hat eine lange Geschichte in Österreich, die bis in das Jahr 1848 zurückreicht, als der erste politisch-demokratische Frauenverein, der „Wiener Demokratische Frauenverein“, gegründet wurde. Diese Gründung war eine direkte Reaktion auf eine Lohnreduktion, die vor allem Arbeiterinnen betraf. Bis zum Beginn des 20. Jahrhunderts waren Frauen von der politischen Öffentlichkeit ausgeschlossen, was den Drang nach Gleichheit und Mitbestimmung nur verstärkte.
Die Entwicklung der Frauenbewegung in Österreich zeigt sich auch in der Gründung des Bundes österreichischer Frauenvereine im Jahr 1902 durch Marianne Hainisch, dessen Ziel die gleichberechtigte Teilnahme der Frauen am öffentlichen Leben war. Dies wurde schließlich 1918 mit dem Durchsetzen des Wahlrechts für Frauen erreicht. Die Veranstaltungen am Tag der Wiener Bezirksmuseen bieten somit eine hervorragende Gelegenheit, diese bedeutende Geschichte zu reflektieren und zu würdigen.
Kulturelle Entdeckungsreise
Am 8. März verwandelt sich Wien in eine große Entdeckungsreise durch die Bezirke, bei der zahlreiche Veranstaltungen in den Bezirksmuseen stattfinden. So wird im Bezirksmuseum Rudolfsheim-Fünfhaus die Schwimmlegende Andrea Steiner einen Vortrag über den Wiener Schwimmsport halten. Besucher, die ein Frühschwimmer-Abzeichen aus der Zeit vor 1990 mitbringen oder in Blau erscheinen, dürfen sich auf eine kleine Überraschung freuen.
Im Bezirksmuseum Liesing stehen zwei neue Ausstellungen im Zeichen von Wasser und Frauen. Zudem wird bei der Matinee „Für euch soll’s rote Rosen regnen“ bedeutenden Frauen musikalisch und erzählerisch Tribut gezollt. Im Circus- & Clownmuseum Wien wird Robert Kaldy-Karo Geschichten über mutige Artistinnen und Zirkusfrauen vorlesen. Diese Veranstaltungen sind nicht nur unterhaltsam, sondern auch eine Hommage an die Frauen, die in ihrer jeweiligen Branche Außergewöhnliches geleistet haben.
Wissenschaftliche Auseinandersetzung mit der Frauen- und Geschlechtergeschichte
Die Auseinandersetzung mit der Frauen- und Geschlechtergeschichte hat an der Universität Wien eine lange Tradition. Seit den 1970er Jahren sind Frauen- und Geschlechterforschung fest etabliert und zeichnen sich durch gesellschaftliche Relevanz sowie Interdisziplinarität aus. Verschiedene Institute der Universität Wien beschäftigen sich mit den unterschiedlichen Aspekten der Frauen- und Geschlechtergeschichte, was zu einer Vielzahl an Forschungsprojekten und internationalen Netzwerken geführt hat. Jährliche Workshops und Veranstaltungen bieten zudem eine Plattform, um neue Forschungsergebnisse zu diskutieren und einem breiteren Publikum zugänglich zu machen.
Für alle, die sich für die Geschichte und die Rolle der Frauen in der Gesellschaft interessieren, bietet der Tag der Wiener Bezirksmuseen eine einzigartige Gelegenheit, mehr zu erfahren und sich aktiv an der kulturellen Entdeckungsreise zu beteiligen. Weitere Informationen sind auf der Website www.bezirksmuseum.at verfügbar.