In der dynamischen Welt der Künstlichen Intelligenz (KI) ist es für Unternehmen unerlässlich geworden, sich rechtzeitig auf die neuen gesetzlichen Vorgaben der Europäischen Union (EU) einzustellen. Insbesondere der EU AI Act, der als erstes umfassendes Gesetz zur Regulierung von KI gilt, stellt hohe Anforderungen an die Unternehmen. Viele österreichische Betriebe sehen sich hiermit konfrontiert, denn sie müssen ihre KI-Systeme bis 2026 anpassen, um rechtlich auf der sicheren Seite zu sein. Das BFI Wien hat darauf reagiert und sein Ausbildungsprogramm für Führungskräfte und Compliance-Verantwortliche ausgeweitet, um die notwendigen Kompetenzen zu vermitteln.
Die regulatorische Landschaft entwickelt sich rasant weiter, was die Notwendigkeit für Unternehmen erhöht, sich mit den rechtlichen Rahmenbedingungen vertraut zu machen. Viele Firmen verfügen jedoch nicht über das erforderliche strategische und regulatorische Know-how, um den Anforderungen gerecht zu werden. Um hier Abhilfe zu schaffen, startet am 6. März 2026 der neue „Zertifizierte Diplomlehrgang Strategische/r KI-Manager:in“, dessen Curriculum wichtige Themen wie KI-Strategie, rechtliche Rahmenbedingungen und Ethik umfasst. Absolventen sollen als Bindeglied zwischen IT, Rechtsabteilung und Geschäftsführung fungieren.
Wichtige Weiterbildungstermine 2026
Die Weiterbildung zum Thema KI-Compliance wird auch durch spezifische Schulungen ergänzt. So beginnt am 24. Februar 2026 das „KI-Kompetenztraining nach Art. 4 AI Act“, das sich auf die Schulungspflichten für Mitarbeiter, die KI-Systeme bedienen, konzentriert. Ein Seminar mit dem Titel „AI Act – Compliance und berufliche Anwendungen“ wird branchenspezifische Informationen für Compliance-Beauftragte bieten. Angesichts der drohenden Bußgelder von bis zu 35 Millionen Euro oder 7 % des weltweiten Jahresumsatzes bei Verstößen gegen das KI-Gesetz, ist die Nachfrage nach „KI-Compliance-Officern“ bereits jetzt ungebrochen und wird 2026 das Angebot übersteigen.
Das BFI Wien veranstaltet zudem einen Weiterbildungstag am 19. Februar 2026, um Informationen zu Kursen und den rechtlichen Anforderungen des KI-Gesetzes bereitzustellen. Die genannten Termine sind entscheidend für Unternehmen, die sich auf die neuen Regelungen vorbereiten möchten.
Regulatorische Herausforderungen und Strategien
Das rechtliche Umfeld für KI ist vielschichtig. Laut Haufe Akademie werden KI-Systeme in vier Risikokategorien eingeteilt, die jeweils unterschiedliche Compliance-Pflichten nach sich ziehen. Diese reichen von grundlegenden Anforderungen an die Mitarbeiterschulung bis hin zu umfassenden Compliance-Pflichten in kritischen Bereichen wie Personalwesen und Bildung. Besonders relevant ist, dass auch die Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO) spezifische Anforderungen an KI-Systeme stellt, die personenbezogene Daten verarbeiten. Hierzu zählen nachvollziehbare KI-Algorithmen und das Recht auf Information für betroffene Personen.
Die Implementierung von KI-Compliance erfordert klare Governance-Strukturen sowie interdisziplinäre Teams, die aus Compliance, Datenschutz, IT, Recht und HR bestehen. Ein erfolgreiches KI-Compliance-Management basiert auf den Prinzipien Transparenz, Fairness, Datensicherheit und kontinuierlichem Monitoring.
Die Notwendigkeit kontinuierlicher Weiterbildung
Wie die Fraunhofer-Gesellschaft betont, sind Unternehmen rechtlich verpflichtet, KI-Kompetenzen intern aufzubauen. Diese Pflicht betrifft nicht nur KI-Spezialisten, sondern alle Mitarbeitenden, die mit KI in Berührung kommen. Daher ist ein umfassendes Weiterbildungsprogramm, das auf die Anforderungen der EU-KI-Verordnung abgestimmt ist, von höchster Wichtigkeit. Die Schulungen sollten darauf abzielen, Kompetenzlücken zu identifizieren und gezielt zu schließen.
Insgesamt zeigt sich, dass die rechtlichen Anforderungen an KI nicht nur Herausforderungen, sondern auch Chancen für Unternehmen darstellen. Durch gezielte Weiterbildung und den Aufbau von KI-Kompetenzen können Firmen nicht nur Compliance sicherstellen, sondern auch ihre Wettbewerbsfähigkeit in einem zunehmend digitalen Markt stärken.