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Im Bezirk Währing hat Herbert Bichl zu Beginn des Jahres 2026 die Leitung des Bezirksmuseums übernommen. Zuvor war er nicht an dieser Position interessiert und hatte sich nicht beworben, als Doris Weis 2025 zurücktrat. Bichl, der seit 1966 im Bezirk lebt und sich seit Jahren intensiv mit dessen Geschichte auseinandersetzt, sieht die Museumsleitung als eine Chance, seine Arbeit fortzusetzen. Er war bereits Präsident des Museumsvereins und hat eng mit dem Bezirksmuseum zusammengearbeitet, das er mit eingerichtet hat.

Nach einem Umzug des Museums innerhalb des Amtshauses und dem Verlust von Ausstellungsraum hatte Bichl sich zunächst zurückgezogen. Doch nun plant er, die begonnenen Projekte der ehemaligen Leiterin abzuschließen und die Bezirksgeschichte auch im öffentlichen Raum sichtbarer zu machen. Bereits initiiert hat er Gedenktafeln und den Frauenweg im Pötzleinsdorfer Park, um die Rolle der Frauen in der Geschichte zu betonen. Ein wichtiges Anliegen ist auch die fehlende Barrierefreiheit des Museums, was jedoch den Raum für Sonderausstellungen weiter einschränken würde.

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Einbindung der Bevölkerung

Bichl möchte die Bewohner in die Museumsarbeit einbeziehen und bietet Unterstützung bei der Aufarbeitung von Familiengeschichten an. Er betont die Bedeutung des Museums als Ressource für historische Informationen. Diese Einbindung ist besonders wichtig, um die Geschichte Währings lebendig zu halten und den Bürgern eine Plattform zu bieten, ihre eigenen Geschichten und Erinnerungen zu teilen.

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Die Geschichte des Bezirksmuseums hat eine lange Tradition. Nach 1920 bildeten Lehrer aus Währing die „Arbeitsgemeinschaft Währinger Heimatkunde“, die sich der Erforschung und Dokumentation der Geschichte des Bezirks widmete. In der Schopenhauerstraße 49, damals eine Realschule, entstand 1923 das erste „Heimatbuch“ über Währing, das in mehreren Teilen veröffentlicht wurde. Diese Werke behandelten die Geschichte der ehemaligen Dörfer Währing, Weinhaus, Gersthof, Pötzleinsdorf, Salmannsdorf und Neustift am Walde und vermittelten wertvolle Einsichten in die lokale Flora, Fauna sowie die Gewerbebetriebe.

Herausforderungen und Perspektiven

Die Gründung eines Heimatmuseums wurde von den unruhigen Zeiten der politischen Umbrüche in Österreich begleitet, was die Museumstätigkeiten oft verzögerte. 1938 wurde ein Verein zur Errichtung des Museums gegründet, doch die nationalsozialistischen Behörden lösten diesen schnell wieder auf. Diese Herausforderungen haben die Museumsarbeit über die Jahrzehnte hinweg geprägt und zeigen, wie wichtig es ist, die lokale Geschichte nicht nur zu bewahren, sondern auch aktiv zu kommunizieren.

Heutzutage, in einer Zeit, in der die Digitalisierung voranschreitet, könnten auch digitale Archive, wie die Lippischen Salbücher, die im Landesarchiv NRW aufbewahrt werden, als Inspiration dienen. Diese Quellen bieten wertvolle Informationen zu historischen Anwesen und könnten als Modell für die Aufarbeitung und Präsentation von Währinger Geschichte dienen. Die vollständige Digitalisierung solcher Bestände ermöglicht es, historische Informationen für die Öffentlichkeit zugänglich zu machen und die Forschung zu unterstützen.

Insgesamt zeigt sich, dass die Arbeit von Herbert Bichl und das Bezirksmuseum eine bedeutende Rolle in der Bewahrung und Sichtbarmachung der Geschichte Währings spielen. Diese Initiativen fördern nicht nur das historische Bewusstsein, sondern stärken auch das Gemeinschaftsgefühl unter den Bewohnern.

Für weitere Informationen zu den Aktivitäten und Projekten des Bezirksmuseums besuchen Sie bitte die offizielle Seite: Bezirksmuseum Währing.

Für eine tiefere Einsicht in die Währinger Geschichte und die Herausforderungen der Heimatforschung, siehe auch: MeinBezirk Währing.

Heutzutage ist es wichtiger denn je, dass solche Institutionen als Wissensspeicher fungieren und die Bürger aktiv in die Aufarbeitung ihrer Geschichte einbeziehen.