Der heilige Leopold III., ein bedeutender Markgraf von Österreich, lebte von 1073 bis 1136 n. Chr. und stammt aus dem Adelsgeschlecht der Babenberger. Geboren in Gars am Kamp oder Melk, trat er 1095 die Nachfolge seines Vaters Leopold II. an und regierte bis zu seinem Tod. Leopold III. war bekannt für seinen Beinamen „der Fromme“ sowie „der Milde“, welche seine großzügigen Gaben und sein Engagement für die Gesellschaft widerspiegeln. Er war ein leidenschaftlicher Gründer von Klöstern, darunter das berühmte Stift Klosterneuburg, das 1108 ins Leben gerufen wurde. Unter seiner Obhut entwickelte sich Klosterneuburg zur Residenz und war später Zentrum des Feierlichkeiten zu seinen Ehren.
Seit 1663 ist Leopold III. nicht nur Nationalpatron Österreichs, sondern auch Landespatron von Wien und Niederösterreich, gemeinsam mit dem heiligen Florian von Oberösterreich. Seine Heiligsprechung im Jahr 1485 durch Papst Innozenz VIII. machte ihn zu einem der verehrtesten Heiligen in der römisch-katholischen Kirche. Der Leopoldi-Tag, der am 15. November gefeiert wird, ist ein bedeutendes Ereignis, das in Klosterneuburg mit Banketten, Tänzen und Turnieren gefeiert wird. Dieser Tag markiert auch das Ende der Erntezeit und ist ein Feiertag im Sinne des Landesrechts, jedoch nicht in ganz Österreich arbeitsfrei. In den Bundesländern Wien und Niederösterreich bleiben Schulen, Ämter und Behörden an diesem Tag geschlossen (Quelle).
Einfluss und Erbe
Leopold III. war bekannt für seine Rolle in der Bildung und Landerschließung. Während seiner Herrschaft verlieh er mehreren Städten, darunter Wien, Stadtrang und gründete Klöster wie Heiligenkreuz (1133) und Kleinmariazell. Er nannte sich selbst Princeps Terrae, was auf ein starkes Bewusstsein für seine Rolle als selbstständiger Landesherr hinweist. Zudem förderte er die Münzprägung in Krems, was zur Entwicklung des Kremser Pfennigs führte.
Seine Heiratsallianzen, insbesondere die zweite Ehe mit Agnes von Waiblingen, brachten ihm nicht nur zahlreiche Kinder, sondern auch bedeutenden Einfluss in der Region. Leopold III. hatte insgesamt 17 Kinder aus dieser Ehe, die zu wichtigen Heiratsallianzen mit anderen europäischen Dynastien führten. Er wird oft mit einem Herzogshut, Hermelinmantel und Wappenschild dargestellt, was seinen Status und seine Macht unterstreicht (Quelle).
Historische Kontextualisierung
Der Einfluss Leopolds III. war nicht nur auf seine Klostergründungen und den Aufbau von Städten beschränkt. Während seiner Regierungszeit wurden die Grenzen nach Osten verschoben, was die Ungarn zurückdrängte. Dies geschah im Kontext eines Zusammenstoßes zwischen Österreichern und Ungarn, bei dem die Österreicher, die eine Fünf-Adler-Fahne trugen, die Ungarn in die Flucht schlugen. Diese Auseinandersetzungen sind ein wichtiger Teil der Geschichte, die Leopolds Erbe prägt, insbesondere das Kloster Melk, das in vielen Darstellungen der Zeit als Symbol für die Stärkung der österreichischen Macht erscheint (Quelle).
Heute, am 25. Februar 2026, ist es an der Zeit, das Erbe des heiligen Leopold III. zu reflektieren, dessen Einfluss auf die österreichische Geschichte bis heute spürbar ist. Sein Wirken als Markgraf, Klostergründer und Landespatron bleibt ein bedeutender Teil des kulturellen Gedächtnisses Österreichs.