In der wienerischen Kabarettszene tut sich aktuell einiges, und einer der spannendsten Protagonisten ist Ulrich Michael Heissig. Der Regisseur, Autor und Chanson-Kabarettist hat mit seinem Programm „Leider Piefke“ für frischen Wind gesorgt. Heissig, der enge Verbindungen zu Wien hat, ist bekannt für seinen scharfen Humor und seine Fähigkeit, kulturelle Vorurteile humorvoll zu beleuchten. Der in Böhmen geborene Künstler lebt seit einigen Jahren in Wien, zusätzlich zu seinem Wohnsitz in Berlin. Dort verknüpft er seine Erfahrungen als Deutscher in der Metropole zu einem tiefgründigen, jedoch unterhaltsamen Gesamtwerk. Wie oe1.orf.at berichtet, thematisiert er in „Leider Piefke“ eine Vielzahl von Missverständnissen und Sprachverwirrungen.
Heissigs Herangehensweise ist nicht nur lustig, sondern auch ein Plädoyer für Offenheit und eine differenzierte Gesprächskultur. In seinem Programm singt er Wienerlieder und bringt den Zuschauern die Kultur dieser Stadt näher. Anknüpfend an die lange Tradition des Wiener Kabaretts, wo bereits im späten 19. Jahrhundert mit dem Chanson experimentiert wurde, zeigt Heissig, wie lebendig und wichtig diese Kunstform nach wie vor ist. Historisch gesehen hat sich das Kabarett vor allem in der Leopoldstadt entwickelt, wo lokale „Brettl“-Gründungen zeitkritischen Chansons eine Bühne boten, wie geschichtewiki.wien.gv.at beschreibt.
Der Mann hinter Irmgard Knef
Heissig ist vor allem durch die Kunstfigur Irmgard Knef bekannt geworden, die er seit 1999 in deutschsprachigen Ländern auf die Bühnen bringt. Als Zwillingsschwester der berühmten Hildegard Knef gibt Irmgard der Bühne eine besondere Note und begeistert das Publikum mit Einblicken in eine fiktive Welt voller Witz und Charme. Heissig selbst hat zahlreiche Alben veröffentlicht, darunter „IRMGARD KNEF: MEIN WIEN – ULRICH MICHAEL HEISSIG LIVE IN CONCERT“, das seine musikalische Vielseitigkeit unterstreicht.
Mit einem vollen Terminkalender hat Heissig auch in den kommenden Monaten einiges vor. Am 3. und 4. Oktober 2025 tritt er mit „Leider Piefke. Ein Deutscher sucht Anschluss“ im Kabarett Niedermair auf. Am 19. Dezember 2025 feiert er seine Jubiläums-Show „Immer noch da – 100 Jahr blondes Haar“ im Stadtsaal Wien. Damit bleibt Heissig nicht nur im Rhythmus des Kabarett-Booms, der bis heute anhält, sondern nutzt auch die Plattform, um neue Perspektiven und Interpretationen zu bieten, die weit über das übliche Nummernkabarett hinausgehen, wie irmgardknef.de weiterführt.
Das Wiener Kabarett hat eine reiche Geschichte, geprägt von sozialer Kritik und der Fähigkeit, den Zeitgeist zu spiegeln. Die Anfänge dieser Kunstform in der Stadt sind bis ins Jahr 1900 zurückverfolgen, als sie sich angesichts eines neu entstandenen Unterhaltungsbedürfnisses blühend entwickelte. Mit einigem Geschick nutzt Heissig dieses Erbe und bringt es in die gegenwärtige Zeit, wo kulturelle Identität und Akzeptanz immer noch zentrale Themen sind. Laut geschichtewiki.wien.gv.at befindet sich das Kabarett auch im digitalen Zeitalter in einem dynamischen Wandel, und Heissig ist da ganz vorne mit dabei.