In Floridsdorf tut sich einiges im Bildungsbereich: Die Bundesimmobiliengesellschaft (BIG) plant den Bau eines neuen Gymnasiums in der Winkeläckerstraße, dessen Fertigstellung für das Jahr 2029 angestrebt wird. Der Baustart ist für das Frühjahr 2028 vorgesehen, und die Vorfreude unter den Anwohnern und zukünftigen Schülern wächst bereits. Das Architekturbüro Megatabs Architekten ZT GmbH aus Salzburg hat den EU-weiten Wettbewerb für dieses Projekt gewonnen, aus insgesamt 51 eingereichten Projekten.
Die Investitionssumme für den Neubau beträgt rund 33 Millionen Euro. Der Entwurf sieht vier gleichwertige Baukörper vor, die durch Fugen voneinander getrennt sind. Besonders innovativ ist die Planung der Unterstufe, die mit 16 Klassen im Clusterprinzip organisiert wird und zudem mit offenen Lernzonen ergänzt wird. Für die Oberstufe sind fachspezifische Departements mit insgesamt 12 Klassen vorgesehen, die in speziellen Räumen, sogenannten Homebases, untergebracht werden.
Nachhaltigkeit im Fokus
Ein weiterer bemerkenswerter Aspekt des Projekts ist die Fokussierung auf Nachhaltigkeit und Kreislaufwirtschaft. Der Neubau wird als Holzskelett-Hybridbau mit hohem Vorfertigungsgrad geplant, was nicht nur ökologisch sinnvoll ist, sondern auch eine spannende architektonische Lösung darstellt. Geplante umweltfreundliche Maßnahmen umfassen unter anderem Beschattung, begrünte Dächer und Fassaden sowie Erdsonden zur Temperierung. Eine Hybrid-Nachtlüftung und eine Photovoltaikanlage runden das Konzept ab und zielen darauf ab, die Bodenversiegelung zu minimieren.
Die Anbindung des neuen Gymnasiums ist ebenfalls gut durchdacht: Die Winkeläckerstraße wird öffentlich über die S-Bahn und die Straßenbahnlinie 26 erreichbar sein. Zudem sind Abstellmöglichkeiten für rund 220 Fahrräder und etwa 100 Scooter vorgesehen, was die umweltfreundliche Anreise fördert.
Pädagogik und Architektur vereint
Diese Entwicklungen stehen im Einklang mit den aktuellen Diskussionen über die Notwendigkeit, Pädagogik und Architektur im Schulbau zusammenzudenken. Gesellschaftliche Veränderungen erfordern neue pädagogische Konzepte, die auch neue Anforderungen an die Architektur stellen. Der Diskurs der letzten Jahre zeigt, wie wichtig es ist, das Bildungswesen und den Schulbau aktuell und zukunftsorientiert zu gestalten. Das Sustainability Paper 6 greift diese Fragestellungen auf und nimmt Bezug auf die Ergebnisse der Schulbau-Konferenz 2024 in Kirchhain, die von verschiedenen Institutionen initiiert wurde.
So wird klar: Der Neubau des Gymnasiums in der Winkeläckerstraße ist nicht nur ein architektonisches Projekt, sondern auch ein wichtiger Schritt in Richtung einer fortschrittlichen Bildungslandschaft. Mit einem durchdachten Konzept und einem Fokus auf Nachhaltigkeit wird dieser Standort zu einem Ort des Lernens, der sowohl den Bedürfnissen der Schüler als auch den Anforderungen der Zukunft gerecht wird. Weitere Details zu diesem spannenden Projekt finden Sie auch auf ORF Wien.