In der österreichischen Hauptstadt Wien ist die Vorfreude auf das 347. Wiener Derby zwischen Rapid Wien und der Wiener Austria spürbar. Am Sonntag, dem 29. September 2025, wird das Allianz Stadion bis auf den letzten Platz mit 26.000 Zuschauern gefüllt sein. Doch die Vorfreude wird von einem mulmigen Gefühl begleitet, denn die Polizei ist aufgrund der Ereignisse des letzten Derbys in Alarmbereitschaft. Es kommt zu einem massiven Sicherheitsaufgebot, das bereits am Nachmittag verstärkt wurde. Das Heutige berichtet von einer erhöhten Präsenz von Polizisten rund um das Stadion und entlang der Fan-Routen, um mögliche Ausschreitungen im Keim zu ersticken.
Die Stimmung in Hütteldorf ist erhitzt, da sich die Fans bereits frühzeitig versammeln. Im Vorjahr wurde das Derby von schweren Ausschreitungen überschattet. Angesichts solcher Vorfälle ist es nicht verwunderlich, dass die Polizei die Sicherheitsvorkehrungen strafft und klare Maßnahmen ergreift.
Sicherheitsvorkehrungen und Vorfälle im Fokus
Das Derby hat im Vorfeld derart hohe Wellen geschlagen, dass die Vereine Rapid und Austria entschieden haben, bei den nächsten vier Stadtderbys auf Gästekontingente zu verzichten. Diese Entscheidung zeigt, wie ernst die Lage vor und nach den Spielen genommen wird, insbesondere nach den Krawallen, bei denen 17 Personen, darunter zehn Polizisten, verletzt wurden. Zusätzlich zeigt sich die Polizei unbeeindruckt von der Kritik, dass sie angeblich zu lange tatenlos zuschaute. 577 Anzeigen wegen verletzter Gesetze, darunter das Zünden von Böllern und schwere Körperverletzung, geben den Einsatzkräften Recht und unterstreichen ihre schnelle Reaktion im Krisenfall, wie BR ausführlich darstellt.
Das Einbringen von Feuerwerkskörpern ins Stadion, insbesondere durch Hooligans, machte die Szene zum Nervenkitzel, der besonders die jüngeren Fans anzieht. Hier zeigt sich einmal mehr die Entgrenzung von Zuschauergewalt – ein Phänomen, das nicht nur im Fußball, sondern auch in der Gesellschaft insgesamt zu beobachten ist. Laut Polizei Beratung nimmt die Schwere der Gewalttaten unter den Ultra-Gruppierungen stetig zu, und die Herausforderung für die Sicherheitskräfte bleibt enorm.
Die Rolle der Ultras im Fußball
Ultras haben sich in den letzten Jahrzehnten zu einer prägenden Kraft im Fußball entwickelt. Sie bringen nicht nur Leidenschaft, sondern auch ein gewisses Maß an „Arbeit“ in den Sport – ihre Fangruppierungen sind zu einem Ort der Identität für viele Jugendliche geworden. Diese Gruppen sind nicht nur dafür bekannt, die Spiele lautstark zu unterstützen, sondern auch für ritualisierte Gewaltausübung, die für viele eine Art von sozialer Anerkennung darstellt. Trotz der Häufung aggressiver Vorfälle bleibt das Stadion für viele der wichtigste Rückzugsort in einer immer schnelllebigeren, konsumorientierten Gesellschaft. Doch das bringt unter Umständen auch Gefahren mit sich.
Mit ihrem Einfluss schaffen Ultras parallel zu den offiziellen Fußballstrukturen eigene Normen. Diese Parallelwelt führt oft zu Spannungen, nicht nur unter rivalisierenden Lager, sondern auch mit den Vereinen selbst, die zunehmend mit der Frage umgehen müssen, wie sie ihrer Verantwortung gegenüber Sicherheit und Einsatzkraft in den Stadien gerecht werden.
Die weitere Entwicklung der Kurvenfans und ihre Dynamiken sind entscheidend für die Zukunft des Fußballs in Wien und darüber hinaus. Daher wird das gesunde Verhältnis zwischen sportlicher Rivalität und sicherem Fanverhalten in Zukunft noch mehr im Fokus der Diskussion stehen müssen.