Im Haus des Meeres in Wien-Mariahilf gibt es einen neuen, kleinen Bewohner: ab sofort sind Zwergseidenäffchen zu sehen! Diese winzigen Primaten sind die kleinsten Affen der Welt und wiegen gerade einmal bis zu 120 Gramm. Zoodirektor Jeff Schreiner verkündete stolz, dass die Zwergseidenäffchen nun die achte Primatenart im Zoo sind. Der Fokus des Hauses liegt auf den kleineren, oft übersehenen und bedrohten Tierarten, und die Einführung dieser Äffchen passt perfekt in dieses Konzept.

Die Zwergseidenäffchen haben eine spannende Ernährung, die vorwiegend aus Baumsäften, Insekten und Früchten besteht. Mit ihren spitzen Zähnen ritzen sie die Rinde von Futterbäumen an, um den süßen Saft aufzuschlecken, der wiederum Insekten anzieht und zusätzliche Proteine bietet. Ihre Reviere sind klein und beschränken sich meist auf ein bis zwei Futterbäume. Hauptbedrohungen für diese faszinierenden Tiere sind Lebensraumverlust und Bejagung.

Lebensweise und Fortpflanzung

Die Zwergseidenäffchen gehören zur Gattung Cebuella in der Familie der Krallenaffen und leben in den tropischen Regenwäldern des westlichen Südamerika, insbesondere im Amazonasbecken. Sie sind tagaktiv und bewegen sich geschickt auf den Ästen, wobei sie gut springen und klettern können. Ihre Gruppen bestehen aus 2 bis 9 Tieren und setzen sich häufig aus einem dominanten Weibchen, einem oder zwei Männchen und ihren Jungtieren zusammen. Die Fortpflanzung erfolgt hauptsächlich über das dominante Weibchen, das die Aufzucht der Nachkommen unterstützt.

In der Natur bestehen die Reviere der Zwergseidenäffchen aus 0,3 bis 0,5 Hektar, oft um einen Baum zur Baumsaftgewinnung gelegen. Ihre Ernährung setzt sich zu 60-80 % aus Baumsäften zusammen, wobei auch kleine Tiere und gelegentlich Früchte auf ihrem Speiseplan stehen. Die Tragzeit beträgt etwa 140 Tage, und meist kommen zweieiige Zwillinge zur Welt, die nach ca. drei Monaten entwöhnt werden. Ihre durchschnittliche Lebenserwartung liegt bei etwa 12 Jahren.

Bedrohungen und Naturschutz

Trotz ihrer Faszination sind die Zwergseidenäffchen als gefährdet eingestuft. Der Mensch ist der Hauptverursacher des Artensterbens, das weltweit neue Dimensionen erreicht hat. Die Zerstörung und Übernutzung von Lebensräumen, die illegale Wilderei und die negativen Folgen der Erderwärmung setzen den kleinen Affen stark zu. Nach Schätzungen existieren weltweit ungefähr zwei Millionen beschriebene Arten, viele weitere sind unbekannt und könnten niemals entdeckt werden.

Der WWF engagiert sich aktiv für den Erhalt der biologischen Vielfalt und informiert alle zwei Jahre im Living Planet Report über den Zustand des Planeten. Der Erhalt der biologischen Vielfalt ist entscheidend für ein lebenswertes Leben auf der Erde. Das Haus des Meeres mit seinen Zwergseidenäffchen ist ein kleiner, aber wichtiger Schritt in die richtige Richtung.

Besuchen Sie das Haus des Meeres in Wien-Mariahilf, um diese faszinierenden kleinen Affen und viele andere bedrohte Tierarten zu entdecken und mehr über den Schutz der Biodiversität zu erfahren.