In Währing, an der Privatschule De la Salle Marianum in Wien, kam es während der Faschingszeit zu einem Vorfall, der die Schulgemeinschaft erschütterte. Zwei Schüler der achten Klasse hatten sich als Sklave und Sklavenhalter verkleidet. Einer dieser Schüler hatte seine Hautfarbe mit „Blackface“ absichtlich schwarz eingefärbt. Diese Darstellung sorgte für erhebliche Empörung und wurde von anderen Schülern an die Direktion der Schule gemeldet. Die Direktion reagierte umgehend auf den Vorfall.
Nachdem die Vorfälle bekannt wurden, wurden die beiden Schüler aufgefordert, die Farbe abzuwaschen und sich umzuziehen. Sie zeigten Einsicht und verfassten ein Entschuldigungsschreiben, in dem sie ihre „unüberlegte Dummheit“ betonten und erklärten, dass keine rassistische Absicht hinter ihrer Aktion gestanden habe. Am gleichen Tag fanden mehrere Gespräche mit den Schülern statt, um die Situation zu klären. Zudem wurde beschlossen, dass sie an einem Workshop teilnehmen, um über Rassismus und die damit verbundenen Themen aufgeklärt zu werden.
Reaktionen und Konsequenzen
Die Direktorin der Schule, Marie-Antoinette Call-Breitenecker, zeigte sich über den Vorfall äußerst aufgebracht. Eine Gruppe von Schülerinnen, darunter auch dunkelhäutige, hatte sich bei ihr beschwert. Sie ordnete an, dass die Schüler sich sofort abschminken mussten. Zudem wurde den Schülern eine Verwarnung ausgesprochen, und es wurde ihnen deutlich gemacht, dass bei einem weiteren Vorfall der Ausschluss von der Schule droht. Ein Gespräch mit den Eltern der betroffenen Schüler war ursprünglich für den Freitag geplant, musste jedoch wegen eines Wintereinbruchs auf Montag verschoben werden. In diesem Zusammenhang wurde auch der Schulpsychologe eingeschaltet.
Ein Video, das die beiden Schüler bei ihrer Darstellung zeigt, sorgte für Aufsehen. Es zeigt, wie der „Sklave“ an einer Leine geführt wird und die Klasse darüber lacht. Schockierenderweise scheint auch die Klassenlehrerin in dem Video zu lachen und Fotos zu machen. Die Bildungsdirektion hat bereits Maßnahmen ergriffen und prüft das Verhalten der Lehrerin. Es ist angedacht, ein klärendes Gespräch zu führen, und die Direktorin deutete an, dass die Lehrerin im kommenden Schuljahr nicht mehr an der Schule unterrichten wird.
Bildung und Rassismus
Der Vorfall an der Privatschule wirft ein Licht auf die Herausforderungen, die im Bildungssystem im Umgang mit Rassismus bestehen. In Deutschland ist Bildung Ländersache, was zu unterschiedlichen Standards in der Lehrer*innenbildung führt. Es besteht ein deutlicher Bedarf, Themen wie Menschenfeindlichkeit und Rassismus stärker im Unterricht zu thematisieren. Ein Vorschlag zur Ergänzung der Lehrerausbildungsgesetze um das Thema Menschenfeindlichkeit könnte hier Abhilfe schaffen.
Analysen zeigen, dass in vielen Schulbüchern Menschen mit Migrationshintergrund, insbesondere Muslime, häufig in konflikthaften Situationen dargestellt werden. Dies fördert ein negatives Bild und trägt zur Stigmatisierung bei. Zudem kommen Schwarze Menschen in Schulbüchern oft kaum vor und werden meist als hilfsbedürftig dargestellt. Die Vorfälle an Schulen, wie der in Währing, verdeutlichen, dass es notwendig ist, solche Themen offen zu diskutieren und zu bearbeiten. Der Schulverein hat bereits betont, dass solche Haltungen an der Schule keinen Platz haben und dass dem Thema mehr Aufmerksamkeit geschenkt werden muss.
Die Auseinandersetzung mit Rassismus in Bildungseinrichtungen ist eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe, die nicht nur in Währing, sondern in ganz Österreich und Deutschland von Bedeutung ist. Es gilt, die Sensibilisierung und Aufklärung über Rassismus zu fördern, um ein respektvolles und tolerantes Miteinander zu ermöglichen.