Max, ein 27-jähriger Unternehmer, lebt in Bangkok und hat sich in den letzten drei Jahren ein beachtliches Geschäft mit der Vermietung von zehn Airbnb-Wohnungen in Wien aufgebaut. Monatlich erzielt er Umsätze von bis zu 40.000 Euro, während seine monatlichen Mietkosten für die Immobilien bei rund 7.000 Euro liegen. Diese beeindruckenden Zahlen verdeutlichen das Potenzial, das Kurzzeitvermietungen bieten können. Allerdings ist der Markt in Wien stark reguliert, und Max betont die Notwendigkeit einer strengen Kalkulation sowie einer laufenden Kostenkontrolle, um auch in den schwächeren Monaten, in denen die Nachfrage saisonabhängig schwankt, bestehen zu können. Kritiker befürchten, dass Plattformen wie Airbnb zur Verknappung des Wohnraums in der Stadt führen, was die Diskussion über die Kurzzeitvermietungen zusätzlich anheizt. Laut Inside Airbnb gibt es in Wien aktuell 14.123 über die Plattform angebotene Wohneinheiten, wobei 79,8 % davon ganze Wohnungen sind.
Die Wohnungen, die Max vermietet, sind nicht nur finanziell attraktiv, sondern auch in einer zentralen Lage im 7. Wiener Bezirk angesiedelt, einem Viertel, das für Design und Mode bekannt ist. Die durchschnittliche Bewertung seiner Wohnungen liegt bei hervorragenden 4,98 von 5, basierend auf 247 Bewertungen. Die Nähe zu Sehenswürdigkeiten wie dem Museumsquartier, der Hofburg und dem Kunsthistorischen Museum macht sie besonders begehrt. Gäste können in nur 20 Minuten zu Fuß ins Stadtzentrum gelangen oder die U-Bahn nutzen, die nur fünf Minuten entfernt ist. Diese Erreichbarkeit erhöht die Attraktivität der Wohnungen zusätzlich und zieht sowohl Touristen als auch Geschäftsreisende an. Eine solche Lage ist mehr als ein Bonus; sie ist ein entscheidender Faktor für den Erfolg von Kurzzeitvermietungen.
Regulierung und Herausforderungen
Die Kurzzeitvermietungen in Wien sind jedoch nicht ohne Herausforderungen. Ab Juli 2024 treten neue, strengere Regeln in Kraft: Wohnungen dürfen nur noch maximal 90 Tage pro Jahr an Touristinnen vermietet werden. Für längerfristige Vermietungen ist die Zustimmung aller Wohnungseigentümerinnen erforderlich, und eine Ausnahmebewilligung muss beantragt werden. Diese Maßnahmen sind Teil einer Bauordnungsnovelle, die darauf abzielt, die Anzahl der Wohnungen, die dem Wohnungsmarkt entzogen werden, zu reduzieren und sie für die Bürgerinnen verfügbar zu halten. Max hat bereits Erfahrungen mit Schäden durch Gäste gemacht, hat jedoch nie eine Wohnung komplett zerstört. Ihm ist die lückenlose Dokumentation vor und nach jedem Aufenthalt sehr wichtig, um mögliche Probleme frühzeitig zu identifizieren.
Im Jahr 2024 wurden 709 Anträge auf Kurzzeitvermietung bei der Baupolizei eingereicht, und bis Ende des Jahres waren 337 Anzeigen wegen unrechtmäßiger Vermietung registriert. Die Kontrolle solcher Vermietungen erfolgt sowohl durch Internet-Recherche als auch durch persönliche Begutachtungen vor Ort. Anrainerinnen haben zudem die Möglichkeit, detaillierte Anzeigen bei der Baupolizei zu erstatten, um unzulässige Kurzzeitvermietungen zu melden. Dies zeigt, wie ernst die Stadt Wien die Regulierung der Kurzzeitvermietungen nimmt und wie wichtig die Bürger*innen für die Durchsetzung dieser Regeln sind. Für Max und andere Gastgeber bedeutet dies, dass sie sich auf eine zunehmend komplexe rechtliche Landschaft einstellen müssen, in der die Einhaltung der Vorschriften unerlässlich ist.
Die Diskussion über die Auswirkungen von Plattformen wie Airbnb auf den Wohnungsmarkt in Wien wird weiterhin kontrovers geführt. Während Max mit seinen Wohnungen eine attraktive Einkommensquelle erschlossen hat, bleibt die Frage, wie sich diese Form der Vermietung auf die Verfügbarkeit von Wohnraum auswirkt. Der Balanceakt zwischen wirtschaftlichem Erfolg und sozialer Verantwortung wird für Max und viele andere Gastgeber in der Zukunft entscheidend sein. Ein Blick auf die kommenden Veränderungen und Herausforderungen wird zeigen, wie sich der Markt entwickeln wird.