In der Bruno-Kreisky-Mittelschule in Wien-Simmering sorgte ein besorgniserregender Vorfall für Aufregung und Unruhe. Am Mittwoch kündigte ein zwölfjähriger Schüler an, mit einer Waffe in die Schule zu kommen, was zu einem Ausnahmezustand führte. Viele Eltern entschieden sich daraufhin, ihre Kinder am Donnerstag zu Hause zu lassen, da die Angst vor einer möglichen Gefährdung zu groß war. Die Drohung wurde über Chatnachrichten bekannt, die unter den Kindern in der Nachbarschaft verbreitet wurden, was die Situation zusätzlich anheizte. Laut der Wiener Polizei waren schlechte Noten der Grund für die Drohung des Schülers, der auch in einem aufgebrachten Gemütszustand war. Die Polizei wurde sofort eingeschaltet, und eine Anzeige wegen gefährlicher Drohung wurde erstattet.
Die Schule informierte am Mittwochabend per Rundschreiben die Eltern über den Vorfall und bezeichnete die Drohung als „Spaß“. Doch die elterliche Besorgnis war groß; eine Mutter äußerte, dass sie ihre Kinder für den Rest der Woche zu Hause lassen werde. Bei den Gesprächen zwischen dem Schüler, der Polizei und der Schulleitung zeigte der Junge Reue, und es wurde ein klärendes Gespräch geführt. Die Polizei erklärte, dass es sich um eine unangebrachte Äußerung handele, jedoch keine akute Gefahrenlage vorliege. Der Schulbetrieb konnte schließlich regulär fortgesetzt werden, obwohl viele Eltern weiterhin besorgt waren und ihre Kinder nicht zur Schule schickten.
Eltern reagieren besorgt
Die Besorgnis der Eltern war nicht unbegründet. Viele reagierten auf die Drohung, indem sie sich an die Polizei wandten, nachdem sie von den Chats, die unter den Kindern kursierten, erfahren hatten. Ein Vater berichtete, dass er die Polizei aufsuchte, nachdem er von der Drohung gehört hatte. Bei der Polizei waren bereits mehrere Eltern, die die Chatnachrichten gesehen hatten. Die Schule erklärte, dass die Polizei die Angelegenheit kläre und für die Sicherheit der Kinder sorge. Trotz der Maßnahmen blieb die Angst unter den Eltern bestehen, was zu einem leeren Schulgebäude am Donnerstag führte.
Prävention von Kinder- und Jugendkriminalität
In Anbetracht solcher Vorfälle ist es wichtig, die Hintergründe und die Präventionsarbeit zu betrachten. Das Bundesjugendministerium arbeitet aktiv an Handlungsstrategien zur Bekämpfung von Kinder- und Jugendkriminalität. Es regt Fachdiskussionen an und setzt thematische Schwerpunkte, um Lösungen zu finden. Die Mehrheit der tatverdächtigen Kinder und Jugendlichen tritt nur einmal polizeilich oder strafrechtlich in Erscheinung, während etwa 5-10% wiederholt straffällig werden. Oft sind diese „Intensivtäter“ von komplexen Problemlagen betroffen, wie soziale Benachteiligung, Gewalterfahrungen und Schulproblemen.
Die Kriminalitäts- und Gewaltprävention hat sich in den letzten 20 Jahren qualitativ und quantitativ weiterentwickelt. Vielfältige Konzepte zur Vermeidung von Kinder- und Jugendkriminalität wurden etabliert, wobei die Zusammenarbeit zwischen Kinder- und Jugendhilfe, Schule, Polizei und Justiz gestärkt wurde. Die Umsetzung präventiver Maßnahmen liegt dabei in der Verantwortung der Länder und Kommunen. Das Bundesjugendministerium hat die Kompetenz, auf ungelöste Probleme aufmerksam zu machen und die Bundesregierung mit Zahlen und Fakten zu unterstützen. Weitere Informationen dazu finden sich auf der Website der Arbeitsstelle für Kinder- und Jugendkriminalprävention.
Insgesamt zeigt dieser Vorfall, wie wichtig es ist, präventiv zu handeln und den Dialog zwischen Eltern, Schulen und Behörden zu fördern, um gefährliche Entwicklungen frühzeitig zu erkennen und zu verhindern.