In Penzing, einem Stadtteil von Wien, sorgt die Haltungsbedingungen japanischer Legewachteln in einem kleinen Stall für empörte Reaktionen in sozialen Medien. Die Wachteln leben auf engem Raum und die öffentlich zugänglichen Informationen haben eine Debatte über mögliche Verstöße gegen gesetzliche Mindestanforderungen der Tierhaltung ausgelöst. Ein Foto aus dem Hinterhof in der Breitenseerstraße hat die Aufmerksamkeit von Organisationen wie Hunde-Such-Hilfe Austria und Tierschutz Austria auf sich gezogen. Diese haben nicht nur schnell reagiert, sondern auch Unterstützung angeboten, um die Wachteln zu übernehmen.
Das zuständige Veterinäramt MA 60 hat den Fall ebenfalls zur Kenntnis genommen und kündigte an, innerhalb von zehn Tagen einen Lokalaugenschein durchzuführen. Die Verzögerung bei der Kontrolle wird dabei mit internen Abläufen und der Priorisierung anderer Fälle begründet. Dennoch wird betont, dass Hinweise aus der Bevölkerung ernst genommen werden und in die behördlichen Abläufe einfließen. Bürger, die Tierleid beobachten, können dies unter der Telefonnummer 01/699 24 50 melden, während die Hunde-Such-Hilfe Austria rund um die Uhr unter 0664/9113540 erreichbar ist.
Behördliche Maßnahmen und Tierschutz
Die Wachtelhaltung steht nun unter behördlicher und öffentlicher Beobachtung. Tierschutz Austria hat bereits geäußert, dass die Haltung der Wachteln nicht den gesetzlichen Vorgaben entspricht, da die vorgeschriebene Mindeststallhöhe von 40 cm offenbar unterschritten wird. Der zuständige Amtstierarzt wird die rechtliche Bewertung vornehmen, und mögliche Maßnahmen könnten einen Verbesserungsauftrag oder die Abgabe der Tiere umfassen. Die Situation ist ein laufendes Prüfverfahren ohne amtliche Entscheidung, und die weitere Bewertung erfolgt nach der Kontrolle.
Die Diskussion um die Wachtelhaltung in Penzing verdeutlicht die Sensibilität des städtischen Tierschutzes und die Rolle von sozialen Medien bei der Wahrnehmung von Tierhaltungen. Es ist wichtig, zwischen öffentlichem Druck und belegbaren Verstößen zu unterscheiden. Der Fall wurde durch eine Verdachtsmeldung zur Tierhaltung, die von der Hunde-Such-Hilfe Austria verbreitet wurde, ausgelöst und hat mehrere Stellen, darunter Polizei und Veterinäramt, in Alarmbereitschaft versetzt.
Relevante Tierschutzgesetze in Deutschland
Tierschutz ist im Grundgesetz als Staatsziel verankert und im Tierschutzgesetz geregelt. In Deutschland liegen die Zuständigkeiten für den Tierschutz sowohl beim Bund als auch bei den Bundesländern, wobei die Veterinärverwaltung für die Zusammenarbeit zwischen diesen Ebenen sorgt. Ein Gesetz zur Tierhaltungskennzeichnung trat im August 2023 in Kraft und betrifft zunächst frisches, in Deutschland produziertes Schweinefleisch. Zudem wurde das Kükentöten seit dem 1. Januar 2022 verboten, und Regelungen zur Geschlechtsbestimmung im Brut-Ei wurden 2023 angepasst.
Im Jahr 2020 gab es in Deutschland rund 32.000 Schweinehaltungsbetriebe, davon etwa 6.800 mit Zuchtsauenhaltung. Ein weiteres wichtiges Thema ist die chirurgische Kastration männlicher Ferkel, die gängig ist, um unangenehmen Geruch des Fleisches zu vermeiden. Aktuelle Forschung wie das Projekt „SocialLab“ untersucht die Diskrepanz zwischen gesellschaftlichen Vorstellungen und landwirtschaftlicher Praxis in der Nutztierhaltung.
Der Tierschutzbericht 2023 wurde am 13. Dezember 2023 von der Bundesregierung beschlossen und die Tierschutzforschung wird weiterhin unterstützt, um die Bedingungen für Tiere in der Landwirtschaft zu verbessern. Die Entwicklungen in Penzing sind ein weiteres Beispiel für die laufenden Herausforderungen im Tierschutz und die Notwendigkeit einer aktiven und sensiblen Öffentlichkeit.