Die Verkehrssituation an der Bim-Haltestelle Gusenleithnergasse in Wien sorgt schon seit Jahren für mächtig Gesprächsstoff. Fußgänger, die an dieser stark frequentierten Stelle die Straße überqueren möchten, stehen vor einem Problem: Der Zebrastreifen hört abrupt auf der Fahrbahn auf. Dies führt zu gefährlichen Situationen für alle, die hier tagtäglich pendeln oder schlichtweg ihre Einkäufe erledigen möchten. Es gibt nur einen unvollständigen Schutzweg, während die benachbarte Station Lützowgasse eine durchgehende und sichere Überquerung bietet.
Bezirksrat Bernhard Patzer (FPÖ) macht deutlich, dass an dieser Stelle viele Menschen arbeiten oder ihre Besorgungen machen. Es sei ein täglicher Kampf für Fußgänger, sicher die Straße zu überqueren. Oft müssen die Autofahrer abrupt abbremsen, um mögliche Zusammenstöße zu vermeiden. „Die Stelle war anscheinend ursprünglich für eine vollständige Querung ausgelegt“, bringt die FPÖ-Bezirksrätin Andrea Dunker das Dilemma auf den Punkt.
Politische Forderungen und Ablehnung
Im Juni 2020 stellte die FPÖ einen Antrag zur Verbesserung der unzureichenden Verkehrssituation. Doch dieser wurde von den Wiener Linien abgelehnt. Die Begründung: Die Vorrangregelung der Straßenbahn sei nicht ausreichend für die Errichtung eines ordentlichen Schutzweges. Die FPÖ fordert nun eine erneute Prüfung des Antrags, da die Sicherheit der Fußgänger an diesem kritischen Punkt nicht länger ignoriert werden könne.
Die MA 46, die für Verkehrsorganisation und technische Verkehrsangelegenheiten zuständig ist, sieht keinen Handlungsbedarf. Nach ihren Überprüfungen wurde die Frequenz an Fußgängern und Autos als nicht ausreichend erachtet, um eine Maßnahme einzuleiten. Aufgrund beengter Platzverhältnisse könne man zudem keine Verkehrsinseln errichten, was das Problem zusätzlich verschärft. Aktuell sieht die Stadt keinen Bedarf für einen Schutzweg an der Haltestelle Gusenleithnergasse.
Der Zebrastreifen im Fokus
Zebrastreifen sind nicht nur ein wichtiges Element der Verkehrssicherheit, sondern auch durch spezifische Regelungen geschützt. Laut ADAC haben Fußgänger, Rollstuhlfahrer und Nutzer von Krankenfahrstühlen an einem Zebrastreifen absoluten Vorrang. Autos müssen den Überweg mit geringer Geschwindigkeit ansteuern und anhalten, sobald ein Fußgänger diesen betreten möchte. Dies gilt auch für Radfahrende, die ihr Fahrrad schieben. Verstoßen Autofahrer gegen diese Regelungen, müssen sie mit einem Bußgeld von 80 Euro und einem Punkt in Flensburg rechnen.
Doch was passiert, wenn es an einem Überweg an einer stark frequentierten Haltestelle einfach keinen ausreichenden Platz und keine klare Markierung gibt? Solche Missstände können nicht nur zu Missverständnissen zwischen Verkehrsteilnehmern führen, sondern auch ernsthafte Gefahren heraufbeschwören.
Die Situation an der Gusenleithnergasse bleibt also angespannt, denn es ist offensichtlich: Hier muss dringend eine Lösung gefunden werden, um die Sicherheit der Fußgänger zu gewährleisten. Es ist an der Zeit, das Anliegen ernsthafter zu betrachten und gegebenenfalls Maßnahmen zu ergreifen, die für alle Verkehrsteilnehmer ein sicheres Miteinander ermöglichen.