Wien, die charmante Hauptstadt Österreichs, hat in der Vergangenheit zweimal den Versuch unternommen, die Olympischen Sommerspiele auszutragen. Die erste Bewerbung datiert zurück ins Jahr 1964. Damals plante die Stadt, verschiedene Sportstätten zu nutzen: Rudern sollte auf der Alten Donau stattfinden, während die Schießstände im 11. Bezirk und ein Olympisches Dorf im Böhmischen Prater vorgesehen waren. Für Hallensportarten wie Geräteturnen, Boxen, Basketball und Volleyball war die neu errichtete Stadthalle eingeplant. Der Prater sollte als Zentrum für Reitwettbewerbe dienen, und das Stadionbad war für Schwimmsportarten vorgesehen. Das modernisierte Praterstadion, das heute als Ernst-Happel-Stadion bekannt ist, sollte die Heimstätte für Leichtathletik sein. Diese Bewerbung, die 200.000 Schilling kostete, wurde von Bürgermeister Franz Jonas (SPÖ) im Jahr 1958 eingereicht, wobei die geschätzten Kosten für die Durchführung der Spiele bei rund 330 Millionen Schilling lagen. Letztendlich erhielt Tokio den Zuschlag für die Sommerspiele 1964, da die Rotation zwischen Kontinenten Priorität hatte (MeinBezirk).

Die zweite Bewerbung für die Olympischen Sommerspiele fand im Jahr 2013 statt, und dabei wurde eine Volksbefragung vom 7. bis 9. März durchgeführt. Ziel dieser Befragung war die Mitbestimmung der Wiener Bevölkerung zur Zukunft der Stadt. Die Bürger konnten zu vier Fragen abstimmen, darunter die Frage, ob sich die Stadt um die Austragung der Olympischen Sommerspiele 2028 bemühen sollte. Von den 1.142.742 Stimmberechtigten nahmen 443.781 an der Abstimmung teil, was einer Beteiligung von 38,8 Prozent entsprach. 72 Prozent stimmten gegen die Bewerbung, mit 97 Prozent der Stimmen, die per Post abgegeben wurden. In fast allen Bezirken gab es über 70 Prozent „Nein“-Stimmen. Das Ergebnis war zwar nicht rechtlich bindend, wurde jedoch von der Stadt als klares Nein gewertet. Bürgermeister Michael Häupl (SPÖ) erklärte daraufhin, dass die Bewerbung aufgrund des Ergebnisses nicht weiterverfolgt werde und kündigte an, dass die Sport-Infrastruktur in Wien, insbesondere ein Schwimm- und ein Leichtathletik-Zentrum, ausgebaut werden solle (Wien.gv.at).

Die Details der Volksbefragung

Die Volksbefragung umfasste insgesamt vier Fragen, von denen die zweite die Bemühungen um die Olympischen Sommerspiele 2028 betraf. Die anderen Fragen drehten sich um die Verbesserung der Parkplatzsituation, den Schutz kommunaler Betriebe vor Privatisierung und die Entwicklung erneuerbarer Energieprojekte mit finanzieller Beteiligung der Bürger. Die Ergebnisse zeigten, dass eine klare Mehrheit gegen die Olympiabewerbung war, während die anderen Fragen überwiegend positiv beantwortet wurden. Insbesondere die Frage zur Verbesserung der Parkplatzsituation erhielt 86,11 Prozent Zustimmung, was auf ein starkes Interesse an der Lebensqualität in Wien hinweist (Wien.gv.at).

Aktuell – am 7. Februar 2026 – stehen in Deutschland andere Städte im Fokus, die ebenfalls eine Bewerbung um die Olympischen Spiele anstreben. Hamburg hat bereits ein Beteiligungsprogramm gestartet, um die Bürger aktiv in den Prozess einzubeziehen. Workshops, Mitmach-Aktionen und Informationsstationen sollen den Bürgern die Möglichkeit geben, ihre Ideen und Anregungen einzubringen. Sportsenator Andy Grote betont die Wichtigkeit einer gemeinsamen Gestaltung der Spiele und der Schaffung eines Mehrwerts für die Bevölkerung. Hamburg verfolgt damit den transparentesten Olympia-Weg Deutschlands und plant, die Bürger in die Entscheidungsprozesse einzubeziehen, um ein Konzept zu entwickeln, das den Bedürfnissen der Stadt entspricht (Hamburg.de).