Ein besorgniserregender Vorfall hat sich am Sonntagabend in einem Dönerlokal in Wien-Ottakring ereignet. Der 18-jährige Marcos besuchte zusammen mit seinen Eltern das Lokal und bestellte ein Dürüm-Menü, während seine Mutter sich für Schnitzel mit Pommes entschied. Schon beim Betreten des Lokals fiel der Familie ein intensiver, unangenehmer Geruch auf, der an Essig oder verdorbene Lebensmittel erinnerte. Während des Essens stellte Marcos fest, dass das Fleisch in seinem Dürüm verdorben schmeckte, und auch seine Eltern bestätigten den starken Geruch. Nach etwa 20 Minuten wurde Marcos übel, und er vermutete, dass das verdorbene Fleisch die Ursache für sein Unwohlsein war. Daraufhin verständigte die Familie die Polizei und den Rettungsdienst.
In der Zwischenzeit verließ der einzige Mitarbeiter des Lokals plötzlich das Geschäft, während zwei Männer aus einer benachbarten Filiale Marcos Geld anboten, damit er die Polizei nicht informierte. Dies lehnte er jedoch ab. Die Polizei nahm den Vorfall auf, und Marcos wurde vom Rettungsdienst in die Klinik Ottakring gebracht, wo eine Lebensmittelvergiftung diagnostiziert wurde. Als er gegen 1.30 Uhr nachts ins Krankenhaus zurückkehrte, bemerkte er, dass das Dönerlokal weiterhin geöffnet war und Reinigungsarbeiten durchgeführt wurden. Am nächsten Tag war das Geschäft normal geöffnet. Marcos meldete den Vorfall erneut bei der Polizei und dem Marktamt und forderte eine gründliche Überprüfung des Lokals, um sicherzustellen, dass keine anderen Gäste ebenfalls gefährdet waren.
Ähnliche Vorfälle in Deutschland
Ein weiterer besorgniserregender Vorfall ereignete sich in einem Fast-Food-Lokal in Düsseldorf, wo zahlreiche Personen nach dem Besuch des „Haus des Shawarmas“ eine Lebensmittelvergiftung erlitten. Dort wurden 37 bestätigte Fälle von Salmonellen festgestellt. Der Inhaber, Basel Madarati, entschuldigte sich bei den Betroffenen und vermutete, dass ein bestimmter Abend für die Erkrankungen verantwortlich sein könnte. Er plant, mögliche Sabotage durch Mitarbeiter zu prüfen und hat sein Lokal gründlich reinigen lassen. Dennoch hat er angekündigt, das Lokal nicht wieder zu eröffnen, da die Situation seine Psyche belastet und seine Existenz bedroht. Das Amt für Umwelt- und Verbraucherschutz hat das Lokal geschlossen. Auf Social Media berichten viele Kunden von ähnlichen Erfahrungen und Erkrankungen nach dem Essen in diesem Lokal.
Die Website Lebensmitteltransparenz.nrw zeigt zudem, dass bereits zuvor Mängel im „Haus des Shawarmas“ festgestellt wurden, darunter Befall mit Fluginsekten und verschimmelte Lebensmittel. Eine Wiedereröffnung ist nur möglich, wenn alle festgestellten Mängel behoben und die Ursachen für die Erkrankungsfälle geklärt sind. Solche Vorfälle werfen ein Schlaglicht auf die Notwendigkeit von strengen Hygienevorschriften in der Gastronomie.
Lebensmittelhygiene und Sicherheit
Das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) weist darauf hin, dass lebensmittelbedingte Infektionen und Intoxikationen insbesondere Kleinkinder, Schwangere, alte und kranke Menschen gefährden. Im Rahmen seiner Verantwortung hat das BfR ein Merkblatt zur sicheren Verpflegung dieser Gruppen in Gemeinschaftseinrichtungen veröffentlicht. Empfehlungen im Merkblatt betreffen die Warenbeschaffung, Lagerung, das Garen und die Ausgabe von Lebensmitteln. Dr. Heidi Wichmann-Schauer betont die Gefahren von Fehlern im Umgang mit Lebensmitteln, besonders für empfindliche Personen.
Ein Beispiel für die Dringlichkeit von Hygienevorschriften ist ein Listerioseausbruch in zwei deutschen Kliniken, der auf vorgeschnittene Gurkenscheiben und Gemüse aus einem bestimmten Betrieb zurückgeführt wurde. Eine schnelle Aufklärung stoppte den Ausbruch und verhinderte weitere Erkrankungen. Um die Verbreitung von Krankheitserregern wie Salmonellen und Listerien zu vermeiden, sind gute Hygiene, die richtige Zutatenwahl sowie die angemessene Lagerung und Zubereitung entscheidend. Das BfR empfiehlt, Obst und Gemüse gründlich zu waschen und zu schälen sowie rohe und verzehrfertige Lebensmittel vor der Ausgabe zu erhitzen, um das Risiko von Erkrankungen zu minimieren.
In Anbetracht der Vorfälle in Wien und Düsseldorf wird deutlich, dass sowohl Verbraucher als auch Betreiber von Gastronomiebetrieben wachsam sein müssen, um die Sicherheit von Lebensmitteln zu gewährleisten. Eine gründliche Überprüfung und Einhaltung der Hygienevorschriften ist unerlässlich, um solche bedenklichen Ereignisse in Zukunft zu verhindern.





