Im 18. Bezirk von Wien, in Währing, steht der Aumannplatz vor einer grundlegenden Neugestaltung. Dieser zentrale Punkt verbindet die Grätzel Währing, Weinhaus, Kreuzgassenviertel und Cottageviertel, hat jedoch bisher wenig Beliebtheit gewonnen. Bezirksvorsteherin Silvia Nossek, die den aktuellen Zustand als einen Kreisverkehr mit einer Grüninsel beschreibt, hat bereits vor einem Jahr gemeinsam mit der Gebietsbetreuung (GB*) eine Bürgerbefragung gestartet. Ziel dieser Umfrage war es, Ideen und Vorschläge der Anwohner zu sammeln, die bei verschiedenen Events wie Picknicks und Flohmärkten zusammengetragen wurden.
Die Rückmeldungen der Bürger zeigten deutlich den Wunsch nach mehr Begrünung und einer Reduzierung des motorisierten Verkehrs. Sicherheitsaspekte, insbesondere für Schulkinder, sowie die Verbesserung der Gehwege, besonders an der Türkenschanzstraße, sind ebenfalls zentrale Anliegen der Währinger Bevölkerung. Die Neugestaltung des Platzes wurde bereits 2022 und 2023 angekündigt, doch ein konkreter Plan liegt noch nicht vor. Ein zeitlicher Rahmen für die Umsetzung besteht jedoch, und die Bezirksvorsteherin hofft, bis Jahresende konkrete Pläne und Kostenschätzungen präsentieren zu können.
Beteiligung der Bürger
Um die Anliegen der Anwohner in die Planung einfließen zu lassen, wurde eine Beteiligungsgruppe einberufen. Die Wünsche umfassen nicht nur eine bessere Zugänglichkeit zum Norbert-Liebermann-Park, sondern auch sichere Querungen über den Platz und eine Verkehrsberuhigung. Die Ergebnisse der Bürgerbefragung, die am 23. Mai, 30. Mai und 6. Juni ab 17 Uhr auf Transparenten am Aumannplatz präsentiert werden, sollen die Ideen der Anwohner sichtbar machen, auch wenn es sich dabei nicht um fixe Projekte handelt.
Derzeit läuft die Ausschreibung für ein Planungsbüro, das unter der Federführung der Magistratsabteilungen 28 und 42 tätig werden soll. Am 11. Mai wird ein Grobkonzept am Aumannplatz vorgestellt, bei dem die Bewohner erneut die Möglichkeit haben, ihre Ideen einzubringen. Nossek betont den gemeinsamen Prozess mit den Währingern und lässt offen, wie der Platz letztendlich aussehen wird.
Verkehrsanpassungen und Bauarbeiten
Unabhängig von der Neugestaltung der Fläche werden die Wiener Linien im Sommer die Gleisanlagen rund um den Aumannplatz erneuern. Dies betrifft etwa 750 Meter Gleise, wobei es eine geringfügige Anpassung der Gleislage im Bereich Aumannplatz und Gentzgasse geben wird. Während der Bauarbeiten kommt es zu Einschränkungen im Straßenbahnverkehr: Die Linien 40 und 41 werden von 4. Mai bis Ende Juni umgeleitet, die Linie 42 wird temporär eingestellt, und die Linie 9 fährt nur zwischen Westbahnhof und Antonigasse. Ein Ersatzbus 41E wird die Verbindung entlang der Gentzgasse und Währinger Straße sicherstellen.
Die Initiative zur Neugestaltung des Aumannplatzes ist Teil eines größeren Zusammenhangs, in dem die nationale Stadtentwicklungspolitik eine zentrale Rolle spielt. Diese Initiative, gefördert vom Bundesministerium für Wohnen, Stadtentwicklung und Bauwesen, zielt darauf ab, Städte und Gemeinden lebenswert und erfolgreich zu gestalten. Der Austausch zwischen Handelnden und Interessierten im Bereich Stadtentwicklung wird dabei gefördert, um aktuelle gesellschaftliche und städtebauliche Trends zu thematisieren und beispielhafte Handlungsansätze zu präsentieren. Weitere Informationen dazu sind auf der Themenseite der nationalen Stadtentwicklungspolitik verfügbar.
Die Neugestaltung des Aumannplatzes ist also nicht nur ein lokales Projekt, sondern auch ein Teil eines größeren städtebaulichen Prozesses, der auf die Bedürfnisse der Bürger eingeht und die Lebensqualität im Bezirk nachhaltig verbessern soll. Für weitere Details können Interessierte die Berichterstattung auf Kurier und MeinBezirk verfolgen.