Am vergangenen Samstagnachmittag kam es in Wien-Simmering zu einem brutalen Vorfall, bei dem ein 27-jähriger Mann von seinem Mitbewohner attackiert wurde. Laut Berichten wurde der junge Syrer während eines Streits mit Schlägen, Tritten und einer Messerverletzung am linken Unterarm konfrontiert. Der verletzte Mann konnte sich in einem kritischen Zustand ins Freie retten und suchte Schutz unter einem Balkon eines Wohnhauses. Passanten, darunter zwei junge Männer, beobachteten die Situation und alarmierten sofort die Polizei. Währenddessen leisteten sie Erste Hilfe, da der 27-Jährige stark blutete und eine klaffende Schnittwunde aufwies. Der Verletzte gab an, dass sein Mitbewohner ihn angegriffen habe (Puls24).

Die Polizei war schnell zur Stelle und setzte die Sonderheit WEGA ein, um die Wohnung des Tatverdächtigen zu stürmen. Dort wurde ein Küchenmesser, das als mutmaßliche Tatwaffe gilt, sowie eine größere Menge Suchtmittel sichergestellt. Der 25-jährige Mitbewohner wurde festgenommen und wird nun wegen absichtlich schwerer Körperverletzung und Verstößen gegen das Suchtmittelgesetz ermittelt. Der 27-Jährige wurde mit starken Prellungen am Kopf und Oberkörper in ein Krankenhaus gebracht, während der Tatverdächtige auf Anordnung der Staatsanwaltschaft Wien in eine Justizanstalt überstellt wurde (Krone).

Häusliche Gewalt im Fokus

Dieser Vorfall steht im Kontext einer besorgniserregenden Entwicklung in Österreich, wo häusliche Gewalt leider ein häufiges Problem darstellt. Laut dem Bundeslagebild „Häusliche Gewalt“ waren im Jahr 2024 insgesamt 171.069 Personen Opfer von Partnerschaftsgewalt, was 64,3% aller gemeldeten Fälle ausmacht. Der Anstieg der Opfer von Partnerschaftsgewalt um 1,9% im Vergleich zum Vorjahr zeigt, dass die Problematik nach wie vor akut ist. Rund 80% der Opfer sind Frauen, während 77,7% der Tatverdächtigen Männer sind. Körperverletzung bleibt das häufigste Delikt in diesen Fällen, wobei in der Vergangenheit auch bereits tödliche Ausgänge dokumentiert wurden (BKA).

Die meisten der gemeldeten Taten fanden in Wohnungen oder Häusern statt, was die oft intime und versteckte Natur häuslicher Gewalt verdeutlicht. Ein weiterer besorgniserregender Trend ist der Anstieg digitaler Gewalt, der in den letzten Jahren signifikant zugenommen hat. Die Dunkelfeldstudie zeigt zudem, dass die Anzeigequote bei Partnerschaftsgewalt unter 5% liegt, was darauf hinweist, dass viele Fälle unentdeckt bleiben.

Für Betroffene gibt es verschiedene Hilfsangebote, darunter das Hilfetelefon „Gewalt gegen Frauen“ (116 016) und verschiedene Anlaufstellen, die Unterstützung bieten. Die Schaffung von Bewusstsein für diese Themen und die Bereitstellung von Hilfe sind entscheidend, um die Gesellschaft gegen solche Übergriffe zu sensibilisieren und zukünftige Vorfälle zu verhindern.