Am Freitag, dem 30. Mai, wird im Musikverein in Wien Robert Schumanns Oratorium „Das Paradies und die Peri“ aufgeführt, geleitet von der renommierten Dirigentin Laurence Equilbey. Der Chor Accentus und das Insula Orchestra werden an diesem Abend die musikalische Leitung übernehmen. Kurier berichtet, dass die Aufführung in halbszenischer Fassung gestaltet wird, da Equilbey der Meinung ist, dass konzertante Aufführungen der besonderen Dramatik des Werkes nicht gerecht werden.
Die Aufführung verspricht, ein eindrucksvolles Erlebnis zu werden, nicht zuletzt durch eine Reihe exzellenter Solisten, darunter Sebastian Kohlhepp und Mandy Friedrich. Laurence Equilbey beschreibt das Werk als eine Art Musiktheater, das dramatische Elemente wie Morde und Schlachten enthält. Die Protagonistin, die Peri, wird als ein Wesen zwischen Himmel und Erde dargestellt, das auf der Suche nach Transzendenz ist.
Die künstlerische Vision von Laurence Equilbey
Laurence Equilbeys Verbindung zur historischen Aufführungspraxis ist tief verwurzelt. Ihr Mentor, Nikolaus Harnoncourt, prägte ihren Zugang zur Musik. Sie hat in Wien studiert und sang im Arnold Schoenberg Chor, bevor sie über 25 Jahre hinweg den französischen Kammerchor Accentus gründete. Wikipedia beschreibt diese Formation als einen wichtigen Akteur in der zeitgenössischen Musikszene, der seinen Sitz seit 1998 an der Opéra de Rouen hat.
Der Chor, der aus 32 professionellen Sängern besteht, ist bekannt für seine Aufführungen zeitgenössischer Kompositionen sowie für die Zusammenarbeit mit namhaften Dirigenten wie Pierre Boulez und Christoph Eschenbach. Accentus tourt auch international und hat mit bedeutenden Orchestern gearbeitet.
Tradition und Innovation
Ein zentrales Anliegen von Equilbey ist es, die Wirksamkeit historischer Instrumente für die Aufführung von Partituren zu betonen. Sie beobachtet einen Trend, dass Barockmusik und zunehmend auch Werke der Klassik nicht mehr auf modernen Instrumenten gespielt werden. Im Rahmen der bevorstehenden Aufführung wird sie das Oratorium mit zwei A-cappella Chor-Stücken von Schumann umrahmen: „Die Kapelle“ und „John Anderson“. Diese Auswahl zeigt ihre Absicht, eine tiefere Verbindung zwischen dem Werk und seiner Musiktradition herzustellen.
Equilbey, die bereits mit verschiedenen Orchestern zusammengearbeitet hat, darunter die Akademie für Alte Musik Berlin und Concerto Köln, hat bei der Programmgestaltung für den neuen Konzertsaal in Boulogne-Billancourt ein „Originalklang-Orchester“ ausgewählt, um die Aufführung zu bereichern.
Mit der bevorstehenden Aufführung von „Das Paradies und die Peri“ bietet sich Wien einmal mehr als bedeutender Standort für musikalische Höhepunkte an und bestätigt Laurence Equilbeys Ruf als eine der einflussreichsten Dirigentinnen der Gegenwart.