Heute ist der 12.02.2026 und in Simmering stehen wichtige Entscheidungen für die Zukunft der Energieversorgung an. Deutschland verfolgt mit Nachdruck den Plan, Kohlekraftwerke durch Gaskraftwerke zu ersetzen. Dies geschieht vor dem Hintergrund steigender Herausforderungen in der Stromversorgung, insbesondere während sogenannter „Dunkelflauten“, wenn Wind- und Solarenergie nur unzureichend zur Verfügung stehen. In Österreich hingegen zeigt sich der Strommix in den letzten Wochen als weniger ökologisch als im Jahresdurchschnitt. Hier stammte ein Drittel des Stroms aus heimischen Gaskraftwerken und ein weiteres Drittel aus dem Ausland, hauptsächlich aus deutschen Kohlekraftwerken sowie aus französischen und tschechischen Atomkraftwerken. So musste Österreich im Januar 2023 im Durchschnitt 30% seines Stroms importieren, an manchen Tagen sogar bis zu 50%.

Die verbliebenen Gaskraftwerke in Österreich liefen bis zur maximalen Kapazität, was die Dringlichkeit einer neuen Kraftwerksstrategie verdeutlicht. Der Vorstandssprecher des Hochspannungsnetzbetreibers APG, Gerhard Christiner, hebt die Notwendigkeit dieser Gaskraftwerke hervor. Österreich ist nicht in der Lage, sich selbst zu versorgen, und ist stark auf Stromimporte angewiesen. Aktuell sind fünf große Gaskraftwerksstandorte in Betrieb, die eine installierte thermische Leistung von 3500 Megawatt (MW) bieten. Viele dieser Gaskraftwerke nähern sich jedoch in den nächsten zehn Jahren dem Ende ihrer Lebensdauer.

Strategien zur Versorgungssicherheit

Um die Versorgungssicherheit zu gewährleisten, hat die österreichische Regierung eine neue Industriestrategie vorgestellt, die den Ausbau flexibler Erzeugungskapazitäten betont. Derzeit analysiert die Regulierungsbehörde E-Control den Kraftwerksbedarf in Österreich nach 2030, mit Ergebnissen, die im Sommer vorliegen sollen. Erste Analysen zeigen, dass der Bedarf bis 2030 gedeckt ist, jedoch zögern Stromversorger mit Investitionen in neue Gaskraftwerke aufgrund unregelmäßiger Betriebszeiten. Wien Energie plant, in den Umbau des Energiesystems zu investieren und setzt auf erneuerbare Energien sowie flexible Kraftwerke. Die Verbund AG hingegen investiert nicht mehr in CO2-emittierende Technologien, sondern konzentriert sich ausschließlich auf erneuerbare Energien.

In Deutschland wird ebenfalls intensiv über die Zukunft der Gaskraftwerke diskutiert. Die Bundesregierung plant den Bau von 10 bis 15 neuen Gaskraftwerken mit einer Gesamtleistung von 10 Gigawatt, unterstützt durch staatliche Förderungen. Diese neuen Kraftwerke sollen perspektivisch mit Wasserstoff betrieben werden, was jedoch umfangreiche Umrüstungen erfordert. Betreiber haben bis 2045 Zeit, auf Wasserstoff umzustellen, wobei die EU-Kommission dem zustimmen muss. Zudem wird ein Kapazitätsmechanismus in Entwicklung sein, der auch Speichertechnologien und Lastverschiebung berücksichtigt.

Herausforderungen und Perspektiven

Die Herausforderungen der Energieversorgung sind nicht zu unterschätzen. In Deutschland beispielsweise kam es am zweiten Novemberwochenende zu windstillen und trüben Bedingungen, was die Stromerzeugung durch Wind- und Solarenergie stark beeinträchtigte. In solchen Situationen wurden Kohle- und Gaskraftwerke verstärkt genutzt, um die Stromversorgung zu sichern. Laut einer Studie von Amprion kommt es etwa sechsmal im Jahr vor, dass Wind- und Solarenergie über 24 Stunden kaum Strom liefern. Mit dem Ausstieg aus der Kohleverstromung stehen weniger Kraftwerke zur Verfügung, die Wind- und Solaranlagen unterstützen können.

Der Bruttostromverbrauch in Deutschland betrug 2024 rund 516 Terawattstunden (TWh), und dieser wird mit der Transformation des Energiesystems weiter steigen. Die Bundesregierung plant, neue steuerbare Kapazitäten wie Kraftwerke auszuschreiben. Aktuell sind rund 252 Gigawatt (GW) an Erzeugungs- und Speicherkapazitäten in Deutschland vorhanden, wobei Reserven in Höhe von rund 11 GW vorgehalten werden.

Die Energiezukunft Österreichs und Deutschlands ist eng miteinander verwoben. Beide Länder stehen vor ähnlichen Herausforderungen und müssen innovative Lösungen finden, um die Versorgungssicherheit zu gewährleisten und gleichzeitig den Übergang zu einer nachhaltigeren Energiezukunft zu gestalten. Die laufenden Entwicklungen und geplanten Strategien werden entscheidend sein, um den Anforderungen der kommenden Jahre gerecht zu werden.

Für weiterführende Informationen zu den Entwicklungen in der Energieversorgung besuchen Sie bitte die Quelle hier, sowie die Informationen des Süddeutschen und des Bundeswirtschaftsministeriums.