Das Takan Restaurant in Währing, Wien, hat die gastronomische Landschaft der Stadt über Jahre bereichert. Vom renommierten Gourmet-Magazin Falstaff als „eine Institution“ bezeichnet, bot das Lokal eine exquisite Auswahl an traditionellen Mittelmeergerichten und modernen Fischspeisen. Auf der Speisekarte fanden sich Delikatessen wie Austern, Jakobsmuscheln, Thunfisch-Steaks, Langusten- und Hummerschwänze sowie gegrillter Weißer Heilbutt. Zudem wurde Champagner von Pol Roger glasweise angeboten, was das Ambiente des Restaurants zusätzlich veredelte. Doch nun hat die Takan Restaurant GmbH Insolvenz angemeldet (Fischmagazin).

Die wirtschaftlichen Schwierigkeiten des Unternehmens begannen mit dem Wechsel des Marktstandes „Takans Delikatessen“ am Kutschkermarkt, der nicht rechtzeitig fertiggestellt wurde. Dies führte zu signifikanten Umsatzrückgängen, insbesondere beim Verkauf von Lebensmitteln. Zunächst konnten Verluste durch den Betrieb des Restaurants in der Haizingergasse ausgeglichen werden, doch auch dort nahm die Lage bald eine instabile Wendung. Letztlich konnte sich die Takan Restaurant GmbH mit keinem Investor einigen, was die Situation weiter verschärfte. Von der Insolvenz sind elf Mitarbeiter betroffen, die nun um ihre Stellen bangen müssen (Heute.at).

Wirtschaftliche Rahmenbedingungen

Der Konkursantrag, der laut Creditreform gestellt wurde, ist Teil eines größeren Trends in der Gastronomie, die in den letzten Jahren stark unter Krisen wie Inflation und gestiegenen Kosten leidet. Die Umsätze und Erträge in diesem Sektor sind preisbereinigt unter dem Niveau von 2019 gefallen. Zwischen 2022 und 2023 stiegen die Insolvenzen in der Gastronomie um 27 Prozent, was über dem gesamtwirtschaftlichen Durchschnitt liegt. Besonders betroffen sind Restaurants, Gaststätten und Imbissstuben, wo die Insolvenzen um 32 Prozent zugenommen haben (Creditreform).

Die Situation für junge Unternehmen ist besonders besorgniserregend: 49 Prozent der Insolvenzen betreffen Betriebe, die maximal fünf Jahre alt sind. Auch die Takan Restaurant GmbH gehört zu dieser Gruppe, was die Herausforderungen für neue gastronomische Konzepte verdeutlicht. Die Prognosen deuten auf einen anhaltenden Insolvenztrend im Gastgewerbe hin, wobei eine mögliche Überschreitung des Vor-Corona-Niveaus im Jahr 2024 nicht ausgeschlossen ist.

Ein Blick in die Zukunft

Obwohl die Takan Restaurant GmbH in einer schwierigen Lage steckt, wird der Betrieb vorerst weitergeführt. Es bestehen eventuell Möglichkeiten für einen Verkauf des Restaurants, was den betroffenen Mitarbeitern Hoffnung geben könnte. Die Gastronomie in Wien muss sich also nicht nur mit individuellen Schicksalen auseinandersetzen, sondern steht vor einer umfassenden Herausforderung, die die gesamte Branche betrifft. Die Zukunft des Takan Restaurants bleibt ungewiss, doch die Liebe zur Gastronomie und die Unterstützung der lokalen Gemeinschaft könnten entscheidend sein, um aus dieser Krise gestärkt hervorzugehen.