In den letzten Tagen hat die Polizei in Wien alarmierende Fälle von Einbrüchen mit einer besonders gefährlichen Methode registriert. Unbekannte Täter haben ätzende Säure eingesetzt, um in Wohnungen einzubrechen. Im Zeitraum vom 06.03.2026 bis 11.03.2026 verzeichnete das Landeskriminalamt Wien gleich drei neue Fälle, die das Sicherheitsgefühl der Bewohner erheblich beeinträchtigen könnten. In einem der Fälle brachen die Einbrecher die Eingangstür einer Wohnung im Bezirk Landstraße auf und durchsuchten die Räumlichkeiten nach Wertgegenständen. Dabei wurden mehrere Kästen und zwei Möbeltresore aufgebrochen. Ob tatsächlich Gegenstände entwendet wurden, wird derzeit noch ermittelt.
In einem weiteren Vorfall blieb es jedoch nur beim Einbruchsversuch, als im 12. Bezirk zwischen dem 07.03.2026 und 11.03.2026 ebenfalls die Säure-Taktik zum Einsatz kam. Ein aufmerksamer Nachbar bemerkte Beschädigungen an einer Wohnungstür und informierte sofort die Polizei. Diese warnt eindringlich vor den Gefahren von Salpetersäure, die auf Haut, Atemwege und Schleimhäute ätzend wirkt. Im Falle eines Kontakts sollte die betroffene Körperstelle sofort mit Wasser gereinigt werden, und es wird geraten, den Notruf unter 133 zu wählen.
Neue Einbruchsmethoden im Trend
Die Polizei stellt fest, dass Einbrüche insgesamt zunehmen und die Methoden der Täter immer gefährlicher werden. Einbrecher setzen zunehmend aggressive Chemikalien wie Salpetersäure ein, um Türschlösser zu zerstören und unbemerkt Zugang zu Wohnungen oder Häusern zu erhalten. Rückstände dieser Säure können schwere Verletzungen verursachen, und auffällige Verfärbungen oder Abrinnspuren am Türschloss sind klare Hinweise auf diese Methode. In solchen Fällen rät die Polizei dringend dazu, Abstand zu halten und die Behörden zu informieren. Die Säure kann je nach Material des Schlosses in unterschiedlichen Farbtönen erscheinen, von transparent bis gelb, grün oder bräunlich.
Die Gefahr ist nicht nur auf Wien beschränkt. In Hamburg gab es mehrere Einbrüche, bei denen diese Methode zum Einsatz kam, insbesondere in Stadtteilen wie Winterhude, Eimsbüttel und Harvestehude. Auch die Berliner Polizei registrierte von 2022 bis in den Frühsommer 2024 insgesamt 318 Taten mit Säure, wobei 151 gescheiterte Versuche dokumentiert wurden. Die Polizei warnt davor, verdächtige Rückstände am Schloss zu berühren, da Handschuhe keinen ausreichenden Schutz bieten.
Einbruchstatistik und gesellschaftliche Auswirkungen
Die Problematik des Wohnungseinbruchdiebstahls ist nicht neu, jedoch hat die Situation in den letzten Jahren an Brisanz gewonnen. Laut dem Strafgesetzbuch (§ 244 StGB) handelt es sich beim Wohnungseinbruchdiebstahl um das unerlaubte Eindringen in Wohnräume mit Diebstahlsabsicht. Die Formen des Einbruchs reichen von gewaltsamem Eindringen bis hin zu List oder unerlaubtem Zugang mit einem Schlüssel. Die Folgen solcher Taten sind nicht nur materieller Natur; sie verletzen auch die Privatsphäre der Opfer und können zu psychischen Folgeschäden führen.
Nach den Anstieg der Einbrüche, insbesondere nach der Corona-Pandemie, wurden 2023 in Deutschland etwa 119.000 Diebstähle aus oder in Wohnungen registriert, wobei ungefähr 77.800 als Wohnungseinbruchdiebstahl klassifiziert wurden. Dies stellt den höchsten Stand seit 2019 dar, bleibt jedoch über 50 % niedriger als 2015, als rund 167.000 Fälle verzeichnet wurden. Besonders betroffen sind städtische Bundesländer wie Bremen, Berlin und Hamburg, während Bayern die niedrigste Einbruchsrate aufweist.
Die Aufklärungsquote bei Wohnungseinbruchdiebstählen lag 2023 bei lediglich 14,9 % im Vergleich zur Gesamtquote aller Straftaten von 58,4 %. Dies verdeutlicht, wie herausfordernd es für die Polizei ist, solche Taten aufzuklären. Besonders alarmierend ist der hohe Ausländeranteil bei den Tatverdächtigen, der bei aufgeklärten Wohnungseinbrüchen 42,9 % beträgt, was einen Höchststand darstellt. In Hamburg liegt dieser sogar bei 65,6 %.
Mit diesen Entwicklungen im Hinterkopf ist es für alle Bürger und Bürgerinnen wichtig, erhöhte Aufmerksamkeit zu zeigen und im Falle von verdächtigen Beobachtungen sofort die Polizei zu informieren. Der Schutz des eigenen Zuhauses sollte stets höchste Priorität haben.