In Wien entsteht ein zukunftsweisendes Wohnprojekt für die Mitarbeiter:innen der Österreichischen Bundesbahnen (ÖBB). Unter dem Titel „Neues Landgut“ werden bis 2028 insgesamt 121 moderne Wohnungen errichtet, die nicht nur familienfreundlich sind, sondern auch speziell auf die Bedürfnisse von Schichtarbeiter:innen zugeschnitten werden. Diese Initiative ist Teil des ÖBB Wohnprogramms, das darauf abzielt, leistbaren Wohnraum zu schaffen und die Lebensqualität der Mitarbeiter:innen zu fördern. Der feierliche Spatenstich fand am 2. März 2026 in Anwesenheit von Vizekanzler Andreas Babler und Mobilitätsminister Peter Hanke statt.
Das Projekt umfasst eine Grundstücksfläche von 5.200 Quadratmetern, zentral am Hauptbahnhof gelegen, und wird mit einem Bildungscampus sowie einem Park ergänzt. Ein besonderes Augenmerk gilt den Schichtarbeiter:innen: Rund 20 % der Wohnungen sind speziell für sie konzipiert. Diese bieten getrennte Schlafbereiche, erhöhten Schallschutz und optimierte Belüftung. Zudem sind 5 barrierefreie Wohnungen vorgesehen, die den unterschiedlichen Bedürfnissen der zukünftigen Bewohner:innen gerecht werden.
Umfassende Wohnlösungen für die Mitarbeiter:innen
Die Wohnungen im „Neuen Landgut“ verfügen über Größen zwischen 30 und 113 m², alle mit privater Freifläche ausgestattet. Die Mieten sind familienfreundlich und einkommensgestaffelt. Dieses Wohnprojekt ist nicht nur der erste Neubau seit fast 50 Jahren im Rahmen des ÖBB Wohnprogramms, sondern trägt auch das klimaaktiv-gold Zertifikat, welches den Fokus auf erneuerbare Energien und Biodiversität legt.
Das ÖBB Wohnprogramm sieht zudem eine umfassende Sanierung bestehender Wohnhäuser in Wien vor. In diesem Zusammenhang wurden bereits elf Projekte abgeschlossen, darunter eine Wohnhausanlage in der Gerichtsgasse, die aus dem Jahr 1911 stammt. Hier wurden 221 Wohnungen modernisiert, um den steigenden Bedarf an bezahlbarem Wohnraum, insbesondere für Pendler und Schichtarbeiter, zu decken. ÖBB investiert insgesamt 39,3 Millionen Euro in die Sanierung von Wohnraum in Wien bis Ende 2024. Jährlich werden rund 250 Wohnungen in ganz Österreich saniert.
Gesellschaftliche Verantwortung und der Fachkräftemangel
Die Herausforderung, bezahlbaren Wohnraum zu schaffen, ist nicht nur in Österreich, sondern auch in Deutschland ein drängendes Thema. Laut dem Herbstgutachten 2024 des Sachverständigenrats ist der Mangel an bezahlbarem Wohnraum eine der größten Herausforderungen für den Wirtschaftsstandort Deutschland. Unternehmen haben zunehmend Schwierigkeiten, Auszubildende und Fachkräfte zu gewinnen, da diese gezielt nach attraktiven Wohnbedingungen suchen. Die Bereitstellung von Mitarbeiterwohnungen wird als eine vielversprechende Strategie zur Bindung von Talenten angesehen.
Die Bundesregierung plant, das Segment des Wohnens für Beschäftigte und Auszubildende zu stärken. Im Jahr 2024 sollen 3,15 Milliarden Euro für sozialen Wohnungsbau bereitgestellt werden, um die Schaffung von Wohnraum zu unterstützen. Viele Unternehmen sind sich der Notwendigkeit bewusst, Wohnraum bereitzustellen, um wettbewerbsfähig zu bleiben, insbesondere in städtischen Gebieten, wo junge Fachkräfte bevorzugt werden.
Insgesamt zeigt sich, dass die ÖBB mit ihrem Wohnprogramm nicht nur eine Antwort auf den aktuellen Wohnraummangel gibt, sondern auch einen wichtigen Schritt in Richtung sozialer Verantwortung und nachhaltiger Stadtentwicklung geht. Durch innovative Wohnlösungen und eine ganzheitliche Infrastrukturplanung wird nicht nur das Lebensumfeld der Mitarbeiter:innen verbessert, sondern auch ein Beitrag zur Stärkung der urbanen Gemeinschaft geleistet. Für weitere Informationen zu diesem zukunftsweisenden Projekt können Sie die offizielle Pressemitteilung der ÖBB sowie die Berichte über die Sanierungsprojekte und die Initiativen der Bundesregierung besuchen.