Die Radetzky-Kaserne in der Panikengasse, Wien, wurde 1896 fertiggestellt und zählt zu den historischen Bauwerken der Stadt. Ursprünglich war sie mit modernen Annehmlichkeiten ausgestattet, darunter Niederdruckdampfkessel, Gasbeleuchtung und Wasserspülung. Doch der Zahn der Zeit hat an der Kaserne genagt, und der aktuelle Zustand ist alles andere als erfreulich. Instandhaltungsarbeiten sind dringend notwendig, weshalb ein neues Baugerüst an der Rückseite der Kaserne aufgestellt wurde. Dies geschah, nachdem bereits im Jahr 2022 Renovierungsarbeiten durchgeführt wurden, und ein weiteres Gerüst wurde 2017 auf der Gehsteigseite errichtet. Die Anwohner sind jedoch nicht erfreut über das dauerhafte Baugerüst, das nun seit fast zwei Jahren besteht. Es dient dem Schutz der Passanten vor möglichen herabfallenden Fassadenteilen, was den Anwohnern jedoch wenig Trost bietet.
Die MA 37, die Baupolizei, hat zwar bestätigt, dass keine akute Gefährdung durch herabfallende Teile besteht, doch die Unsicherheit über den Zeitpunkt der Fassadensanierung bleibt bestehen. Momentan sind keine weiteren Renovierungsarbeiten geplant, allerdings soll die Stabstelle der Kaserne regelmäßige Kontrollen der Fassade durchführen. Diese Situation wirft Fragen zur Zukunft des Gebäudes auf und sorgt für Unruhe in der Nachbarschaft. Mehr dazu hier.
Geschichte der Radetzky-Kaserne
Die Graf-Radetzky-Kaserne befindet sich im 16. Wiener Gemeindebezirk und ist nicht nur ein gewöhnliches Bauwerk, sondern auch ein Teil der Militärgeschichte Österreichs. Sie wurde zwischen 1894 und 1896 errichtet und ersetzte mehrere andere Kasernen wie die Franz-Joseph-Kaserne. Während des Ersten Weltkriegs fungierte die Kaserne als „Vereins-Reservespital Nr. 1 des Patriotischen Hilfsvereines vom Roten Kreuz für Niederösterreich“, unter dem Kommando von Dr. Alois Cernowitzky. In dieser Zeit wurden hier auch verwundete Soldaten der kaiserlich russischen Armee behandelt.
Nach dem Krieg bot die Kaserne obdachlosen Familien Unterkunft, bis sie 1930 vom Bundesheer in Betrieb genommen wurde. 1938 übernahm die deutsche Wehrmacht die Kaserne, und nach dem Zweiten Weltkrieg wurde sie zunächst von der Roten Armee und ab September 1945 von der französischen Armee genutzt. 1980 wurde das Militärkommando Wien in die Radetzky-Kaserne verlegt. Ein Denkmal für Josef Wenzel Graf Radetzky von Radetz (1766–1858) befindet sich ebenfalls in der Kaserne. Interessanterweise wurde 2005 die Schließung des Kommandogebäudes beschlossen, jedoch nicht durchgeführt, und eine Schließung ist derzeit nicht mehr geplant. Hier erfahren Sie mehr über die Geschichte der Kaserne.
Einblicke in die Kaserne und ihre Bedeutung
Die Begriffsdefinition „Kaserne“ bezeichnet im Allgemeinen Gebäude zur dauerhaften Unterbringung von Soldaten oder Polizisten. In Wien gibt es eine lange Geschichte des Kasernenbaus, die bis ins 18. Jahrhundert zurückreicht. Zu den ersten Kasernen zählen die Leopoldstädter Kaserne von 1723 und die Salzgrieskaserne von 1748. Mit der Errichtung weiterer Kasernen unter Kaiser Joseph II. wurde der Kasernenbau in Wien forciert.
Nach dem Ersten Weltkrieg wurden viele Kasernen vom Österreichischen Bundesheer belegt, und in der NS-Zeit entstanden neue Kasernen. Die Radetzky-Kaserne, die auch als Kommandogebäude Feldmarschall Radetzky bezeichnet wird, ist ein wichtiger Teil dieser Geschichte. Die Entwicklung und Nutzung von Kasernen in Wien sind eng mit der militärischen Geschichte des Landes verknüpft. Weitere Details zur Geschichte der Kasernen in Wien finden Sie hier.