In der Nacht von Montag auf Dienstag wurde im Albertus-Magnus-Gymnasium in der Semperstraße ein mutwillig herbeigeführter Wasserschaden verursacht, der die Schulgemeinschaft in Aufruhr versetzt hat. Der Vorfall, bei dem Waschbecken in den oberen drei Stockwerken absichtlich mit Papier verstopft wurden, führte dazu, dass Wasser über die Beckenränder trat und in die Schulgänge floss. Die Schadenshöhe wird im sechsstelligen Bereich geschätzt, doch die Kostenübernahme ist noch nicht geklärt. Betroffen sind zwölf von 25 Klassenräumen, die nun unter Wasser stehen und die Sicherheit der Schüler gefährden. Das Wasser könnte zudem in Kontakt mit Stromleitungen geraten, was die Situation weiter verschärft.
Die Sanierungsarbeiten haben bereits begonnen, wobei der erste Schritt das Trocknen der betroffenen Klassenräume ist. Für die Unterstufe kann der Unterricht in trockenen Klassen bis zur fünften Stunde stattfinden, während die Oberstufenklassen bis auf Weiteres ohne Unterricht bleiben müssen. Die Nachmittagsbetreuung im Halbinternat findet jedoch wie gewohnt statt, was für die Eltern eine Erleichterung darstellt. Zudem wird provisorischer Unterricht in der Albertus-Magnus-Volks- und Mittelschule organisiert. Am kommenden Montag soll der Präsenzunterricht wieder aufgenommen werden, was von der Schulleitung und den Eltern mit Spannung erwartet wird.
Ermittlungen laufen
Die Polizei ermittelt weiterhin und konzentriert sich mittlerweile auf einen Hauptverdächtigen unter den anfänglich sechs verdächtigen Schülern. Die restlichen Schüler werden als Zeugen geführt. Das Ziel der Ermittlungen ist es, die Intention der Tat zu klären, da diese als über einen harmlosen Schulstreich hinausgehend eingestuft wird. Aufgrund der Vielzahl an Fingerabdrücken auf den Wasserhähnen war eine Spurensicherung nicht möglich. Regina Ahlgrimm-Siess von der VOSÖ, dem Schulerhalter, äußerte Bestürzung über den Vorfall und dessen Auswirkungen auf die Schulgemeinschaft, während die Schule die Tat wegen schwerer Sachbeschädigung angezeigt hat.
Ein ähnlicher Vorfall ereignete sich kürzlich in der Hildegardis-Schule in Hagen-Altenhagen, was Fragen zu Vandalismus in Bildungseinrichtungen aufwirft. Die Polizei untersucht auch einen möglichen Zusammenhang zwischen der Sachbeschädigung und dem traditionellen „Abistreich“ der angehenden Abiturienten. Solche Vorfälle haben nicht nur materielle, sondern auch emotionale Auswirkungen auf die Schulgemeinschaft und werfen ein Licht auf die Herausforderungen, mit denen Schulen heutzutage konfrontiert sind.
Der Kontext von Vandalismus in Schulen
Die Zunahme von Vandalismus, Gewalt und Unterrichtsstörungen an Schulen ist ein Thema, das immer mehr in den Fokus rückt. Laut einer OECD-Studie TALIS 2024 berichten 96 Prozent der Lehrer in Österreich von einem positiven Schulklima, und dennoch haben 9 Prozent der Lehrer an Schulen mit regelmäßigem Vandalismus oder Diebstählen zu kämpfen. Die Belastung durch störendes Verhalten hat von 36 auf 50 Prozent zugenommen, und 21 Prozent der Lehrer arbeiten an Schulen mit wöchentlichen Mobbingfällen. Dieses Phänomen zeigt sich auch in den Erfahrungen von Schülern, von denen rund 20 Prozent über längere Zeit im Internet schikaniert werden.
Die Vorfälle im Albertus-Magnus-Gymnasium sind somit nicht nur ein isolierter Fall, sondern Teil eines größeren Problems, das Schulen und die Gesellschaft insgesamt betrifft. Um solchen Vandalismus zu verhindern, ist es wichtig, dass Schulen und Eltern gemeinsam Lösungen finden und Schüler zu einem verantwortungsbewussten Umgang mit ihrer Umgebung erziehen. Die Schulgemeinschaft steht vor der Herausforderung, nicht nur materielle Schäden zu beheben, sondern auch die emotionalen Folgen dieser Taten zu adressieren.