In einem jüngst veröffentlichten Bericht des Wiener Stadtrechnungshofs wurden schwerwiegende Mängel in der Feuerhalle Simmering aufgedeckt. Schon bei der sicherheitstechnischen Prüfung kamen diverse Schwächen ans Licht, die das Brandschutzkonzept in einem kritischen Licht erscheinen lassen. Laut dem Bericht, der insgesamt 73 Seiten umfasst, gibt es zahlreiche Defizite, die insbesondere die Notbeleuchtung, Blitzschutzanlagen und die Abläufe im Brandschutz betreffen. Auch die allgemeine Brandschutzplanung und die Kontrolle der Sicherheitsvorkehrungen erfordern dringend Aufmerksamkeit, wie meinbezirk.at berichtet.

Die Feuerhalle, die vor über 100 Jahren erbaut und zuletzt 2022 im hinteren Teil ausgebaut wurde, steht vor umfassenden Sanierungsmaßnahmen. Bis zum Jahr 2024 ist sogar der Abriss des vorletzten elektrisch betriebenen Kremationsofens geplant. Doch damit nicht genug: Der Bericht weist auf konkrete Mängel hin, wie das Fehlen einer Stellvertretung für den Brandschutzbeauftragten, zu allgemeine Brandschutzpläne sowie lückenhafte Kontrollen der bestehenden Systeme. Eine sofortige Aufarbeitung dieser Mängel erscheint unabdingbar, um die Sicherheit in der Anlage zu gewährleisten.

Brandschutz als zentrale Herausforderung

Der Brandschutz in der Feuerhalle wird von den Grünen in Wien als unzureichend eingestuft. Der Kontrollsprecher David Ellensohn bezeichnete die berichteten Mängel sogar als „brandgefährlich“. Besonders besorgniserregend ist der Zustand der Sargaufbewahrung- und Verabschiedungsräume, wo es nicht nur an unbrennbaren Böden fehlt, sondern auch die Dokumentation von Eigenkontrollen und Überprüfungsintervallen weit hinter den gesetzlichen Vorgaben zurückbleibt. Die Katastrophenschutzsprecherin Theresa Schneckenreither betont, dass gerade eine Feuerhalle in puncto Brandschutz bestens ausgestattet sein sollte, was derzeit nicht gegeben ist, wie auch ots.at analysiert.

Die brandschutztechnischen Vorschriften in Österreich sind klar geregelt. Sie umfassen gesetzliche Vorgaben, technische Normen und Richtlinien, die für Bauherren, Betreiber öffentlicher Einrichtungen und Unternehmen von Bedeutung sind. Diese Vorschriften regeln Aspekte wie Feuerwiderstandsklassen, Fluchtwege und die Löschwasserversorgung. Laut fachlichen Standards muss die Überprüfung sicherheitsrelevanter Einrichtungen, einschließlich Brandschutzmaßnahmen, alle fünf Jahre durch qualifizierte Fachpersonen stattfinden. Missachtungen können ernsthafte Konsequenzen nach sich ziehen, nicht nur für die Betreiber, sondern vor allem für die Sicherheit der Menschen, die diese Einrichtungen nutzen.

Sanierungsmaßnahmen in der Pipeline

Die notwendigen Sanierungen, insbesondere im Bereich der Rauchfänge, stehen bereits auf der Agenda. Die Friedhöfe Wien haben angekündigt, den Empfehlungen des Stadtrechnungshofs nachzukommen. Das Thema Brandschutz bleibt jedoch ein Dauerbrenner, nicht nur in der Feuerhalle Simmering, sondern in den gesamten sozialen und kommunalen Einrichtungen. Die vollständige und nachhaltige Umsetzung der Brandschutzvorschriften ist oberste Priorität, um zukünftige Gefahren zu vermeiden und ein sicheres Umfeld für alle Nutzer zu schaffen.

Die Anliegen des Rechnungsprüfers werden ernst genommen, und die ersten Schritte – wie die bereits abgeschlossene Sanierung und korrekte Abdeckung der Rauchfänge im September – zeigen, dass in Simmering tatsächlich etwas in Bewegung geraten ist. Doch bis alle Mängel behoben sind, bleibt es eine Herausforderung, die alle Beteiligten vor große Aufgaben stellt. Zusammen mit den aktuellen Entwicklungen in der Brandschutzgesetzgebung, die von brandschutz.at klar umrissen sind, ist zu hoffen, dass künftige Prüfungen besser ausfallen werden.