In Wieden wird die Bühne neu belebt: Die Freie Bühne Wieden wird künftig als Freie Bühne Wien firmieren. Gernot Kranner, der erst seit wenigen Monaten als Theaterdirektor tätig ist, hat die Bühne übernommen und verfolgt ehrgeizige Pläne. Die renommierte Bühne, die vor 50 Jahren von Topsy Küppers gegründet wurde, wird sich nun verstärkt dem Nachwuchs widmen. Kranner möchte die Bühne als Talentschmiede für Künstler aller Art etablieren und jungen Menschen die Möglichkeit geben, sich auszuprobieren und zu lernen.

Bereits am 19. Februar fand die Programmpräsentation statt, wo Kranner die ersten Veranstaltungen ankündigte. Die Eröffnung ist für den 26. Februar mit einem ganztägigen Event geplant, gefolgt von dem Gastspiel „Heute Abend: Lola Blau“ am 27. und 28. Februar, Beginn um 19.30 Uhr. Es wird ein aufregendes Programm geben, das nicht nur Musicals umfasst, sondern auch Workshops und Diskussionsrunden zu aktuellen Themen.

Finanzielle Herausforderungen

Die finanzielle Situation des Theaters könnte jedoch nicht prekärer sein. Kranner beklagt, dass er mit einem Budget von null Euro startet, nachdem seine Vorgängerin Michaela Ehrenstein eine Jahressubvention von 120.000 Euro erhielt. Aktuell hat Kranner erst 3.500 Euro an privaten Spenden gesammelt, was gerade einmal für die monatlichen Mietkosten ausreicht. Um die Künstlergagen zu zahlen, greift er bereits aus eigener Tasche in die Tasche.

Die ersten Veranstaltungen sollen auch dazu dienen, Spenden zu sammeln. In diesem Zusammenhang appelliert Kranner an die Öffentlichkeit, die kulturelle Vielfalt in Wien zu unterstützen. Die ersten Programmpunkte sind vielversprechend: Neben „Lola Blau“ wird es am 1. März ein Mitsing-Musical mit „Die Bremer Stadtmusikanten“ geben, gefolgt von einem Kinder-Workshop am 7. März sowie dem Gastspiel „Die Physiker“ am 7. und 14. März. Ein besonderes Highlight wird der „Club 4“ sein, der für Diskussionen aktueller Themen genutzt werden soll.

Kulturelle Förderung in Deutschland

Die Herausforderungen, vor denen Kranner und die Freie Bühne Wien stehen, sind nicht einzigartig. Die Förderung von Kunst und Kultur ist in Deutschland vorwiegend Aufgabe der Bundesländer und Gemeinden. Der Bund investiert jährlich rund 2 Milliarden Euro in diesen Sektor, was 17 % der Gesamtausgaben für Kunst und Kultur entspricht. Diese Mittel sind für eine Vielzahl von Projekten gedacht, die zur Lebensqualität und zum Wohlbefinden der Menschen beitragen.

Fördermittel können in verschiedenen Formen bereitgestellt werden, seien es individuelle Stipendien für Künstler oder Projektförderungen für spezielle Aktivitäten. Die Unterstützung ist entscheidend, um kulturelle Einrichtungen wie die Freie Bühne Wien zu erhalten und weiterzuentwickeln. In der aktuellen Lage ist es wichtig, dass sowohl öffentliche als auch private Förderer zusammenarbeiten, um die kulturelle Vielfalt in Städten wie Wien aufrechtzuerhalten.

Die Freie Bühne Wien hat sich viel vorgenommen, und mit der richtigen Unterstützung könnte sie ein wichtiger Ort für künstlerische Entfaltung und kulturelle Dialoge werden. Für Gernot Kranner und sein Team beginnt eine spannende Reise, auf der sie hoffen, die Herzen der Wiener für ihr Engagement für die Kultur zu gewinnen. Für weitere Informationen zu den Veranstaltungen und Möglichkeiten zur Unterstützung können Interessierte die Quelle und die zweite Quelle besuchen.