In Wien tut sich einiges auf dem Immobilienmarkt. Laut einem aktuellen Bericht von Börse Express erleben wir eine Trendwende mit steigender Nachfrage und moderaten Preissteigerungen. Experten zeigen sich überrascht von dem starken Anstieg der Wohnungsverkäufe im dritten Quartal 2025, der in Kombination mit dem gestiegenen Käufervertrauen und verbesserten Finanzierungsbedingungen eine Phase der Stagnation beendet hat. Sinnbildlich dafür stehen die Zinssenkungen der Europäischen Zentralbank (EZB) seit Ende 2024, die Immobilienkredite wieder erschwinglich machen.
Besonders das mittlere Preissegment profitiert von der erhöhten Nachfrage. Mit dem Auslaufen der KIM-Verordnung, die strenge Eigenkapitalvorschriften vorschrieb, können Käufer flexibler finanzieren. Die Prognosen für 2025 sind ebenfalls vielversprechend: Die Nachfrage soll um 6,0 % steigen, wobei die Preise in zentralen Lagen um bis zu 5,5 % und am Stadtrand um 2,9 % zulegen werden. Dass Wien im internationalen Vergleich immer noch als erschwinglich gilt, sind Preise zwischen 5.500 und 8.000 Euro pro Quadratmeter, zeigen die aktuellen Zahlen.
Immobilienpreise und Verkaufszahlen
Laut WKO bleibt die Nachfrage nach Immobilien in Österreich weiterhin hoch, auch wenn die Transaktionen 2024 von rund 83.000 auf 69.500 gesunken sind. Dieser Rückgang wird hauptsächlich auf die KIM-Verordnung und die damit einhergehenden erschwerten Finanzierungsbedingungen zurückgeführt. Mieten in Wien hingegen steigen im nicht preisgeregelten Segment um 3,32 %, während sich der Mietmarkt insgesamt stabil zeigt.
Marktentwicklung und Ausblick
Laut Immonews spielt der Immobilienmarkt auch weiterhin mit Inflation, Zinsentwicklung und Wohnraummangel. Der Trend zum „Wohnen im Grünen“ wird immer stärker, was junge Familien ins Umland zieht. Gleichzeitig verlangen internationale Investoren verstärkt nach Gewerbeimmobilien, während private Anleger inflationsgeschützte Sachwerte suchen. Gerade die Käufergruppen passen sich den neuen Bedingungen besser an und zeigen Interesse an flexiblen Finanzierungsmodellen.
Die Herausforderungen bleiben jedoch präsent: Die Entwicklung zeigt, dass der Markt unter einem Mangel an neuen Bauprojekten leidet, bedingt durch gestiegene Baukosten und verschobene Projekte. Es wird erwartet, dass der Höhepunkt der Wohnungsknappheit 2026 erreicht wird, was zu zweistelligen Preisanstiegen bei Neubauwohnungen führen könnte.
Langfristig gesehen ist klar: Wien benötigt mehr neuen Wohnraum, um die Preisentwicklung im Griff zu behalten. Das aktuelle Marktumfeld bietet Verkäufern ausgezeichnete Möglichkeiten, Käufer müssen sich hingegen auf einen wettbewerbsintensiven Markt einstellen. Die Zukunft des Wiener Immobilienmarktes verspricht weiterhin spannend zu werden.