Ein Vorfall an der katholischen Privatschule Marianum in Währing sorgt für Aufregung: Am Faschingsdienstag kam es zu einem untragbaren Schauspiel, das die Grundprinzipien des Schulvereins De La Salle verletzt hat. Ein Video zeigt zwei Schüler der achten Klasse, die sich als Sklavenhalter und Sklave kostümiert haben. Der „Sklave“ hatte sein Gesicht schwarz angemalt und wurde an einer Leine geführt, während die Klasse darüber lachte. Auch die Klassenlehrerin war anwesend, lachte und machte Fotos von der Szene. Reaktionen ließen nicht lange auf sich warten: Eine Gruppe von Schülerinnen, darunter auch dunkelhäutige, wandte sich an die Direktorin der Schule.

Direktorin Marie-Antoinette Call-Breitenecker zeigte sich über den Vorfall erschüttert und bezeichnete diesen als großen Fehler. Die beiden Schüler wurden zum Abschminken geschickt und erhielten eine Verwarnung. Die Direktorin betonte, dass solche Aktionen im Widerspruch zur Haltung der Schule stehen. Die Schüler entschuldigten sich für ihre „unüberlegte Dummheit“ und versicherten, dass keine rassistische Absicht hinter ihrer Aktion stand. Um ihr Bedauern zu zeigen, planen sie, einen Workshop über Rassismus zu organisieren.

Reaktionen und Konsequenzen

Die Direktorin kündigte an, dass im Falle eines weiteren Vorfalls die Schüler von der Schule fliegen würden. Ein Gespräch mit den Eltern der beteiligten Schüler war für Freitag geplant, wurde jedoch aufgrund von Wintereinbruch auf Montag verschoben. Der Schulpsychologe wurde ebenfalls eingeschaltet, um die Situation zu klären. Die Klassenlehrerin, die im Video zu sehen war, ist seit Mittwoch im Krankenstand. Der Vorfall wurde an die Bildungsdirektion gemeldet, die das Verhalten der Lehrerin prüfen und ein klärendes Gespräch ansetzen wird. Es ist bereits durchgesickert, dass die Direktorin andeutet, die Lehrerin werde im kommenden Schuljahr nicht mehr an der Schule unterrichten.

Ein weiterer Aspekt, der in diesem Kontext nicht außer Acht gelassen werden darf, ist die allgemeine Thematik von Rassismus und Diskriminierung in Schulen. In Deutschland ist Bildung Ländersache, was zu unterschiedlichen Standards in der Lehrerinnenbildung führt und einen sogenannten „Flickenteppich“ erzeugt. Es wird gefordert, dass Landesregierungen Menschenfeindlichkeit stärker im Unterricht thematisieren. Besonders in Nordrhein-Westfalen verpflichtet das Lehrerausbildungsgesetz Didaktik-Lehrkräfte, Inklusion zu unterrichten, während das Thema Menschenfeindlichkeit oft unzureichend behandelt wird (Amnesty Journal).

Diskriminierung im Bildungssystem

Die Auswirkungen von Diskriminierung auf den Bildungserfolg sind gravierend. So beeinflussen soziale Herkunft, Wohnort und Bildungsstand der Eltern den Bildungserfolg in Deutschland erheblich. Schüler mit Migrationshintergrund erhalten häufig schlechtere Noten als ihre Mitschüler ohne Zuwanderungsgeschichte, trotz gleicher Testergebnisse. Eine DeZIM-Studie zeigt, dass Schwarze und PoC-Schülerinnen häufig Mobbing und Diskriminierung erleben (Mediendienst Integration).

Die Berichterstattung über Muslime ist oft negativ, und antimuslimischer Rassismus ist in vielen Lebensbereichen präsent. Lehrpläne und Schulbücher sind wenig sensibel für Diversität, was die Integration von Schülern mit unterschiedlichen Hintergründen erschwert. Diskriminierung führt bei betroffenen Schülern zu Stress, schlechteren Leistungen und häufigen Schulwechseln. Die Nöte, die Schüler aufgrund von Diskriminierung erleiden, sind alarmierend und bedürfen dringend einer umfassenden Lösung.

Die Direktorin der Marianum-Schule hat bereits angekündigt, dem Thema Rassismus an der Schule mehr Aufmerksamkeit zu schenken. Es bleibt zu hoffen, dass dieser Vorfall nicht nur als Einzelfall betrachtet wird, sondern auch zu einem Umdenken im Bildungssystem beiträgt, um Diskriminierung und Rassismus in Schulen aktiv entgegenzuwirken.