In Rudolfsheim-Fünfhaus hat am 8. Oktober 2025 das neue Notquartier „Haus Espera“ seine Türen geöffnet, und damit wird ein starkes Zeichen für die Unterstützung vulnerabler Menschen gesetzt. Nach fünf Jahren Planung und umfangreicher Sanierung wurde die Einrichtung, die zuvor als „Haus Amadou“ bekannt war, nun wieder für die Öffentlichkeit zugänglich gemacht. Die Caritas hat mit dem Umbau eine wesentliche Verbesserung der Lebensqualität für obdachlose Menschen mit Flucht- oder Migrationshintergrund erreicht, die keinen Anspruch auf Sozialhilfe oder Krankenversicherung haben. Hierbei wurde nicht nur das Gebäude modernisiert, sondern auch die Angebote für die Bewohner aufgewertet.
Die Notunterkunft bietet Platz für bis zu 136 Personen, darunter alleinstehende Frauen, Männer sowie Familien mit Kindern. Besonders hervorzuheben ist, dass 49 der Plätze für Menschen mit Fluchthintergrund reserviert sind. Während der Bauzeit lebten die betroffenen Personen vorübergehend im Rupert-Mayer-Haus, wo sie bereits versorgt wurden. Caritasdirektor Klaus Schwertner betont die Wichtigkeit dieser Einrichtung als ein lebensrettendes Auffangnetz für Menschen mit Flucht- und Migrationserfahrung.
Moderne Ausstattung und Angebote
Das frisch renovierte „Haus Espera“ überzeugt durch eine barrierefreie Architektur sowie moderne technische Ausstattungen wie Fußbodenheizung und eine systematische Beheizung durch Fernwärme. Im Erdgeschoss wurde zudem eine „Klimaoase“ geschaffen, die während der heißen Monate für angenehme Temperaturen sorgt. Neben der Grundversorgung wie Lebensmittel, Hygieneartikel und Bekleidung werden den Bewohnern auch psychosoziale Betreuung und rechtliche Beratung angeboten. Diese Unterstützung ist besonders wichtig, um den Menschen zu helfen, ihre Perspektiven in Österreich zu verbessern und ein selbstständiges Leben aufzubauen.
Das Haus bietet auch längerfristige psychosoziale Betreuung von bis zu 1,5 Jahren an und ermöglicht Integrationsmaßnahmen durch Deutschkurse, Hilfe bei der Job- und Wohnungssuche sowie Unterstützung von Freiwilligen in verschiedenen Bereichen. Die Bewohner haben Zugang zu Lebensmitteln und können sogar im Rahmen der „Social Team Days“ gemeinsam mit Gruppen kochen. Dies fördert nicht nur den sozialen Zusammenhalt, sondern hilft auch, die abwechlungsreiche Küche der verschiedenen Kulturen zu feiern.
Finanzierung und Engagement
Der Umbau des Hauses wurde teilweise durch das EU-Förderprogramm „NextGenerationEU“ unterstützt, während der Großteil der Angebote durch großzügige Spenden von Privatpersonen und Organisationen ermöglicht wurde. Die Caritas lädt weiterhin alle Interessierten ein, sich zu engagieren, sei es durch Geld- oder Sachspenden oder durch die Mitarbeit an Veranstaltungen im Haus. Sachspenden können täglich zwischen 9 und 19 Uhr abgegeben werden. Das Ziel ist klar: ein sicheres und unterstützendes Umfeld für diejenigen bereitzustellen, die Hilfe am dringendsten benötigen.
Die Eröffnung des „Haus Espera“ ist nicht nur ein wichtiger Schritt für die Bewohner, sondern auch ein Zeichen der Menschlichkeit in einer Zeit, in der der Zusammenhalt in unserer Gesellschaft mehr denn je gefragt ist. Hier wird gelebt, was es heißt, in einer Gemeinschaft füreinander da zu sein.