Das Otto-Wagner-Areal in Penzing, bekannt für seine historische Bedeutung und als beliebtes Naherholungsgebiet, steht derzeit im Mittelpunkt eines hitzigen Streits: Das strikte Hundeverbot wird zunehmend ignoriert. Die Initiative „Steinhof erhalten“ verlangt konsequente Kontrollen, um die Regeln auf diesem sensiblen Gelände durchzusetzen. Immer mehr Hundehalter nutzen das Areal, obwohl klare Hinweise am Eingang auf das Verbot verweisen, wie meinbezirk.at berichtet.

Besonders auffällig war das Verhalten der Besucher während der Vintage-Tage im September, wo viele Hundehalter die Verbotsschilder ignoriert haben. Beschwerden über Verstöße gegen das Hundeverbot häufen sich, unter anderem auch auf sozialen Medien. An und für sich keine Seltenheit, denn seit Jahren gibt es immer wieder Klagen über diese Missachtung. Nicole St., eine Anwohnerin, schildert, dass sie im Laufe der Jahre nie eine Kontrolle gesehen hat und beobachtet hat, wie ein Hund ein Reh gejagt hat. Die sensible Tierwelt vor Ort, wozu auch Rehe und Kitze gehören, leidet darunter. Zudem beklagt sie aggressive Hundehalter, die glauben, ihre Hunde dürften sich überall bewegen.Wiener Bezirksblatt hebt hervor, wie wichtig das Verbot nicht nur für die Tiere, sondern auch für die Sicherheit von spielenden Kindern und älteren Menschen ist.

Kontrollen und Regelungen

Ebenfalls kritisch ist die Tatsache, dass die Portierloge beim Haupteingang unbesetzt blieb und somit keine Kontrollen stattfanden. Die Gesiba, die die Verwaltung des Areals innehat, betont, dass die lückenlosen Kontrollen aufgrund der offenen Struktur des Geländes schwierig sei. Dabei gibt es strenge Regelungen, wonach Hunde an der Leine geführt und Maulkorb tragen müssen, um der Gefährdung von Wildtieren und anderen Besuchern entgegenzuwirken.

Die Gesiba hat bereits Mietern eine Ausnahmeregelung erteilt, die es ihnen ermöglicht, direkt zu ihren Wohnungen zu gelangen. Jedoch verfolgen auch die WSE, die für die Entwicklung des Areals zuständig ist, Maßnahmen, um das Problem zu adressieren. Zusätzliche Hinweisschilder wurden angebracht, und das Sicherheits- sowie Portierpersonal wurden geschult, um die Besucher über das Hundeverbot zu informieren. Dennoch bleibt der Wunsch nach intensiveren Kontrollen bestehen.

Öffentliche Aufmerksamkeit gefordert

Die Initiative „Steinhof erhalten“ und Anwohner wie Nicole St. fordern mehr öffentliche Aufmerksamkeit und konsequentere Kontrollen im Bereich des Hundeverbots. Viele rufen nach einer klaren Kommunikation via Hundeverbotstafeln und schriftliche Informationen für die Mieter. Es besteht der allgemeine Konsens, dass hier Handlungsbedarf besteht, um sowohl die Tiere als auch die Sicherheit der Menschen auf dem historischen Gelände zu gewährleisten.

Die aktuelle Diskussion um den Umgang mit Haustieren spiegelt sich nicht nur lokal wieder, sondern auch auf EU-Ebene, wo es Bestrebungen gibt, den Heimtierhandel zu regulieren und das Wohl der Tiere zu schützen. Beispielsweise forderte das Europäische Parlament Maßnahmen gegen illegalen Heimtierhandel, der nicht nur die Tiere selbst, sondern auch die öffentliche Gesundheit gefährden kann, wie europa.eu feststellt.