Am 7. Februar 2026 feierte die Oper „Luisa Miller“ von Giuseppe Verdi an der Wiener Staatsoper ihre Premiere. Die Inszenierung unter der Regie und dem Bühnenbild von Philipp Grigorian hat bereits im Vorfeld für Aufsehen gesorgt. Die Aufführung wird von Michele Mariotti geleitet und von den Wiener Philharmonikern begleitet. Trotz der hochkarätigen Besetzung ist die Resonanz auf die Inszenierung überwiegend negativ. Kritiker beschreiben die Umsetzung als unzumutbar und schäbig, was zu ersten Buh-Rufen bereits in der Pause führte.
Das Bühnenbild, das an eine alte Straßenbahn-Haltestelle erinnert, kombiniert bizarre Elemente wie einen Fabrikshof, eine Sauna und einen rosa Zauberwald. Die Kostüme der Charaktere sind ebenso auffällig: Helden in antiken Gewändern, während die Bösewichtin in rotem Leder und der Vater in gestreifter Sträflingskleidung auftritt. Ein großer roter Teddybär sorgt beim Publikum für Gelächter, was die ernsten Themen der Oper in ein merkwürdiges Licht rückt.
Die Handlung und ihre Darsteller
Die Handlung von „Luisa Miller“ spielt in einem Tyroler Dorf und dem Schloss eines feudalherrlichen Grafen. Luisa und ihr Vater, Miller, leben in einem sogenannten „Arbeiterparadies“. Count Walter, der in mafiöse Geschäfte verwickelt ist, wird in einer luxuriösen Sauna dargestellt. Im Laufe der Geschichte versucht Walter, seinen Sohn Rodolfo, der sich als Arbeiter verkleidet, näher an Luisa heranzuführen, was die Protagonistin und ihren Vater in Gefahr bringt. Die Erzählung wird aus der Perspektive von Miller präsentiert, der die Ereignisse nach dem Tod seiner Tochter reflektiert.
Das Sängerpaar Nadine Sierra und Freddie De Tommaso wird zwar für seine Stimmkraft gelobt, jedoch wird ihre darstellerische Leistung kritisiert. George Petean als Vater Miller und Roberto Tagliavini als Graf von Walter erhalten positive Rückmeldungen für ihre Darbietungen. Daria Sushkova und Teresa Sales Rebordão, die Federica und Luisas Kollegin spielen, hingegen erwecken kaum Interesse. Die diffuse Handlung und unklaren Spielorte tragen dazu bei, dass die Inszenierung insgesamt als surrealer Albtraum wahrgenommen wird, der verschiedene Assoziationen miteinander kombiniert.
Kritik und Kontext
Die Reaktionen auf diese Inszenierung sind nicht die ersten ihrer Art an der Wiener Staatsoper. Bereits die Aufführung von Verdis „Don Carlo“ unter der Regie von Kirill Serebrennikow im Herbst 2024 wurde als misslungen beschrieben. Diese Inszenierung, die in einem modernen Museum spielt, wurde aufgrund ihrer verwirrenden und abstrusen Elemente kritisch beäugt. Charaktere wie König Philipp II. und Eboli erhielten gemischte Bewertungen, wobei einige Darsteller, wie Étienne Dupuis und Joshua Guerrero, für ihre Leistungen gelobt wurden.
Insgesamt zeigt die Premiere von „Luisa Miller“ die Herausforderungen auf, mit denen Regisseure und ihre Ensembles an einem traditionsreichen Ort wie der Wiener Staatsoper konfrontiert sind. Die Verbindung von Musik, Theater und zeitgenössischen Interpretationen erweist sich als schmaler Grat, auf dem künstlerische Freiheit und Publikumsakzeptanz oft in Konflikt geraten. Die Diskussion um die Inszenierung wird mit Sicherheit weitergehen, während die Wiener Staatsoper sich auf zukünftige Aufführungen vorbereitet.
Für weitere Informationen zur Aufführung von „Luisa Miller“ besuchen Sie bitte die Webseite der Oper oder die offizielle Seite der Wiener Staatsoper.