In Wien-Simmering steht ein spannendes Projekt ins Haus, das die Lebensqualität und das Mikroklima in der Umgebung der U3-Endstation Simmering nachhaltig verbessern soll. Im Rahmen des Wiener Klimateams wird ab März 2026 ein umfassendes Konzept zur Begrünung und Aufwertung des Grätzls umgesetzt. Ziel dieser Initiative ist es, den öffentlichen Raum einzuladen, zurückzuerobern und ihn lebendiger zu gestalten. Unter dem Motto „Raus aus Asphalt“ wird nicht nur die Umgebung um die U-Bahn-Station neugestaltet, sondern auch ein ganz neues Bewusstsein für urbanes Grüne geschaffen.
Der Vorplatz der U3-Endstation wird durch vergrößerte bepflanzte Baumscheiben, moderne Sitzmöglichkeiten und die Schaffung von Grünbeeten mit einer Fläche von über 450 Quadratmetern aufgewertet. Hierzu werden zusätzlich drei neue Bäume und fünf Hochstammsträucher zu den bestehenden 19 Bäumen gepflanzt. Auch der Platz rund um den Froschkönig-Brunnen wird begrünt, um das Stadtbild zu beleben und die Biodiversität zu fördern. Diese Maßnahmen sind Teil einer größeren Begrünungsoffensive in Wien, die bereits 344 Projekte und mehr als 3.300 gepflanzte Bäume umfasst.
Entsiegelung als Schlüssel zur Verbesserung des Mikroklimas
Ein zentraler Aspekt des Projekts ist die Entsiegelung des versiegelten Bereichs. Diese Maßnahmen sind nicht nur für die Verbesserung des Stadtklimas von Bedeutung, sondern auch für die Regenwasserversickerung. Stark versiegelte Flächen, wie sie in vielen Städten vorkommen, verhindern die natürliche Versickerung von Regenwasser und tragen zur Aufheizung der Umgebung bei. Die rechtlichen Rahmenbedingungen zur Entsiegelung sind jedoch oft unklar und werden nur selten genutzt, obwohl sie in den §§ 179 BauGB und 5 BBodSchG festgeschrieben sind. Der hohe Kostenaufwand und die unzureichende Umsetzung von rechtlichen Vorgaben sind häufige Gründe dafür.
Um diese Herausforderungen zu bewältigen, sind klare Abgrenzungen und Zuständigkeitsverteilungen sowie vereinfachte Anwendungsvoraussetzungen notwendig. Die Bauleitplanung sollte zudem potenzielle Entsiegelungsmaßnahmen im Siedlungsbereich vorbereiten, um den städtischen Raum nicht nur baulich, sondern auch ökologisch weiterzuentwickeln. Es ist wichtig, dass innerstädtische Brachflächen für die Schaffung von Freiräumen und die Entsiegelung vorgesehen werden.
Ein ganzheitlicher Ansatz für städtische Räume
Die Entsiegelung und Begrünung von Flächen sind nicht nur technische Maßnahmen, sondern auch Teil einer umfassenden Strategie zur kommunalen Klimaanpassung. Hierbei sollen stark versiegelte Orte in multifunktionale Grün- und Aufenthaltsbereiche umgewandelt werden. Diese Maßnahmen bieten nicht nur Umweltvorteile, sondern verbessern auch die Aufenthaltsqualität für die Anwohner. In vielen deutschen Kommunen sind solche Projekte bereits weit fortgeschritten, wobei unter anderem die Umwandlung von Schulhöfen und Parkplätzen in Pocketparks eine gängige Praxis ist.
Durch die Identifikation und Aufwertung dieser Flächen wird nicht nur die ökologischen Situation verbessert, sondern auch der soziale Zusammenhalt gefördert. Bürger*innen können aktiv in die Planung und Umsetzung einbezogen werden, was das Gemeinschaftsgefühl stärkt. Die Finanzierung solcher Projekte erfolgt über verschiedene Instrumente, darunter kommunale Haushaltsmittel und Förderprogramme.
Mit der Neugestaltung des Grätzls rund um die U3-Endstation Simmering wird ein weiterer Schritt in Richtung einer klimaresilienten Stadt gemacht. Die Kombination von Entsiegelung, Begrünung und der Schaffung attraktiver Aufenthaltsorte könnte als Vorbild für ähnliche Projekte in anderen Städten dienen. In einer Zeit, in der extreme Wetterereignisse wie Starkregen und Hitze immer häufiger auftreten, sind solche Initiativen wichtiger denn je.
Für weitere Informationen zu diesem Projekt und anderen Initiativen zur Entsiegelung und Begrünung kommunaler Flächen besuchen Sie bitte die Quelle sowie die Zusatzinformationen und die weiterführenden Maßnahmen.