Heute ist der 13.03.2026, und die Vorbereitungen für die strafrechtliche Aufarbeitung der gewalttätigen Ausschreitungen beim 343. Wiener Derby zwischen Rapid und Austria laufen auf Hochtouren. Ab dem 16. März 2026 beginnt am Landesgericht die Verhandlung, die sich über insgesamt elf Termine bis zum 21. April erstrecken wird. Diese Vorfälle ereigneten sich am 22. September 2024 im Allianz Stadion und haben nicht nur die Fußballgemeinschaft, sondern auch die Gesellschaft als Ganzes erschüttert.

Nach dem Spiel stürmten gewaltbereite Zuschauer den Platz und zündeten pyrotechnische Gegenstände. Die Ausschreitungen führten zu mehreren Schwerverletzten, darunter auch Polizisten, die mit bengalischen Feuern, Krachern und anderen Gegenständen beworfen wurden. Eine Polizistin erlitt Verbrennungen, während ein Polizist vorübergehenden Hörverlust und Tinnitus erlitten hat. Ein weiterer Mann wurde mit schweren Gesichtsfrakturen ins Krankenhaus eingeliefert. In diesem Zusammenhang hat die Staatsanwaltschaft Wien 22 Männer im Alter von 19 bis 62 Jahren wegen schwerer gemeinschaftlicher Gewalt (§ 274 StGB) angeklagt. Die Mehrheit der Angeklagten sind aggressive Anhänger der Austria, während nur drei Personen keiner der beiden Vereine eindeutig zugeordnet werden konnten. Die Verhandlung wird geschlossen gegen alle 22 Angeklagten geführt, und ein erhöhtes Polizeiaufgebot sowie zusätzliche Sicherheitsmaßnahmen sind zu erwarten.

Die Ereignisse im Detail

Die Staatsanwaltschaft wirft den Beschuldigten vor, sich bewusst in einer Männergruppe versammelt zu haben, um Gewalttaten zu begehen. Während der zweiten Halbzeit wurden bengalische Feuer und Leuchtraketen in Richtung einer Polizeisperrkette geworfen. Vermummte Austria-Fans stürmten den Platz, was zu Handgreiflichkeiten mit Rapid-Anhängern führte. Berichten zufolge war die Gewalt von erheblicher Brutalität geprägt; mehrere Rapid-Fans sollen einen am Boden liegenden Austria-Anhänger angegriffen haben. Um die Lage zu stabilisieren, musste die Polizei eingreifen, einschließlich der WEGA-Beamten, die für solche Einsätze ausgebildet sind.

Die Bundesliga hat als Konsequenz auf diese Gewalttaten Geldstrafen von je 150.000 Euro gegen beide Vereine verhängt. Zudem einigten sich die Vereine darauf, die nächsten vier Derbys ohne Auswärtsfans auszutragen. Ein weiteres Derby am 15. Februar 2026 musste aufgrund von Böllerwürfen unterbrochen werden, was zu weiteren Geldstrafen für Rapid (100.000 Euro) und Austria (48.400 Euro) führte.

Gewaltprävention im Fußball

Die Geschehnisse beim Wiener Derby werfen ein Schlaglicht auf die anhaltende Problematik der Gewalt im Fußball, die nicht nur in Österreich, sondern auch in Deutschland und weltweit ein Thema ist. Der Deutsche Fußball-Bund (DFB) und seine 21 Landesverbände haben bereits Maßnahmen zur Bekämpfung von Gewalt im Amateurfußball verstärkt. Ab der Saison 2024/2025 werden bundesweit einheitliche „Beruhigungspausen“ im Amateurbereich eingeführt, um die Gemüter auf dem Platz zu beruhigen. Das DFB-STOPP-Konzept ist der zentrale Bestandteil eines Pakets zur Gewaltprävention und soll Schiedsrichtern ermöglichen, bei erhitzten Gemütern das Spiel zu unterbrechen.

Ronny Zimmermann, der 1. DFB-Vizepräsident Amateure, betont die Notwendigkeit weiterer Maßnahmen gegen Gewalt, insbesondere gegenüber Schiedsrichtern. Das Maßnahmenpaket umfasst Schulungen für Vereine und die klare Ansage, dass Gewaltvorfälle nicht toleriert werden. Diese Entwicklungen sind essenziell, um die Sicherheit im Fußball zu verbessern und sicherzustellen, dass die Spiele wieder in einem respektvollen und fairen Rahmen stattfinden können.

Die bevorstehenden Verhandlungen in Wien sind ein weiterer Schritt in der Aufarbeitung der Vorfälle und der hoffentlich langfristigen Bekämpfung von Gewalt im Sport. Der Sport sollte ein Ort der Freude und des Fair Play sein, und es liegt in der Verantwortung aller Beteiligten, dieses Ziel zu erreichen.

Für weitere Informationen zu den Ausschreitungen beim 343. Wiener Derby und den rechtlichen Konsequenzen, lesen Sie den Artikel auf Kurier oder auf Ligaportal.