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In Währing, an der Wallrißstraße 40, plant der Turnverein Gersthof den Bau einer neuen Turnhalle. Das Areal ist seit rund 100 Jahren im Besitz des Vereins und wurde in den 80er-Jahren um eine zweite Grünfläche erweitert. Der Verein sieht in dem Bau der Halle eine Möglichkeit, nicht nur die Zukunft des Vereins zu sichern, sondern auch unabhängige Sportmöglichkeiten zu schaffen. Hintergrund ist der Mangel an Sporthallen in Wien, wo der Verein aktuell an fünf Schulen eingebucht ist. Diese Schulen setzen jedoch zunehmend auf Nachmittagsbetreuung, was die Verfügbarkeit der Hallen weiter einschränkt. Klaus Paula, der Obmann des Vereins, berichtet von einem langjährigen Traum, der jetzt nach eineinhalb Jahren Planungsphase greifbar wird.

Doch der Bauplan stößt auf Widerstand von Anrainern, die eine Petition gegen das Projekt gestartet haben. Diese Petition hat mehrere Hundert Unterschriften gesammelt, musste jedoch wegen eines Formalfehlers erneut eingereicht werden. Die Anwohner fürchten nicht nur Lärmbelästigung und den Verlust von Sonnenlicht, sondern auch umfassende Rodungen und eine negative Beeinflussung des Mikroklimas. Christine Vaculik, eine betroffene Anwohnerin, hat ihre Bedenken klar geäußert.

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Pläne des Vereins und Sorgen der Anwohner

Der Turnverein plant, die neue Halle hauptsächlich für eigene Mitglieder zu nutzen, könnte sie jedoch auch an Schulen oder Physiotherapeuten vermieten. Auf der geplanten Fläche befinden sich derzeit ein Beach-Volleyballplatz, Spielgeräte, zwei kleine Holzhütten und ungenutzte Erde. Michael Seifert, zuständig für Finanzen und Gartenarbeit des Vereins, betont, dass die Spielmöglichkeiten für Kindergartenkinder erhalten bleiben sollen. Zudem soll eine zweite Fläche unterhalb der Turnhalle unbebaut bleiben.

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Klaus Paula weist darauf hin, dass die Grundfläche der Halle lediglich etwa 19 Prozent der Gesamtfläche ausmachen wird und dass umweltschonend gebaut werden soll, unter anderem mit Holzbauweise und Photovoltaik-Anlagen. Die Bauverhandlung ist für Donnerstag angesetzt, wobei die Genehmigung durch die Baupolizei noch aussteht. Der Verein wird die Kosten für die Halle selbst tragen, eine konkrete Summe wurde jedoch nicht genannt.

Herausforderungen der Sportinfrastruktur

Die Situation in Wien spiegelt sich auch in Deutschland wider, wo zahlreiche kommunale Schwimmbäder und Sporthallen dringend saniert werden müssen. Eine Studie im Auftrag der Förderbank KfW zeigt, dass 59% der befragten Städte und Gemeinden über einen „gravierenden“ oder „nennenswerten“ Investitionsrückstand bei Sporthallen berichten. Dies ist besonders besorgniserregend, da 40% der Kommunen bereits jetzt Sportangebote aufgrund des baulichen Zustands ihrer Anlagen nicht mehr anbieten können. Der Deutsche Städte- und Gemeindebund bezeichnet die Situation als „dramatische Entwicklung“ und fordert die Bundesregierung auf, finanzielle Unterstützung für Neubauten und Sanierungen sicherzustellen.

Wiener Investitionsprogramme für Sportstätten

In Wien verfolgt die Stadt mit dem Sportstätten-Entwicklungsplan „Sport.Wien.2030“ langfristige Ziele zur Sicherung und Weiterentwicklung der Sportinfrastruktur. Im Rahmen des SPOSA II-Programms investiert die Stadt bis 2026 insgesamt 55 Millionen Euro in 29 Sportanlagen. Ein Schwerpunkt liegt auf modernen, multifunktionalen Sportanlagen, die nachhaltig und umweltbewusst errichtet werden sollen. Diese Investitionen sind ein wichtiger Schritt, um das sportliche Angebot für alle Wienerinnen und Wiener zu sichern und auszubauen.

Der Turnverein Gersthof steht also nicht allein in seinem Vorhaben, neue Sportmöglichkeiten zu schaffen. Die Herausforderungen in der Sportinfrastruktur sind jedoch groß, und es bleibt abzuwarten, ob die Pläne des Vereins in Währing realisiert werden können, während gleichzeitig die Bedenken der Anwohner Gehör finden.

Für weitere Informationen zu den aktuellen Entwicklungen rund um den Turnverein Gersthof und die Sportinfrastruktur in Wien, besuchen Sie die entsprechenden Quellen. Auch die Situation in Deutschland ist im Detail in der Studie der KfW nachzulesen. Für einen Blick auf die Wiener Initiative zur Sportstättenentwicklung ist die Wienholding eine wertvolle Informationsquelle.