Die Feuerhalle Simmering, ein traditionsreicher Teil des Wiener Zentralfriedhofs, sieht sich ernsthaften Herausforderungen im Bereich Brandschutz gegenüber. Laut dem aktuellen Bericht des Stadtrechnungshofs Wien (StRH) wurden zahlreiche Mängel festgestellt, die in der jüngsten Überprüfung aufgedeckt wurden. Die Feuerhalle, die seit über 100 Jahren besteht, wird in ihrer Brandschutztechnik als unzureichend eingestuft, was angesichts der Bedeutung eines soliden Brandschutzes alarmierend ist.

Besonders auffällig sind die fehlenden feuerfesten Böden in der Sargaufbewahrung sowie im Verabschiedungsraum. Diese grundlegende Anforderung stellt sicher, dass im Brandfall die Ausbreitung von Feuer und Rauch verlangsamt wird. Der Bericht hebt zudem hervor, dass die vorhandenen Brandschutzpläne nicht korrekt sind, was die Sicherheit weiter gefährdet. Überdies wurden Mängel bei der Elektro-, Not- und Sicherheitsbeleuchtung festgestellt. Auch bei der Blitzschutzanlage gibt es Defizite, die dringend behoben werden müssen.

Kritik und Empfehlungen

Die Grünen, vertreten durch die Politiker Ellensohn und Schneckenreither, üben scharfe Kritik an den festgestellten Mängeln. „Der Brandschutz ist alarmierend im Vergleich zu anderen öffentlichen Einrichtungen“, so Ellensohn, während Schneckenreither auf die Notwendigkeit hinweist, Überprüfungsintervalle besser einzuhalten und die Dokumentation von Eigenkontrollen zu verbessern. Eine Sanierung der festgestellten Mängel wird dringend empfohlen.

Unter den weiteren Kritikpunkten sind eine unzureichende Wartung der Gaswarnanlage ohne entsprechendes Protokoll sowie Defizite bei den mobilen CO-Warngeräten. Die beiden Politiker betonen, dass ohne eine Instandhaltungssoftware die Gefahren nicht adäquat gemanagt werden können. Ein weiterer Punkt sind die Mängel bei den Rauchfängen und Aufzügen, die ebenfalls auf die To-Do-Liste der Verantwortlichen gehören.

Notwendigkeit eines umfassenden Brandschutzkonzepts

Brandschutz ist nicht nur eine gesetzliche Verpflichtung, sondern essenzieller Bestandteil eines jeden öffentlichen Gebäudes. Der Brandschutzleitfaden des Bundesministeriums für Inneres betont die Bedeutung eines individuellen Brandschutzkonzepts, das Maßnahmen zur Risikoprävention und Brandmeldeanlagen einschließt. Durch einen ganzheitlichen Ansatz können die Sicherheitsstandards in öffentlichen Gebäuden wie der Feuerhalle Simmering erheblich verbessert werden.

Die Politiker von den Grünen fordern daher nicht nur eine temporäre Lösung der bestehenden Probleme, sondern ein langfristiges Engagement für eine umfassende Sanierung, die den neuesten Standards im Brandschutz gerecht wird. „Hier geht es um Sicherheit für alle, die diese Zeugen von letzten Abschieden machen möchten,“ schließen sie ihre Argumentation.

Die Feuerhalle Simmering hat sich im Laufe der Jahre als ein zentrales Ort der Trauer etabliert, doch die aktuelle Situation bereitet den Verantwortlichen und den Hinterbliebenen große Sorgen. Ein schnelles Handeln ist gefragt, um die Sicherheit in dieser bedeutenden Einrichtung zu gewährleisten. Die Stadt Wien steht nun in der Pflicht, die festgestellten Mängel zeitnah zu beheben, um ein sicheres Umfeld zu schaffen.

Während die Diskussionen über die Brandschutzmaßnahmen fortlaufen, bleibt zu hoffen, dass die notwendige Aufmerksamkeit und die passenden Ressourcen bereitgestellt werden. Die Feuerhalle ist nicht nur ein Ort des Loslassens, sie sollte auch ein sicherer Raum für die, die zurückbleiben, sein.

In diesem Sinne ist es an der Zeit, dass die Stadt Wien zeigt, dass ihr die Sicherheit der Bürger:innen und die Qualität ihrer Einrichtungen am Herzen liegt. Der Weg ist klar, es sind zunächst die Mängel zu beseitigen und eine zukunftsorientierte Lösung zu finden.

Für weitere Informationen zu den Mängeln der Feuerhalle Simmering und den Empfehlungen des Stadtrechnungshofs lesen Sie den Bericht auf heute.at oder die Stellungnahme der Grünen auf ots.at.