In Neubau wird derzeit ein innovatives Pilotprojekt auf den Weg gebracht, das die Entsorgung von Einweg-Getränkeverpackungen revolutionieren könnte. Im Rahmen einer Bezirksvertretungssitzung im September wurde der Antrag für die Einführung von Pfandringen und Pfandregalen gestellt. Ziel ist es, stark frequentierte Orte im Bezirk mit Abstellmöglichkeiten für Pfandflaschen und -dosen auszustatten. Ab dem 1. Januar 2025 wird in Österreich ein bundesweites Pfandsystem für Einweg-Getränkeverpackungen eingeführt, das bereits jetzt auf reges Interesse stößt.
Erste Auswertungen zeigen, dass das Pfandsystem von den Konsumenten gut angenommen wird. Dennoch gibt es nach wie vor Herausforderungen: Kleinere Flaschen und Dosen landen häufig im Restmüll oder auf der Straße. Die neuen Pfandringe und Pfandregale sollen eine einfache Möglichkeit bieten, die Pfandgebinde getrennt vom Restmüll abzustellen. Dies ist besonders wichtig, um Menschen, die Pfandflaschen und -dosen sicher mitnehmen und einlösen möchten, zu unterstützen. Zudem wird so verhindert, dass Personen aus finanzieller Not in Mistkübeln wühlen müssen, was gesundheitliche und hygienische Risiken birgt.
Rücknahmesystem und neue Regelungen
Das Pfandsystem wird durch klare Regelungen gestützt. Verkaufsstellen mit Pfandlogo sind verpflichtet, die Einwegpfandverpackungen zurückzunehmen. An stark frequentierten Orten wie Einkaufszentren oder Bahnhöfen können mehrere Verkaufsstellen eine gemeinsame Rücknahmestelle einrichten. Diese muss sich in unmittelbarer Nähe der Verkaufsstellen befinden, sodass die Rückgabe für die Konsumenten bequem ist. Die Rücknahme kann entweder manuell oder über einen Rücknahmeautomaten erfolgen. Bei der manuellen Rücknahme sind Verkaufsstellen nur verpflichtet, die übliche Verkaufsmenge und Füllmenge zurückzunehmen, was insbesondere für kleinere Geschäfte wie Bäckereien von Bedeutung ist. Diese Regelungen sind Teil eines umfassenden Systems, das auf die Förderung der Kreislaufwirtschaft abzielt.
Erste Erfolge und zukünftige Ziele
Im ersten Jahr des neuen Pfandsystems konnte bereits eine Sammelquote von 81,5 Prozent der in Umlauf gebrachten Einwegpfandgebinde erreicht werden. Norbert Totschnig, der Bundesminister für Land- und Forstwirtschaft, hebt die Bedeutung des Systems für die Kreislaufwirtschaft hervor. Bis 2025 ist ein Übergangsjahr vorgesehen, in dem noch Einweggetränke ohne Pfandlogo verkauft werden dürfen. Ziel ist es, bis 2027 eine Sammelquote von 90 Prozent zu erreichen.
Eine Umfrage zeigt, dass etwa 75 Prozent der Konsumenten das System befürworten und 85 Prozent sich gut informiert fühlen. Über 6.400 Pfandrückgabeautomaten sind bereits in Betrieb, und im Durchschnitt werden pro Pfandbon 13 Gebinde retourniert. Monika Fiala, Geschäftsführerin von Recycling Pfand Österreich, erklärt die Vorteile der sortenreinen Sammlung, die eine höhere Qualität des Recyclingmaterials ermöglicht und den Bedarf an neuen Rohstoffen reduziert. Österreich sieht sich zudem verpflichtet, gemäß der EU-Einwegkunststoffrichtlinie bis 2029 eine Sammelquote von 90 Prozent zu erreichen, wobei das Pfandsystem als zentraler Hebel zur Erreichung dieser Ziele gilt.