Am 13. Februar 2026 feierte die Inszenierung von Nick Hornbys Stück „State of the Union“ am Volkstheater Wien Premiere. Unter der Regie von Jan Philipp Gloger wird das Publikum in die komplexe Beziehung zwischen dem Ehepaar Louise und Tom eingeführt, dessen langjährige Partnerschaft in einer tiefen Krise steckt. In einem humorvollen, aber auch ernsthaften Dialog wird thematisiert, wie Missverständnisse und unausgesprochene Probleme eine Ehe belasten können.

Die Handlung des Stücks entfaltet sich über zehn Episoden, die jeweils eine Therapiesitzung darstellen. Vor jeder Sitzung treffen sich Louise, gespielt von Johanna Wokalek, und Tom, verkörpert von Tjark Bernau, in einem Pub. Hier diskutieren sie unterdrückte Themen, die ihre Beziehung belasten, während sie sich auf die bevorstehenden Gespräche im Rahmen der Eheberatung vorbereiten. Tom, ein arbeitsloser Musikjournalist, beschuldigt Louise des Betrugs, während diese argumentiert, dass seine mangelnde Intimität der wahre Grund für ihre Affäre war.

Ein Blick auf die Vorlage

Hornbys Stück basiert auf seinem Buch „Keiner hat gesagt, dass du ausziehen sollst. Eine Ehe in zehn Sitzungen„, das 2020 erschienen ist. In diesem Werk beschreibt Hornby auf humorvolle Weise die Herausforderungen einer Ehe und die damit verbundenen Probleme, die in einer Paartherapie thematisiert werden. Die Dialoge sind spritzig und sarkastisch, was dem Leser, wie auch den Zuschauern der Inszenierung, eine unterhaltsame, aber auch nachdenkliche Auseinandersetzung mit den Themen Beziehung und Ehe bietet.

Das Buch wurde von Ingo Hertzke ins Deutsche übersetzt und umfasst 160 Seiten. Der gebundene Preis liegt bei 18,00 EUR. Die Rezensionen, etwa von der Frankfurter Allgemeinen Zeitung, loben die Kunst der Dialoge und die versöhnliche Betrachtung der Charaktere, während der Deutschlandfunk vor großen Erkenntnissen warnt, aber die witzigen Aspekte der Dialoge hervorhebt.

Eine Inszenierung voller Facetten

Das Bühnenbild, entworfen von Franziska Bornkamm, nutzt Möbel aus dem Foyer des Volkstheaters, was eine besondere Verbindung zum Ort der Aufführung schafft. Die Inszenierung verbindet gekonnt humorvolle Elemente mit den ernsten Herausforderungen, die Paare in Krisensituationen erleben. Die Mischung aus Komödie und tiefgründigem Drama spiegelt die Vielschichtigkeit von Beziehungen wider und lädt das Publikum dazu ein, über eigene Erfahrungen nachzudenken.

Die Musik, komponiert von Kostia Rapoport, untermalt die Szenen und verstärkt die emotionale Wirkung der Gespräche zwischen Louise und Tom. Die gesamte Aufführung dauert 1 Stunde und 45 Minuten ohne Pause und bietet somit ein kompaktes, aber intensives Theatererlebnis.

Ein Werk mit zeitgenössischem Bezug

Nick Hornby, bekannt für seine Werke wie „About a Boy“ und „Fever Pitch„, thematisiert in „Keiner hat gesagt, dass du ausziehen sollst“ die Herausforderungen, die in modernen Beziehungen auftreten können. Sein Stil ist geprägt von britischem Humor und ironischen Elementen, was die Thematik für verschiedene Zielgruppen zugänglich macht. Die Inszenierung am Volkstheater Wien bringt diese Thematik auf die Bühne und bietet dem Publikum eine unterhaltsame Möglichkeit, sich mit den Schwierigkeiten und Kompromissen in einer Beziehung auseinanderzusetzen.

Insgesamt zeigt die Inszenierung von „State of the Union„, dass trotz aller Herausforderungen die Bereitschaft, an einer Beziehung zu arbeiten, eine essentielle Grundlage für das Zusammenleben darstellt.