In der Stadt Wien stehen wichtige Wartungsarbeiten an der II. Hochquellenleitung an, die für die Sicherstellung der Wasserversorgung von großer Bedeutung sind. Diese Instandhaltungen sind Teil des „Frühjahrsputzes“ und sollen langfristig die Versorgung mit Hochquellwasser aus den Alpen sicherstellen. Während der Arbeiten bleibt die Wasserversorgung über die I. Hochquellenleitung und Grundwasserbrunnen gewährleistet. Klimastadtrat Jürgen Czernohorszky hat die Verantwortung der Mitarbeiter*innen von Wiener Wasser für die Pflege der 330 km langen Leitungen hervorgehoben. Jährlich investiert Wien rund 130 Mio. Euro in die Wasser-Infrastruktur, um die Versorgungssicherheit zu stärken und sich an den steigenden Wasserbedarf sowie die Herausforderungen des Klimawandels anzupassen. Diese Maßnahmen sind Teil der Strategie „Wiener Wasser 2050“, die auch die Wartung historischer Bauwerke umfasst. Die II. Hochquellenleitung überquert 19 Täler und Flüsse, und in den kommenden Jahren sind die Sanierungen von vier Düker geplant. Die Wartungsarbeiten erfolgen hauptsächlich im Frühjahr und Herbst, wenn der Wasserverbrauch niedriger ist.
Ein wichtiger Aspekt bei der Wartung ist die sogenannte „Abkehr“, die viermal jährlich durchgeführt wird, um Zugang zum Stollen zu schaffen. Während dieser Zeit werden die Leitungen gereinigt, inspiziert und Fugen instandgesetzt. Klimastadtrat Czernohorszky und Gemeinderätin Susanne Haase haben kürzlich eine Baustelle in Hofstetten (NÖ) besucht, wo der größte Trinkwasserbehälter der Welt entsteht – mit einer Speicherkapazität von rund 1 Mrd. Litern Wasser. Diese Maßnahmen sind entscheidend, um auch in Zukunft eine hochwertige Wasserversorgung für die 1,9 Millionen Einwohner Wiens zu gewährleisten.
Die historische Bedeutung der Hochquellenleitungen
Die Hochquellenleitungen haben eine lange Geschichte, die bis in die Kaiserzeit zurückreicht, als das Versorgungssystem für frisches Wasser aus den Hähnen geschaffen wurde. Das Wasser stammt aus den malerischen Regionen des Rax-Scheeberg-Gebiets und des Hochschwabareals und fließt durch das natürliche Gefälle nach Wien. Die II. Hochquellenleitung, die aktuell abgeleitet ist, sanierte die historischen Talquerungen (Düker). Diese Arbeiten sind minutiös geplant, um den Wasserfluss zeitgerecht zu koordinieren und die Versorgung während der Wartungsarbeiten aufrechtzuerhalten.
Vor jeder Abkehr werden alle 29 Wasserbehälter in Wien bis zum maximalen Pegelstand gefüllt, und im Bedarfsfall kann Wasser aus rund 30 Brunnen in das Netz eingespeist werden. Die II. Hochquellenleitung transportiert täglich bis zu 217.000 m³ Wasser, während die I. Hochquellenleitung rund 220.000 m³ liefert, was etwa 40% des täglichen Wasserbedarfs Wiens abdeckt.
Wasserqualität und nachhaltige Versorgung
Die Instandhaltung dieser historischen Wasserleitungen ist nicht nur eine Frage der Funktionalität, sondern auch des Denkmalschutzes. Viele Anlagen, darunter der Wasserturm Favoriten, sind denkmalgeschützt. Dieser wurde 1898/99 erbaut und versorgte hoch gelegene Gebiete des 10. und 12. Bezirks, bevor die II. Wiener Hochquellenleitung diese Aufgabe 1910 übernahm. Heute wird der Wasserturm als Veranstaltungsgebäude genutzt. Ein zentrales Anliegen der Wiener Wasserwerke bleibt die Reduktion von Wasserverlusten sowie die Sicherstellung der Wasserqualität und der benötigten Wassermengen, was besonders in Zeiten des Klimawandels von Bedeutung ist.
Insgesamt ist die Wasserversorgung in Wien ein komplexes und gut durchdachtes System, das nicht nur den aktuellen Bedarf abdeckt, sondern auch zukunftssicher gemacht wird. Das Durchschnittsverbrauch pro Person liegt bei etwa 130 Litern pro Tag, und die gesamte Versorgungsfläche umfasst 415 km². Mit einer Vielzahl an Wasserbehältern, Pumpwerken und Aquädukten ist Wien gut gerüstet, um den Wasserbedarf seiner Bürger auch in den kommenden Jahren zu decken.
Für weitere Informationen zu den aktuellen Wartungsarbeiten und der Geschichte der Wasserversorgung in Wien können Sie die ausführlichen Berichte auf 3R-Rohre, MeinBezirk und Echonet nachlesen.